8 Millionen Klimaflüchtlinge

ERDERWÄRMUNG: Die ersten Bewohner pazifischer Inseln müssen bereits umziehen, weitere folgen

Menschenrechtler gehen davon aus, dass aufgrund des Klimawandels rund 8 Millionen Ureinwohner pazifischer Inseln bis zum Jahr 2050 umziehen müssen. Grund sei der steigende Meeresspiegel. "Vor allem auf vielen Atollen, die nicht höher als drei Meter über dem Meeresspiegel liegen, geht die Angst um", sagte Ulrich Delius von der Gesellschaft für bedrohte Völker am Dienstag.

Noch bis Donnerstag beraten pazifische Inselstaaten im australischen Cairns über die Folgen des Klimawandels. Bereits in diesem Jahr würden etwa 2.500 Ureinwohner einer kleinen Inselgruppe Papua-Neuguineas, der Carteret-Inseln, auf das 120 Kilometer entfernte Bougainville umgesiedelt, sagte der Asienexperte Delius. Zudem bemühten sich viele Menschen, nach Australien oder Neuseeland auszuwandern. Eine Möglichkeit für Kleinstaaten sei es, höher gelegene Inseln zu pachten. Das habe etwa Indonesien einigen Ländern angeboten. Wegen des Klimawandels nimmt nach den Worten von Delius die Häufigkeit der Wirbelstürme zu und Dörfer auf den Inseln werden zerstört.

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