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  • Nordseebewohner mit Strichcode - Bibliothek für Meerestiere

    krabbe_hemigrapsus

    Ihr Artstatus konnte mit Hilfe der Barcoding-Datenbank geklärt werden: Die Krabbe Hemigrapsus takanoi. Foto Alexandra Sehgelken-Voigt

    Nordseebewohner mit Strichcode - Barcodebibliothek für Meerestiere aufgebaut

    Wissenschaftler von Senckenberg am Meer in Wilhelmshaven haben eine DNA-Datenbank für Nordsee-Tiere aufgebaut. Insgesamt hat die Forschergruppe Erbgut-Informationen von bislang über 500 Arten und 3500 Individuen gespeichert, inklusive zahlreiche Fische und Krebse. Erste Ergebnisse sind in den Fachjournalen „Molecular Ecology Resources“ und „Organisms, Diversity & Evolution“ erschienen.

    Seit mehr als hundert Jahren gibt es in der Nordsee kommerzielle Fischerei. Heute liefert das Schelfmeer etwa 5 Prozent des globalen Fischbedarfes – mit der Konsequenz, dass heimische Fischarten, wie Kabeljau, Scholle oder Seezunge im Bestand bereits deutlich reduziert sind.

    „Um potentiell bedrohte Arten zu schützen und Bestandaufnahmen kommerziell wichtiger Fische vorzunehmen, müssen diese aber erst einmal eindeutig identifiziert werden“, sagt Dr. Michael Raupach aus der Abteilung Deutsches Zentrum für Marine Biodiversitätsforschung ( DZMB ) von Senckenberg am Meer in Wilhelmshaven. Der Meeresbiologe ist Leiter der Nachwuchsforschergruppe „Molekulare Taxonomie Mariner Organismen“ und baut dort seit knapp vier Jahren eine Sequenzbibliothek für die Nordseefauna auf.

    „Unsere ‚Sequenzbibliotheken‘ beinhalten so genannte DNA-Barcodes – genetische Identifizierungs-Codes, vergleichbar mit dem Strichcode an der Supermarktkasse – sowie weitere molekularbiologische Marker“, erklärt Raupach. Durch den Vergleich mit den gespeicherten Daten in einer solchen Bibliothek können einzelne Individuen schneller erkannt und Veränderungen in der Nordseefauna zeitnah dokumentiert werden.

    Und die Erfolgsquoten bei der Identifizierung der Tiere ist hoch: „Mit unserer Barcode-Datenbank können wir 93 nordatlantische Fischarten mit hundertprozentiger Sicherheit bestimmen“, erläutert der bei der Studie federführende Wilhelmshavener Meeresforscher Dr. Thomas Knebelsberger. Dies schließt insbesondere eine nun einwandfreie Bestimmung von Fischeiern und -larven ein.

    „Das macht unsere Forschung aus: Der Einsatz von modernen Methoden mit dem Ziel die Artenvielfalt zu verstehen, zu schützen und natürliche Ressourcen nachhaltig zu nutzen“, freut sich Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, über das 2012 im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ ausgezeichnete Projekt. Senckenberg ist dabei auf einer Linie mit der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, die empfiehlt die neuen Möglichkeiten der Taxonomie optimal zu nutzen und die Beschreibung aller Arten Mitteleuropas voranzutreiben.

    Die Barcode-Datenbank kann zudem Licht in bisher ungeklärte wissenschaftliche Fragestellungen bringen. „Mithilfe unserer Daten sowie morphologischen Merkmalen konnten wir endlich den Artstatus der in der Nordsee invasiven Krabbe Hemigrapsus takanoi klären“, ergänzt Raupach, welcher die Studie in Kooperation mit Dr. Achim Wehrmann und Alexandra Markert aus der Abteilung Meeresforschung durchführte. Die aus Asien eingeschleppte Art wurde in Deutschland und ihren Heimatländern häufig mit der sehr ähnlich aussehenden Krabbe Hemigrapsus penicillatus verwechselt.

    „Besonders in Gebieten, in denen intensive Aquakultur betrieben wird oder der Hafenbetrieb in Zukunft ausgeweitet werden soll, ist eine klare Identifizierung von eingewanderten Tieren hinsichtlich der Abschätzung ihres Risikopotentials enorm wichtig“, fasst Raupach zusammen.

    Weitere, derzeit in Vorbereitung befindliche Barcoding-Studien sollen die genetische Variabilität von weiteren Krebsarten sowie Stachelhäutern und Weichtieren der Nordsee analysieren.

