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  • Should you stop eating fish?

    Should you stop eating fish?
    http://ideas.ted.com/2014/08/20/should-you-stop-eating-fish-2/

    We asked legendary oceanographer Sylvia Earle for her menu advice.

    Oceanographer (and TED Prize winner) Sylvia Earle (TED Talk: My wish: Protect our oceans) has spent half a century campaigning to save the world’s seas. A new Netflix original documentary about her life’s work sheds light on the environmental impact of the commercial fishing industry and Earle’s crusade to create underwater “hope spots” through her organization, Mission Blue. After watching the film, it’s hard not to wonder: Are any fish still okay to eat? We turned to our favorite aquanaut for advice. Below, check out Earle’s take on wild fish, tuna rolls, and her ideal meal.

    To restore the ocean ecosystem, you’re saying we must put an end to overfishing and bottom trawling, which you liken to “catching songbirds with a bulldozer.” Is there such a thing as eating fish responsibly these days?

    Except for those living in coastal communities — or even inland if we’re talking freshwater species — for most people, eating fish is a choice, not a necessity. Some people believe that the sole purpose of fish is for us to eat them. They are seen as commodities. Yet wild fish, like wild birds, have a place in the natural ecosystem which outweighs their value as food. They’re part of the systems that make the planet function in our favor, and we should be protecting them because of their importance to the ocean. They are carbon-based units, conduits for nutrients, and critical elements in ocean food webs. If people really understood the methods being used to capture wild fish, they might think about choosing whether to eat them at all, because the methods are so destructive and wasteful. It isn’t just a matter of caring about the fish or the corals, but also about all the things that are destroyed in the process of capturing ocean wildlife. We have seen such a sharp decline in the fish that we consume in my lifetime that I personally choose not to eat any. In the end, it’s a choice.

    Read on:

    http://ideas.ted.com/2014/08/20/should-you-stop-eating-fish-2/

  • Zum Internationalen Wattenmeertag: Mehr Schutz der Unterwasserwelt gefordert

    WWF : Eine Chance für Katzenhai und Sandkorallen

    Zum Internationalen Wattenmeertag: 19 Umweltorganisationen aus Deutschland, Dänemark und den Niederlanden fordern Schutz der Unterwasserwelt im Weltnaturerbe

    Der Unterwasserwelt des Wattenmeeres geht es weiterhin schlecht, obwohl dieses einmalige Gebiet an der dänisch-deutsch-niederländischen Nordseeküste als Nationalpark geschützt und als Weltnaturerbe anerkannt ist. 19 Naturschutzorganisationen aus allen drei Wattenmeerstaaten wollen das ändern und legen zum heutigen Internationalen Wattenmeertag in Wilhelmshaven eine gemeinsame Forderung vor: Innerhalb der nächsten zehn Jahre müssen in den Schutzgebieten des Wattenmeeres die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass sich verschwundene Fischarten sowie Riffe aus Muscheln und Sandkorallen in der Unterwasserwelt wieder ansiedeln können. Die diesen Aufruf tragenden Verbände, Vereine und Stiftungen engagieren sich täglich und in vielen Fällen seit Jahrzehnten für den einmaligen Naturraum an der Nordseeküste.

    Im Jahr 2009 wurde bereits der größte Teil des Wattenmeeres in Deutschland und den Niederlanden als Weltnaturerbe ausgezeichnet. Doch erst mit der Einbeziehung des dänischen Teils im Jahr 2014 erhielt praktisch das gesamte Wattenmeer in allen drei Staaten diese Anerkennung der UNESCO. Voraussetzung für den Titel war die Einzigartigkeit des Gebietes und seine außerordentliche globale Bedeutung. Der Status als Weltnaturerbe beinhaltet aber nicht nur Lob und Anerkennung, sondern bringt auch eine große gemeinsame Verantwortung für die Erhaltung des Wattenmeeres, der Deutschland, Dänemark und die Niederlande gemeinschaftlich gerecht werden müssen.

    „Der Schutz des Wattenmeeres begann mit den ersten Seevogelschutzgebieten vor mehr als 100 Jahren. Mit der Einrichtung der Nationalparks und großer Schutzgebiete wurden später tolle Erfolge errungen, auf die wir in allen drei Ländern stolz sein können“, sagt Hans-Ulrich Rösner vom WWF. Aber der Schutz müsse mit den Eingriffen mitwachsen. „Verschmutzung durch Schifffahrt und Industrie, eingeschleppte Arten, Fischerei sowie der Klimawandel sind nur einige der vielen Herausforderungen, denen wir uns auch zukünftig widmen müssen.“

    „Die Artenvielfalt unter Wasser hat stark abgenommen. Kaum jemand weiß heute noch, dass auch Katzenhaie, Seepferdchen, Nagelrochen, Störe und Sandkorallen selbstverständlich in das Welt-naturerbe gehören“, beklagt Harald Förster von der Schutzstation Wattenmeer. „Diese Tiere sind heute durch die Fischerei, aber auch durch die Verbauung vieler Zuflüsse des Wattenmeeres verschwunden.“

    Aus Sicht der Naturschutzorganisationen der drei Wattenmeerstaaten ist die Zeit reif, nun auch beim Schutz der Unterwasserwelt Fortschritte zu erzielen. „Das erforderliche Wissen gibt es, die nationalen und europäischen Gesetze bilden die notwendigen Voraussetzungen, Gespräche zwischen den Beteiligten haben vielfach gegenseitiges Verständnis geschaffen und die Öffentlichkeit erwartet, dass das Welterbe auch tatsächlich gut geschützt und langfristig bewahrt wird“, sagt Eick von Ruschkowski vom NABU.

