1. Einführung
Der WWF steht für den Schutz der Natur. Zu den weltweiten Schwerpunkten unserer Arbeit gehören der Schutz der Meere und Küsten sowie der Klimaschutz:

• Die marinen Lebenswelten werden weltweit in wachsendem Umfang zerstört. Eine entscheidende Rolle spielen hierbei übermäßige Fischerei, Gift und Müll im Meer, Rohstoffabbau und Industrialisierung
in immer größeren Meeresregionen sowie die Überbeanspruchung vieler Küsten durch Siedlung und Tourismus. Die zentralen Instrumente gegen diese negative Entwicklung sind Meeres-Schutzgebiete sowie Nachhaltigkeit bei allen marinen Nutzungsformen.

• Durch den Klimawandel drohen der Menschheit katastrophale Folgen. Die Erderwärmung muss weit unter 2 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Niveau bleiben, wenn sie nicht unkontrollierbare
Ausmaße annehmen soll. Dazu müssen die Industriestaaten ihre Emissionen bis 2020 um mindestens 40 % und bis 2050 um mindestens 95 % senken. In den meisten Szenarien spielt die Offshore-Windenergie hierfür eine zentrale Rolle. Dabei hängen Klimaschutz und Meeresschutz eng zusammen, denn der Klimawandel bedroht in starkem Maße auch Meere und Küsten: Der Anstieg des Meeresspiegels mit der entsprechenden Bedrohung der Küste, die Veränderung der Meeresströmungen, die Versauerung der Meere sowie
Veränderungen der Artenzusammensetzung sind bekannte und zunehmend spürbare Folgen.

In der Zukunft – bis 2050 – muss deshalb unsere Energieversorgung kohlenstofffrei werden. Auch in Deutschland verfügen wir über genügend CO2-freie und erneuerbare Energiequellen, um in Verbindung
mit konsequenter Energieeffizienz dieses Ziel erreichen zu können. In der Studie „Modell Deutschland – Klimaschutz bis 2050. Vom Ziel her denken“, die der WWF im Oktober 2009 vorgestellt hat, wird die zentrale Rolle der erneuerbaren Energien für die Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschaft gezeigt. Bis zum Jahr 2050 soll der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Primärenergieaufkommen
70 % betragen, erneuerbare Energien stellen 83 % der Nettostromerzeugung (d. h. ohne Stromimporte) bereit; Windenergie und Photovoltaik sind dann die Hauptquellen der Elektrizitätsversorgung.

Zu den notwendigen neuen Energien zählen die Windenergie an Land („Onshore“) und auf See („Offshore“), die beide eine entscheidende Rolle für die Energiewende spielen sollen. Während die Windenergie
an Land schon heute erheblich zur Energieversorgung beiträgt und weiter stark wachsen kann und muss, steht die Windenergie auf See in Deutschland am Anfang ihrer Entwicklung. Auch sie muss
künftig wesentliche Beiträge liefern. In „Modell Deutschland“ sind die berechneten notwendigen Ausbauziele für die Offshore-Windenergie mit 10 Gigawatt (GW) installierter Leistung bis 2020, 23 GW bis 2030 und 37 GW bis 2050 als wichtige Leitplanken für eine klimafreundliche Umgestaltung der Energieversorgung zentrale Eckpfeiler. Es ist anzustreben, hierfür in Nord- und Ostsee die entsprechenden Flächen im beschriebenen Zeitablauf zu finden. Der WWF wird diesen Prozess konstruktiv
begleiten. ....

Quelle und mehr: WWF-Positionspapier 2011
http://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/pdf_neu/OWP-Position_WWF_110519.pdf