    Publikationen
    Knebelsberger, T., Landi, M., Neumann, H., Kloppmann, M., Sell, A. F., Campbell, P. D., Laakmann, S., Raupach, M. J., Carvalho, G. R. and Costa, F. O. (2014), A reliable DNA barcode reference library for the identification of the North European shelf fish fauna. Molecular Ecology Resources. doi: 10.1111/1755-0998.12238

    Alexandra Markert & Michael J. Raupach & Alexandra Segelken-Voigt & Achim Wehrmann (2014): Molecular identification and morphological characteristics of native and invasive Asian brush-clawed crabs (Crustacea: Brachyura) from Japanese and German coasts: Hemigrapsus penicillatus (De Haan, 1835) versus Hemigrapsus takanoi Asakura & Watanabe 2005. Org Divers Evol
    DOI 10.1007/s13127-014-0176-4

    http://www.senckenberg.de/root/index.php?page_id=5206&year=0&kid=2&id=3240

  • Goal 14 Conservation of Oceans by Sustainable Development Goals

    Goal 14 Oceans:
    Outcome Document "Sustainable Development Goals" OWG 2014

    Introduction to the Proposal of The Open Working Group for Sustainable Development Goals

    The Rio+20 outcome document, The future we want, inter alia, set out a mandate to establish an Open Working Group to develop a set of sustainable development goals for consideration and appropriate action by the General Assembly at its 68th session. It also provided the basis for their conceptualization. The Rio outcome gave the mandate that the SDGs should be coherent with and integrated into the UN development agenda beyond 2015.
    ...

    This is said on oceans

    Proposed goal 14. Conserve and sustainably use the oceans, seas and marine resources for sustainable development

    14.1 by 2025, prevent and significantly reduce marine pollution of all kinds, particularly from land-based activities, including marine debris and nutrient pollution

    14.2 by 2020, sustainably manage, and protect marine and coastal ecosystems to avoid significant adverse impacts, including by strengthening their resilience and take action for their restoration, to achieve healthy and productive oceans

    14.3 minimize and address the impacts of ocean acidification, including through enhanced scientific cooperation at all levels

    14.4 by 2020, effectively regulate harvesting, and end overfishing, illegal, unreported and unregulated (IUU) fishing and destructive fishing practices and implement science-based management plans, to restore fish stocks in the shortest time feasible at least to levels that can produce maximum sustainable yield as determined by their biological characteristics

    14.5 by 2020, conserve at least 10 per cent of coastal and marine areas, consistent with national and international law and based on best available scientific information

    14.6 by 2020, prohibit certain forms of fisheries subsidies which contribute to overcapacity and overfishing, and eliminate subsidies that contribute to IUU fishing, and refrain from introducing new such subsidies, recognizing that appropriate and effective special and differential treatment for developing and least developed countries should be an integral part of the WTO fisheries subsidies negotiation *

    14.7 by 2030 increase the economic benefits to SIDS and LDCs from the sustainable use of marine resources, including through sustainable management of fisheries, aquaculture and tourism

    14.a increase scientific knowledge, develop research capacities and transfer marine technology taking into account the Intergovernmental Oceanographic Commission Criteria and Guidelines on the Transfer of Marine Technology, in order to improve ocean health and to enhance the contribution of marine biodiversity to the development of developing countries, in particular SIDS and LDCs

    14.b provide access of small-scale artisanal fishers to marine resources and markets

    14.c ensure the full implementation of international law, as reflected in UNCLOS for states parties to it, including, where applicable, existing regional and international regimes for the conservation and sustainable use of oceans and their resources by their parties

    http://sustainabledevelopment.un.org/focussdgs.html

  • Neues Tiefsee-Bohrgerät vor erstem Einsatz

    Neues Tiefsee-Bohrgerät vor erstem Einsatz

    MARUM-MeBo200 der Öffentlichkeit vorgestellt

    Nach vierjähriger Entwicklungs- und Bauphase wurde das neue Meeresboden-Bohrgerät MARUM-MeBo200 des Bremer Zentrums für Marine Umweltwissenschaften heute im Rahmen einer Feier mit den Projektpartnern der Öffentlichkeit vorgestellt. Wissenschaftlich und technisch erprobt wird das Hightech-Instrument in der zweiten Oktoberhälfte dieses Jahres auf einer Fahrt mit dem neuen Forschungsschiff SONNE. Das gut acht Millionen Euro teure System wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert.

    Mit dem rund zehn Tonnen schweren MARUM-MeBo200 steht jetzt ein ferngesteuertes Bohrgerät zur Verfügung, das sich von größeren Forschungsschiffen einsetzen lässt. Das weltweit einzigartige mobile Bohrgerät ist für den Einsatz in Wassertiefen von bis zu 2.700 Meter ausgelegt. Vier große, tellerartige Füße verleihen dem sechs Meter hohen Bohrturm die nötige Standfestigkeit am Meeresgrund, wo er bis zu 200 Meter lange Kerne von Lockersedimenten und Festgesteinen erbohren kann.