    „Nie waren die Voraussetzungen besser, gemeinsam entwickelte und getragene Lösungen zu finden, mit denen der Schutz unter Wasser wirksam wird, und trotzdem eine regionale Küstenfischerei erhalten werden kann“, so Nadja Ziebarth vom BUND.

    Innerhalb von zehn Jahren muss es gelingen, dass sich wieder eine natürliche Vielfalt an Arten und Lebensräumen unter Wasser entwickelt, fordern die Umweltorganisationen. Sie sehen die Welterbe-Anerkennung der UNESCO nicht als Grund zum Ausruhen, sondern als eine gemeinsame Verpflichtung zum Handeln. Begleitend muss die Information und Bildung für kleine und große Gäste weiter verbessert werden und die Betreuung der Schutzgebiete so gestärkt werden, dass sie dem Anspruch eines Weltnaturerbes entsprechen.

    http://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/The_2014_Call_for_Action_for_the_Wadden_Sea.pdf

    http://www.wwf.de/2014/august/eine-chance-fuer-katzenhai-und-sandkorallen/bl/1/listid/14365/backpid/124/

  • Windenergieanlage mit Flüster-Gründung

    offshore foundation

    BSH genehmigt Windenergieanlage mit Flüster-Gründung

    Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) genehmigt einen neuen Fundamenttyp für Windenergieanlagen, der ohne lärmintensive Rammung aufgestellt wird.

    „Über dieses Fundament haben wir uns besonders gefreut,“ betonte die Präsidentin des BSH Monika Breuch-Moritz. „Es zeigt, dass Behörden, Wissenschaft und Industrie zusammen kontinuierlich nach Lösungen suchen, die zwischen Schutz und Nutzung der Meere ein Gleichgewicht herstellen“.
    Das neuartige „Suction Bucket Jacket-Fundament“ wird im Bereich des Offshore-Windparks „Borkum Riffgrund 1“ in etwa 40 km Entfernung von der Insel Borkum in der Nordsee errichtet. Neu ist die Verankerung des Fundamentes, bei der drei „Saugeimer“ über Unterdruck in den Sandboden gezogen werden. Auf dem Fundament wird eine Standard-Windenergieanlage montiert. Bei dieser Methode entfallen die derzeit noch notwendigen, schallintensiven Rammungen beim Bau der Fundamente. Das schützt marine Säugetiere im Umfeld der Baustellen und die Installation ist kostengünstiger. Hinzu kommt, dass die Anlage nach dem Ende ihrer Lebensdauer rückstandslos entfernt und an Land entsorgt werden kann.

    Dong Energy, der Hersteller des Fundamentes, führt während der Bau- und Betriebsphase zusammen mit der Leibniz-Universität Hannover und der Bundesanstalt für Materialprüfung umfassende Untersuchungen und Messungen an dem Fundament durch. Die Ergebnisse sind wichtig für die zukünftige Nutzung des Fundamenttyps und fließen in die weiteren Zulassungsverfahren ein. Die Bundesregierung fördert die Forschungen und Untersuchungen mit dem 6. Energieforschungsprogramm.

    Mit dem Bescheid zu dem „Suction Bucket Jacket-Fundament“ erteilt das BSH bereits zum zweiten Mal eine Genehmigung für lärmarme Gründungen. Seit 2001 hat das BSH insgesamt 34 Windenenergieparks mit insgesamt 2.291 Windenergieanlagen in Nord- und Ostsee genehmigt. In der ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) sind 92 Windenergieanlagen am Netz. Weitere 555 Anlagen werden zurzeit gebaut.

    Das BSH ist Partner für Seeschifffahrt, Umweltschutz und Meeresnutzung, der Seeschifffahrt und maritime Wirtschaft unterstützt, Sicherheit und Umweltschutz stärkt, nachhaltige Meeresnutzung fördert, Kontinuität von Messungen gewährleistet und über den Zustand von Nord- und Ostsee kompetent Auskunft gibt.

    Das BSH mit Dienstsitz in Hamburg und Rostock ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur.

    http://www.bsh.de/de/Das_BSH/Presse/Pressearchiv/Pressemitteilungen2014/Pressemitteilung20-2014.jsp

  • Treibhausgase im Südpolarmeer entdeckt

    Treibhausgase im Südpolarmeer

    Methanaustritte auf Kontinenten und in Ozeanen stehen weltweit im Fokus der Forschung. Der Grund: Methan ist ein Treibhausgas, das laut Weltklimarat in der Atmosphäre 21mal stärker wirkt als Kohlendioxid. Allerdings ist unklar, wie viel Methan dem Meeresboden entweicht und ob es von dort in die Atmosphäre gelangt. Deshalb waren im Frühjahr 2013 deutsche, britische und US-amerikanische Wissenschaftlerinnen auf dem Forschungsschiff Polarstern unterwegs, um nach antarktischen Teilen des globalen Methanpuzzles zu suchen.

    „Mit Hilfe der an Bord installierten Echolotsysteme haben wir insbesondere zwei Buchten an der Nordostküste Süd-Georgiens genauer untersucht“, sagt Expeditionsleiter Prof. Gerhard Bohrmann. „Dabei haben wir in der Cumberland-Bucht, quasi in Sichtweite der historischen Walfangstation Grytviken, besonders engmaschig gemessen.“

    „Auf den Echogrammen erscheinen die Emissionen der Methanbläschen als schmale Fahnen, die sich teilweise erst 25 Meter unter der Wasseroberfläche auflösen“, sagt MARUM-Mitarbeiterin Dr. Miriam Römer, Erstautorin des kürzlich erschienenen Artikels. „In Wassertiefen zwischen 130 und 390 Meter konnten wir insgesamt 133 Methanfahnen identifizieren, davon mehr als die Hälfte in der Cumberland-Bucht.“ Durchschnittlich waren die Fahnen etwa 70 Meter hoch. Die höchste, beinahe senkrecht vom Meeresboden in die Wassersäule perlende Gasfahne erreichte jedoch eine Höhe von 220 Meter. Allerdings gelangt nur ein geringer Teil des Methans in oberflächennahe Wasserschichten. Die Untersuchungen belegen auch, dass das bisher vor Süd-Georgien austretende Gas vermutlich nicht in die Atmosphäre gelangt und deshalb den Treibhauseffekt nicht verstärkt.

    „Wir haben die obersten Schichten des Meeresbodens mit einem speziellen Echolot `durchleuchtet`“, sagt der stellvertretende Fahrtleiter Dr. Gerhard Kuhn vom Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung Bremerhaven. „Dabei zeigte sich, dass sich die Methanblasen in Aufstiegsschloten konzentrieren, bevor sie aus dem Meeresboden sprudeln. Die Zehnermeter tiefen Schlote lassen sich als helle Schatten in unseren Echolotaufzeichnungen eindeutig identifizieren.“

    Die raue, von tiefen Fjorden und Buchten zerschnittene Nordostküste Süd-Georgiens bietet beste Voraussetzungen für die Entstehung von Methanfahnen. Die bis zu knapp 3.000 Meter hohen Berge der 160 Kilometer langen Insel, die eine Fläche eineinhalb mal so groß wie das Saarland einnimmt, sind von mächtigen Gletschern bedeckt. Die einst weit auf das Südpolarmeer hinaus reichenden Eisströme haben am Meeresboden tiefe Tröge ausgeschabt. Dort sammeln sich die von Land eingetragenen Sedimente. Zugleich sorgt der antarktische Zirkumpolarstrom dafür, dass Nährstoffe aus größeren Meerestiefen in das lichtdurchflutete oberste Meeresstockwerk gewirbelt werden. Die Folgen: hohe biologische Produktivität und dementsprechend viele organische Anteile in den Ablagerungen. „Hohe Sedimentationsraten und ausreichende Mengen an organischem Material im Sediment sind Voraussetzungen dafür, dass sich auf der Basis mikrobieller Aktivitäten Methan bilden kann“, sagt Dr. Sabine Kasten, Expeditionsteilnehmerin und Leiterin der Sektion Marine Geochemie am Alfred-Wegener-Institut Bremerhaven.

    Die jetzt publizierte Entdeckung ergänzt die lange und stetig anwachsende Liste der Methanquellen im Weltozean. In der Vergangenheit haben MARUM-Forscherinnen daran bereits vor Spitzbergen, im Mittelmeer, im Schwarzen Meer sowie im nördlichen Indischen Ozean geforscht. Jetzt plant das Wissenschaftlerteam eine weitere Expedition nach Süd-Georgien, denn noch sind viele Fragen ungelöst: „Die Methanquellen sprudeln unregelmäßig; denkbar ist, dass ihr Rhythmus durch Gezeiten, Stürme, Erdbeben und weiteren Faktoren bestimmt wird“, sagt Miriam Römer vom MARUM: „Bis wir eine Methan-Bilanz erstellen können, in der wir die Austritte in der Region quantifizieren, müssen wir noch ein gutes Stück unseres Forschungsweges zurücklegen.“

    M. Römer et al.: First evidence of widespread active methane seepage in the Southern Ocean, off the sub-Antarctic island of South Georgia; in Earth and Planetary Science Letters 403 (2014), S. 166 – 177.

    http://www.marum.de/Treibhausgase_im_Suedpolarmeer.html

  • Neuer biogeografischer Atlas des Südlichen Ozeans

    atlas-southern-ocean

    Biogeographic Atlas of the Southern Ocean
    Der Atlas beinhaltet etwa 100 Fotos und 800 Karten und mehr als 9000 Arten wurden erfasst. Quelle: SCAR Biogeographic Atlas of the Southern Ocean

    Neuer biogeografischer Atlas des Südlichen Ozeans

    Mehr als 9000 Spezies leben im Südlichen Ozean, der auch als Südpolarmeer
    oder Antarktischer Ozean bekannt ist. Wissenschaftlerinnen und
    Wissenschaftler erforschen zum Teil seit Jahrhunderten ihre Verbreitung und
    besonderen Eigenschaften. Heute stellte das Scientific Committee on
    Antarctic Research (SCAR) einen Atlas vor, der diese Ergebnisse bündelt und
    quasi einen Zensus dieses Meeres darstellt. 147 Autorinnen und Autoren aus
    22 Ländern haben Beiträge verfasst. Mit ihrer Forschungsarbeit am
    Zoologischen Museum der Universität Hamburg haben Prof. Dr. Angelika Brandt
    und Dr. Stefanie Kaiser zu dem Werk beigetragen.

    Ziel des Biogeografischen Atlas ist es, den aktuellen Stand der
    wissenschaftlichen Forschung zu Verteilungsmustern der Lebewesen, die im
    Südlichen Ozean vorkommen, darzustellen und einen veralteten Atlas von 1969
    zu ersetzen. Ein besonderer Fokus liegt dabei u. a. auf den Meeresschichten
    direkt über dem Grund, der sogenannten Tiefsee, in die kein Licht dringt und
    die auf den ersten Blick keine Grundlage für die Ansiedlung von Leben zu
    bieten scheinen. Doch tatsächlich hat sich dort eine große Anzahl an
    Organismen angesiedelt.

    Prof. Dr. Angelika Brandt etwa befasst sich in ihrem Aufsatz „Deep sea
    communities“ mit allgemeinen Trends, die in der Verbreitung verschiedener
    Organismengruppen unterhalb von 3000 Metern Tiefe zu beobachten sind. Die
    Beispiele erstrecken sich dabei durch die häufigsten wirbellosen Tiergruppen
    aller Größenklassen – von kleinsten Fadenwürmern über Krebse und
    Meeresborstenwürmer bis hin zu Stachelhäutern wie Seesternen, Seeigeln oder
    Seegurken.

    Eine spezielle Tiergruppe, die Meeresasseln, beschreibt Dr. Stefanie Kaiser
    in ihrem Aufsatz „Crustacea: Isopoda“. Während ihrer Promotion am
    Zoologischen Museum der Universität Hamburg erforschte Kaiser, die
    inzwischen am Senckenberg-Zentrum für Marine Biodiversitätsforschung in
    Wilhelmshaven tätig ist, die Verbreitung der Isopoden, besser bekannt als
    Asseln, die im marinen Lebensraum in allen Tiefen vorkommen und sich durch
    eine hohe Anpassung und Artenvielfalt auszeichnen. Sie stellt dar, welche
    morphologischen Ausprägungen zum evolutionären Erfolg der 440
    Isopoda-Spezies, die im Südlichen Ozean bisher beschrieben wurden, geführt
    haben.

    „Dieser Atlas wird für die Antarktisforschung von großer Bedeutung sein“,
    erklärt Prof. Angelika Brandt. Die Informationen darüber, wo welche
    Lebewesen vorkommen, seien zudem für andere Bereiche hochinteressant, etwa
    beim Erkennen und Verstehen der Auswirkungen von Umweltveränderungen, zur
    Überwachung der Biodiversität und zum Erhalt der Ökosysteme. Im Vergleich zu
    den Forschungsansätzen vorheriger Jahrzehnte basieren die wissenschaftlichen
    Erkenntnisse, die im Atlas zusammengetragen wurden, auf deutlich
    umfangreicheren Datensätzen sowie neuen molekularen und genetischen
    Untersuchungen. Auch die Methoden der Analyse, Visualisierung, Modellierung
    und Vorhersage entsprechen den modernsten Standards.

    Anstoß für den Atlas waren zwei große Forschungsprojekte der vergangenen
    Jahre, in denen die „Volkszählung der Meeresorganismen“ des Antarktischen
    Eismeers umfassend untersucht wurde. Der „Census of Antarctic Marine Life
    (CAML)“ untersuchte von 2005 bis 2010 die Eigenschaften, das Vorkommen und
    die Häufigkeit aller lebenden Organismen des Südlichen Ozeans. In enger
    Verbindung mit diesem Projekt initiierte das SCAR Marine Biodiversity
    Information Network (SCAR-MarBIN) ein Netzwerk aus Datenbanken, die
    historische und aktuelle Forschungsergebnisse verbinden und ein umfassendes
    Register antarktischer Meeresspezies bilden.

    Quelle Universität Hamburg

    Weitere Quellen

    Der Atlas mit dem Titel „Biogeographic Atlas of the Southern Ocean“ beinhaltet
    etwa 100 Fotos und 800 Karten. Er wird am Montag, den 25. August 2014 in
    Auckland (Neuseeland) auf der SCAR Open Science Conference vorgestellt.

    http://www.awi.de/de/aktuelles_und_presse/pressemitteilungen/detail/item/new_atlas_of_southern_ocean_marine_life/?cHash=2b08f3f3b4d856275f9d6e35061a5fc4

  • Nachhaltigkeitsprüfung für Handel mit gefährdeten Haien

    Experten-Workshop beschäftigt sich mit Nachhaltigkeitsprüfung bei Haien
    Neue Richtlinien für den Handel mit Hai- und Mantaarten

    Im Rahmen eines Experten-Workshops im Bundesamt für Naturschutz (BfN) vom 20. bis 22. August wurde die in Kooperation mit der Weltnaturschutzunion (IUCN) und der Artenschutzorganisation TRAFFIC erstellte "CITES Non-detriment Findings Guidance for Shark Species" ("Nachhaltigkeitsprüfung für Haiarten") vorgestellt. Es handelt sich dabei um eine umfangreiche Prüfungsmethode mit Empfehlungen, die den internationalen Handel mit bestimmten Haiarten kontrollieren soll.

    Diese sind zwar nicht direkt vom Aussterben bedroht, ihre Überlebenschancen werden aber durch den kommerziellen Handel eingeschränkt. Deshalb wurden fünf Hai- und alle Mantaarten im März 2013 in den Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) aufgenommen. Deutschland trat dabei als Vorreiter auf, und setzte sich vor allem für den Schutz von Dorn- und Heringshaien ein. Viele Entwicklungsländer waren zurückhaltender, da ihnen sowohl Geld als auch Erfahrung fehlen, um ein notwendiges Kontrollsystem aufzubauen. Reichere Industrienationen aus Asien dagegen wollten ihre Wirtschaft schützen und stimmten gegen die Auflistung. Abgesehen vom Binnenhandel, den CITES nicht kontrolliert, lassen sich mit dem Export von Haiprodukten große Gewinne erzielen.

    Die am häufigsten gehandelten Erzeugnisse sind Haifischflossen, Fleisch, Leder und Medizin, die beispielsweise aus Knorpel gewonnen wird und gegen Osteoporose, Arthritis und Krebs helfen soll. Für fast alles findet sich ein Verwendungszweck, weshalb sich das Exportgeschäft auch so auszahlt. Allein über 80 Länder beliefern China mit der Grundzutat für die traditionelle Haifischflossensuppe. Aber auch in Deutschland wird das Fleisch von Dornhaien als "Schillerlocke" vertrieben. Aufgrund von Überfischung und Beifang schrumpfen die weltweiten Haipopulationen immens. Ein großes Problem ist auch das "Shark-Finning", das Abtrennen der Flossen des Hais und die anschließende Entsorgung des meist lebendigen Tieres im Meer. Die Regeneration der Haie erfolgt nur langsam, da sie erst spät die Geschlechtsreife erreichen und wenig Nachwuchs bekommen.

    Um Richtlinien für den nachhaltigen Handel mit Haien und Mantas festzulegen, hat TRAFFIC (mit finanzieller Unterstützung des Bundesamts für Naturschutz) Daten zum Erhaltungsstatus der betroffenen Haispezies gesammelt. Aufgrund der großen Wanderbewegungen und der fehlenden Grenzen auf hoher See war dies kein leichtes Unterfangen. Aus den neu gewonnen Erkenntnissen wurde eine Nachhaltigkeitsprüfung erstellt, die den Regierungen helfen soll, die für ihr Land entsprechenden Maßnahmen zum Schutz der Haie zu ergreifen. Dabei sind die Konsumenten von Haiprodukten ebenso gefragt, denn durch ihre Nachfrage wird das Angebot aufgestockt. Daher ist es wichtig, ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu entwickeln und Haierzeugnisse nicht mehr als Statussymbol anzusehen. Mancherorts wurden bereits erste Schritte unternommen: In Indonesien haben Fischer die Laichgründe der Hammerhaie ausfindig gemacht und meiden diese bei der Jagd. Auch China hat Kontrollen von Haifischflossen eingeführt, und Japan entwickelt zurzeit eigene Gesetze für den Schutz der Haie.

    Die Nachhaltigkeitsprüfung für Haie ist die erste, welche sich auf Arten des Anhangs II bezieht. Weitere Nachhaltigkeitsprüfungen zum Schutz von Pflanzen und Seepferdchen sind in Entwicklung. Nach einer endgültigen Analyse und Bearbeitung soll die Nachhaltigkeitsprüfung zur Verfügung stehen, rechtzeitig wenn die Änderungen des Anhangs II des Washingtoner Artenschutzabkommens am 14. September 2014 in Kraft treten.

    http://www.bfn.de/0401_2014.html?&cHash=8d0c3f8e373d2d6181f0d0e6ee1c1ae8&tx_ttnews[tt_news]=5093

  • Coastal Clean Up Day 20.9.2014 Hamburg

    Zum 8ten Mal veranstalten wir den

    Coastal Clean Up Day in Hamburg

    Machen Sie mit beim großen DEEPWAVE-Müllsammeltag
    am Samstag 20. September 2014 ab 15 Uhr

    Treffpunkt: Museumshafen Övelgönne, Hamburg

    Flaschen, Dosen, Kippen, Tüten, Grillreste – unsere Strände sind voll von diesem Müll. Abfall aus Glas, Aluminium, Tabak, Kohle, vor allem aber aus Plastik. Dieser Unrat verunstaltet nicht nur unsere Ufer und birgt Verletzungsgefahren, er bedroht letztlich die Ökosysteme der Meere. Denn der Strandmüll landet oft im Ozean. Hunderttausende Seevögel, unzählige Fische und Tausende Meeressäuger sterben jährlich weltweit an dieser Meeresverschmutzung. Schildkröten verfangen sich in Plastiktüten und verenden qualvoll. Albatrosse verhungern, weil ihre Mägen voll gestopft sind mit kleinen Plastikteilchen. Laut einer Studie der UNEP (Umweltprogramm der UN) befinden sich schon heute Tausende Plastikteile auf jedem Quadratkilometer Meeresfläche und auf dem Meeresboden.

    Das muss nicht sein! Den eigenen Müll wieder mitnehmen ist die effektivste und einfachste Lösung. Leider beachten das nur wenige. Deshalb will DEEPWAVE e.V. als deutscher Partner des „International Coastal Clean Up Day“ auf die Vermüllung aufmerksam machen und einen Teil des Elbestrands reinigen.

    Das große Sammeln startet am Samstag, 20. September 2014, um 15 Uhr am
    Övelgönner Museumshafen (Bus 112 von Altona oder Fähren von Landungsbrücken sowie von Finkenwerder). Von hier beginnend, arbeiten wir uns hoch zur „Strandperle“ und evtl. weiter bis Teufelsbrück. Denken Sie bitte an feste Kleidung.

    Gemeinsames Handeln ist nicht nur sinnvoll, es macht auch Spaß!
    Mehr Info unter www.deepwave.org

    Mehr Schutz für die Meere – wir tun was dafür! Unterstützen Sie die Arbeit von Deepwave e.V., bitte auch finanziell! Spendenkonto: Deepwave e.V., Konto: 1208 116 713, HASPA, BLZ: 20050550. Als gemeinnütziger Verein sind Spenden an DEEPWAVE e.V. voll steuerlich abzugsfähig und Sie erhalten von uns eine Spendenbescheinigung.

  • Ökoschuldentag - Earth Overshoot Day 2014

    Ökoschuldentag - Earth Overshoot Day 2014
    Der Tag, an dem unser Okologischer Fussabdruck unsere jahrlich erneurbaren Ressourcen übersteigt

    In weniger als acht Monaten hat die Menschheit das gesamte Budget an erneuerbaren Ressourcen für das Jahr 2014 aufgebraucht. Die Menschheit lebt jetzt auf ökologischen Pump laut Daten von Global Footprint Network, einem internationalen Think-Tank zum Thema Nachhaltigkeit mit Niederlassungen in Nordamerika, Europa und Asien.

    Global Footprint Network berechnet und vergleicht die Inanspruchnahme des Planeten durch die Menschheit („Ökologischer Fußabdruck“) mit Biokapazität, der Fähigkeit der Natur, Rohstoffe zu erzeugen und Schadstoffe abzubauen, wie Kohlenstoffdioxid. Der Earth Overshoot Day (“Ökoschuldentag”) wird an jeweils dem Tag im Jahr begangen, an dem der Ökologische Fußabdruck der Menschheit unsere jährlich erneuerbaren Ressourcen übersteigt. Global Footprint Networks Berechnungen zeigen, dass seit dem Jahr 2000 die Ökoschulden (“Overshoot”) kontinuierlich gewachsen sind. Folglich findet Earth Overshoot Day immer früher im Kalenderjahr statt – im Jahr 2000 am 1. Oktober, dieses Jahr bereits am 19. August.

    "Der 'Global Overshoot' (globale Öko-Verschuldung) wird immer mehr zu einer der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Es ist ein ökologisches und ökonomisches Problem gleichermaßen," so Mathis Wackernagel, Präsident von Global Footprint Network und Miterfinder des Ökologischen Fußabdruck –Konzeptes (Englisch Ecological Footprint), ein Buchhaltungssystem, dass die Bestände der natürlichen Ressourcen erhebt und bewertet. "Länder mit Ressourcendefiziten und niedrigem Pro-Kopf-Einkommen sind besonders betroffen. Aber auch Länder mit hohem Einkommen, die in der finanziellen Lage sind, sich vor den unmittelbaren Auswirkungen der Ressourcenabhängigkeit zu schützen, müssen sich darüber klar werden, dass eine langfristige Lösung diese Ressourcenabhängigkeit angehen muss, bevor sich diese zu einer größer werdenden wirtschaftlichen Belastung entwickeln kann."

    Noch 1961 hat die Menschheit etwa dreiviertel der Kapazität genutzt, über die die Erde verfügt, um Nahrungsmittel, Forst- und Faserprodukte, sowie Fischbestände zu erneuern und Treibhausgase zu binden. Die meisten Länder hatten mehr Biokapazität zur Verfügung als sie in Form von Resourcen (Footprint) beanspruchten. In den frühen 1970er Jahren hatte das weltweite Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum den Ecological Footprint der Menschheit jenseits dessen was unser Planet nachhaltig erneuern konnte, anwachsen lassen. Dies war der Beginn der Überschreitung der ökologischen Grenzen.

    Mittlerweile leben 86 Prozent der Weltbevölkerung in Ländern, die mehr erneuerbare Ressourcen beanspruchen, als deren eigene Ökosystem erneuern können. Global Footprint Networks Berechungen zufolge bedarf es 1,5 Planeten um die erneuerbaren Resourcen zu produzieren und den momentan Ressourcenverbrauch der Menschheit zu ermöglichen. Moderate Bevölkerungs-, Energie- und Nahrungsmittelprognosen legen nahe, dass die Menschheit die Biokapazität von drei Planeten bereits vor 2050 benötigen könnte. Die dafür benötigten Ressourcen könnten jedoch nicht zur Verfügung stehen.

    Die Kosten der ökologischen Budgetüberschreitung werden täglich mehr und mehr ersichtlich. Die Extrakosten in Form von Entwaldung, Trinkwassermangel, Erosion, Verlust an Artenvielfalt sowie die Anreicherung von CO2 in unserer Atmosphäre, die wir für diese wachsenden Ökoschulden bezahlen, verursachen auch steigende menschliche und wirtschaftliche Verluste.

    Regierungen, die knapper werdende Ressourcen nicht bei politischen Entscheidungen berücksichtigen, könnten so die eigene wirtschaftliche Entwicklung gefährden. In Zeiten von ständiger Ressourcenüberbeanspruchung werden die Länder mit Biokapazitätsdefiziten, die ihre Ressourcenabhängikeit reduzieren, erkennen, dass dies im Eigeninteresse ihres Landes ist. Dagegen werden Länder, die über eine Biokapazitätsreserve verfügen, einen Anreiz haben, diese ökologischen Vermögenswerte als wachsenden Wettbewerbsvorteil in einer Welt von verschärften ökologischen Rahmenbedingungen zu sehen.

    Eine wachsende Zahl an Länder hat dies erkannt und ergreift eine Vielzahl an Maßnahmen.

    Die Philippinen, als erstes Land in Südostasien, befinden Sie auf dem Weg, den Ökologischen Fußabdruck auf höchster politischer Ebene in die Gesetzgebung festzuschreiben – in dem Nationalen Raumplanungsgesetz. Diese Richtlinie ist die Erste dieser Art in den Philippinen, und soll das Land vor willkürlicher Bebauung schützen und bei der Planung der Ressourcennutzung und dem Ressourcenmanagement von Nutzen sein. Die Gesetzgeber wollen den Ökologischen Fußabdruck in diese Richtlinie integrieren, um so Ressourcenknappheit zu einem entscheidenden Gesichtspunkt bei der Entscheidungsfindung zu machen.

    Die finanzstarken Vereinigten Arabischen Emirate haben die Absicht, ihren Pro-Kopf Ecological Footprint — einer der größten weltweit — deutlich zu verringern, angefangen mit den Co2-Emissionen. Dies ist das Ziel der Beleuchtungsrichtlinie für Energieeffizienz welche vorsieht, dass nur energieeffiziente Innenbeleuchtungsprodukte in allen Emiraten bis zum Ende des Jahres erhältlich sind.

    Marokko zeigt sich interessiert an einer Zusammenarbeit mit Global Footprint Network, um eine Analyse seiner 15-Jahr-Strategie für Nachhaltige Entwicklung im Bereich der Landwirtschaft - ‘Plan Maroc Vert‘ - mit Hilfe des Ökologischen Fußabdrucks durchzuführen. Marokko ist bestrebt zu untersuchen wie der Plan zur Nachhaltigkeit des Landwirtschaftssektors und einem landesweiten Übergang zu einer nachhaltigen Gesellschaft beiträgt.

    Unabhängig von länderspezifischen Umständen zeugt die Berücksichtigung von ökologischen Risiken bei der wirtschaftlichen Gestaltung und Entwicklung des Landes nicht nur von Weitblick — es ist zu einer Notwendigkeit geworden.

    Berechnen Sie Ihren Ökologischen Fußabdruck hier und finden Sie heraus, wie Sie diesen verringern können:
    http://www.footprintnetwork.org/calculator

    To learn more about Global Footprint Network please go to http://www.myprgenie.com/company/profile/global-footprint-network.

  • Rekordrückgang der Eisschilde

    Rekordrückgang der Eisschilde: Wissenschaftler kartieren erstmals die Höhenveränderungen der Gletscher auf Grönland und in der Antarktis

    Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), haben mit Hilfe des ESA-Satelliten CryoSat-2 erstmals flächendeckende Karten der Eisschilde auf Grönland und in der Antarktis erstellt und dabei nachweisen können, dass die Eispanzer beider Regionen derzeit in einem Rekordtempo schrumpfen. Insgesamt verlieren die Eisschilde pro Jahr rund 500 Kubikkilometer Eis. Diese Menge entspricht einer Eisschicht, die rund 600 Meter dick ist und sich über das gesamte Stadtgebiet Hamburgs erstreckt. Die Karten und Ergebnisse dieser Studie erscheinen heute in The Cryosphere, dem frei zugänglichen Onlinemagazin der European Geoscience Union (EGU).

    „Die neuen Karten sind Momentaufnahmen, die uns den aktuellen Zustand der Eisschilde zeigen. Ihre Höhenangaben sind bis auf wenige Meter genau und decken eine Eisfläche von insgesamt 16 Millionen Quadratkilometer ab. Das sind 500.000 Quadratkilometer mehr als in vorhergehenden Darstellungen, die auf Höhenmessungen basieren“, sagt Leitautor Dr. Veit Helm, Glaziologe am Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven.

    Für die neuen digitalen Karten hatten die AWI-Wissenschaftler sämtliche Daten des CryoSat-2-Radar-Altimeters SIRAL ausgewertet. Altimeter messen die Höhe eines Eisschildes, in dem sie Radar- oder Laserimpulse Richtung Erde aussenden. Diese Signale werden von der Oberfläche des Gletschers oder von den umliegenden Wasserflächen reflektiert und anschließend wieder vom Satelliten erfasst. Den Wissenschaftlern ist es auf diese Weise gelungen, auch die Höhenverteilung einzelner Gletscher genau zu bestimmen und aussagekräftige Karten zu erstellen.

    Zusätzlich zu den flächendeckenden Karten der Eisschilde dokumentierten die Forscher auf Basis weiterer CryoSat-2-Daten, wie sich die Dicke der Eisschilde im Zeitraum der Jahre 2011 bis 2014 verändert hat. Eisschilde wachsen, wenn Schnee auf ihre Oberfläche fällt, dort liegen bleibt und zu Eis wird. Sie verlieren Volumen und Masse, indem Eis schmilzt oder Gletscher die Eismassen Richtung Meer abtransportieren. „Wir müssen verstehen, wo und in welchem Ausmaß sich die Höhenverteilung der Gletscher verändert. Nur so können wir die Ursache dieser Veränderungen untersuchen und herausfinden, wie stark der Rückgang der Eisschilde zum Anstieg des globalen Meeresspiegels beiträgt“, sagt Veit Helm.

    Für die Darstellung der Höhenveränderungen hatte das AWI-Wissenschaftlerteam über 200 Millionen SIRAL-Messpunkte für die Antarktis und rund 14,3 Millionen Messpunkte für Grönland ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass allein der grönländische Eispanzer pro Jahr rund 375 Kubikkilometer Eis einbüßt. „Wenn wir diese aktuellen Daten mit jenen des ICESat-Satelliten aus dem Jahr 2009 vergleichen, hat sich der Massenverlust des grönländischen Eisschildes seit jener Zeit verdoppelt. Die Verlustrate des Westantarktischen Eisschildes ist im gleichen Zeitraum um das Dreifache gestiegen. Rechnet man beides zusammen, nimmt das Volumen beider Eisschilde derzeit um 500 Kubikkilometern pro Jahr ab. Das ist die höchste Verlustrate seit Beginn der Satelliten-Höhenmessungen vor rund 20 Jahren“, sagt Prof. Dr. Angelika Humbert, Glaziologin am Alfred-Wegener-Institut und Co-Autorin der aktuellen Studie.

    Die schnellsten Höhenveränderungen beobachten die Wissenschaftler am westgrönländischen Jakobshavn Isbræ-Gletscher sowie am Pine-Island-Gletscher in der Westantarktis. Über den Jakobshavn Isbræ wissen Forscher seit Februar 2014, dass er mit einer Spitzengeschwindigkeit von bis zu 46 Metern am Tag ins Meer fliesst. Der Pine-Island-Gletscher machte u.a. im Juli 2013 Schlagzeilen. Damals berichteten AWI-Forscher, dass ein Tafeleisberg so groß wie die Fläche Hamburgs von seiner Schelfeisspitze abgebrochen war.

    Aber: Während die Gletscher der Westantarktis und auf der Antarktischen Halbinsel schrumpfen, wächst der Eispanzer der Ostantarktis – allerdings in einem so geringen Maße, dass die Zuwächse die Verluste auf der anderen Seite des Kontinents nicht ausgleichen können.

    Studie: Veit Helm / Angelika Humbert/ Heinrich Miller: Elevation and elevation change of Greenland and Antarctica derived from CryoSat-2, The Cryosphere

    http://www.awi.de/de/aktuelles_und_presse/pressemitteilungen/detail/item/record_decline_of_ice_sheets_for_the_first_time_scientists_map_elevation_changes_of_greenlandic_and/?cHash=5d6e3e15d60514ebeea080218982ed6a

  • Aquakultur in China schädigt Seegraswiesen

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    Mit Kleinalgen überwucherte Seegräser, Hainan
    Lucia Herbeck, ZMT

    Aquakultur in China schädigt Seegraswiesen

    Im Rahmen eines deutsch-chinesischen Kooperationsprojektes untersuchten Wissenschaftler vom Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT) in Bremen die Auswirkung intensiver Aquakultur auf Seegraswiesen in chinesischen Küstengebieten. Mit steigender Anzahl der Zuchtteiche stellten die Forscher eine zunehmende Schädigung der Seegräser fest. Die Wuchsdichte nahm ab, die Artenvielfalt der Gräser sank, an stark belasteten Orten war der Seegrasbewuchs ganz zurückgegangen. Die Forschungsergebnisse wurden im Marine Pollution Bulletin veröffentlicht.

    Das Team von deutschen und chinesischen Wissenschaftlern untersuchte auf der tropischen Insel Hainan Seegraswiesen in Küstengebieten, die unterschiedlich stark mit Garnelenteichen durchsetzt waren. „Wir konnten den Weg der Abwässer aus den Zuchtteichen bis ins Zellgewebe der Seegräser einige Kilometer vor der Küste verfolgen“, so der ZMT-Projektleiter Dr. Tim Jennerjahn. Während der beiden Expeditionen in 2008 und 2009 stellten die Forscher mit steigender Anzahl der Zuchtteiche eine zunehmende Schädigung der Seegräser fest. Die Wuchsdichte nahm ab, die Artenvielfalt der Gräser sank, an stark belasteten Orten war der Seegrasbewuchs ganz zurückgegangen.

    Die Forscher fanden eine große Menge an Schwebstoffen im Meer vor der Küste: organisches Material und Sedimente aus dem Hinterland, dazu Nahrungsabfälle und Exkremente der Zuchttiere aus den Teichen. Den Seegräsern nahmen sie das lebenswichtige Sonnenlicht. Kleinalgen, die als Epiphyten auf den Gräsern wachsen, hatten sich durch das Überangebot an Nährstoffen rapide vermehrt. „Wie ein dichter Teppich überzogen sie die Gräser und beschatteten sie“, beschreibt die Meeresökologin Dr. Lucia Herbeck vom ZMT ihre Beobachtungen. Die Wissenschaftler konnten außerdem nachweisen, dass die Seegräser giftigen Schwefelverbindungen ausgesetzt sind, deren Bildung durch Aquakulturabfälle angekurbelt wird.

    Mit einem Zuwachs von durchschnittlich 8,8% pro Jahr nimmt die Produktion von Fischen und Meeresfrüchten aus Aquakultur weltweit rasant zu, wobei China das Land mit den meisten Aquakulturanlagen ist. Für die Anlage von Zuchtteichen werden häufig Mangroven abgeholzt, welche eine wichtige Funktion als Filter von Nährstoffen, Schadstoffen und Sedimenten aus dem Hinterland haben. Gleichzeitig werden durch die meist ungefilterten Abwässer aus den Teichen zusätzliche Nährstoffe in die Küstengewässer geleitet mit bislang unbekannten Folgen für angrenzende Küstenökosysteme.

    Seegraswiesen bedecken weltweit eine Fläche von schätzungsweise 18 Millionen Hektar und spielen im globalen Kohlenstoffkreislauf eine außerordentlich wichtige Rolle als Kohlenstoffsenke. Sie dienen darüber hinaus als Kinderstube einer großen Anzahl wirtschaftlich wichtiger Fisch- und Schalentiere und sind eine Futterquelle für große Meerestiere wie Schildkröten und Seekühe. Vor einigen Jahren schätzte ein internationales Autorenteam den ökonomischen Wert dieses Lebensraums auf 19.000 US Dollar pro Jahr und Hektar – mehr als doppelt so viel wie Mangroven, Korallenriffen oder dem tropischen Regenwald zugeschrieben wurde. Durch den Rückgang des Seegraswiesenbestands von jährlich 7% ist die Artenvielfalt in tropischen Küstengebieten akut bedroht. Das ZMT wird daher seine Untersuchungen zur Reaktion der Seegraswiesen auf Umweltveränderungen in den kommenden Jahren intensivieren.

    Die Forschungen waren Teil des vom ZMT geleiteten Großprojektes Land-Sea Interactions of Coastal Ecosystems in Tropical China (LANCET), welches gemeinsam mit der University of Hainan, dem Second Institute of Oceanography, der Ocean University of China, der East China Normal University, sowie der Universität Bremen und der Universität Hamburg von 2006 bis 2011 lief.

    Zum LANCET-Projekt: http://www.zmt-bremen.de/LANCET.html

    Publikation:
    Herbeck, LS., Sollich, M., Unger, D., Holmer, M., Jennerjahn., T.C. (2014). Impact of pond aquaculture effluents on seagrass performance in NE Hainan, tropical China. Marine Pollution Bulletin, DOI:10.1016/j.marpolbul.2014.05.050

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    Gesunde Seegraswiese mit Seestern und Seeigel vor Sansibar
    Katharina Schubert, ZMT

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