    „Wir hatten bereits ab 2005 ein Vorgängermodell entwickelt, das 70 Meter tief bohren kann“, sagt der frühere Direktor des MARUM, Prof. Gerold Wefer. Im Vergleich zu MeBo70 bietet das neue System allerdings vielfältige Vorteile:

    Da das Gerät tiefere Sedimentschichten erbohren kann, lassen sich so länger zurück liegende Abschnitte der Klima- und Umweltgeschichte entschlüsseln.

    Bis in die jüngste Vergangenheit haben untermeerische Hangrutschungen Tsunamis ausgelöst; MARUM-MeBo200 versetzt Geowissenschaftler in die Lage, dickere Rutschungspakete zu durchbohren, um die Physik und die Dynamik solcher Ereignisse besser zu verstehen.

    MARUM-MeBo200 lässt sich zudem mit einem speziellen Lot ausrüsten, um Methanhydrate im Meeresboden beproben. Die eisartige Substanz gilt als potentielle Rohstoffquelle der Zukunft, ist aufgrund ihrer Treibhauswirkung aber auch als Klimarisiko im Gespräch. Wenn Hydrate mit traditionellen Loten an Deck gebracht werden, zerfallen sie sehr schnell. Das Speziallot bietet dagegen weit bessere Untersuchungsmöglichkeiten, denn seine druckfeste Kammer garantiert, dass die Hydrate stabil bleiben.

    MARUM-MeBo200 kann in Meerestiefen von bis zu 2.700 Meter eingesetzt werden, also gut ein Drittel tiefer als das Vorgängergerät. Damit können jetzt tiefere Regionen etwa der mittelozeanischen Rücken erforscht werden. Dort interessieren sich die Wissenschaftler vor allem für die geologisch-chemisch geprägten Prozesse an schwarzen und weißen Rauchern, die über die chemische Zusammensetzung des Meerwassers und damit auf lange Sicht auch über das Klimageschehen mitbestimmen.

    „Mit dem neuen Bohrsystem bauen wir die weltweite Spitzenstellung Bremens, aber auch Deutschlands in der Tiefseetechnologie weiter aus“, betont Prof. Michael Schulz. Der Direktor des MARUM verweist darauf, dass auf internationaler Ebene, etwa im Rahmen des weltweiten International Ocean Discovery Program IODP, bereits intensiv über Einsätze des Bremer Bohrgeräts diskutiert wird. Zwar müssen Bohrgerät und Gestänge, Winde, Steuerungs- und Aussetzeinheit, Hydraulik und Stromversorgung in sieben Containern zu den Ausgangshäfen der Expeditionen verschickt werden. „Dennoch bietet MARUM-MeBo200 die Möglichkeit, deutlich kostengünstiger als mit Bohrschiffen wertvolle Proben aus der Tiefsee zu gewinnen“, sagt Michael Schulz.

    http://www.marum.de/MARUM-MeBo200_der_Oeffentlichkeit_vorgestellt.html

  • Neue Kalkschwamm-Arten in antarktischen Tiefen entdeckt

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    Der winzige Schwamm Leucetta weddelliana wurde aus etwa 600 Meter Tiefe geborgen.
    © Senckenberg

    Neue Mitglieder im Tiefsee-Club - Zwei neue Kalkschwamm-Arten in antarktischen Tiefen entdeckt

    Die Wissenschaftlerin Dr. Dorte Janussen vom Senckenberg Forschungsinstitut hat gemeinsam mit einem skandinavischen Forscherteam zwei neue Kalkschwamm-Arten aus dem antarktischen Weddell-Meer beschrieben. Bisher wurden rund um die Antarktis insgesamt 50 Arten dieser alten Tiergruppe mit Kalkskeletten beschrieben. 44 der Kalkschwammarten gibt es ausschließlich in den antarktischen Gewässern. Die zugehörige Studie ist kürzlich im Fachjournal „Zootaxa“ erschienen.

    Kalkschwämme sind meist nur wenige Zentimeter groß, haben ein fragiles Skelett und werden häufig als reine Flachwasserbewohner beschrieben. „Es gibt sie aber durchaus auch in tieferen Gewässern“, erklärt PD Dr. Dorte Janussen, Meeresbiologin am Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt. „Die geringe Größe und die Zerbrechlichkeit der kalkigen Skelett-Elemente dieser Schwämme ist wohl ein Grund dafür, dass bisher nicht viele der im Tiefwasser lebenden Organismen entdeckt wurden.“

    Janussen und ihr Doktorand Christian Göcke haben nun – gemeinsam mit dänischen und norwegischen Kollegen – zwei neue Arten antarktischer Kalkschwämme beschrieben. „Wir haben die Schwämme bei einer Expedition im Jahr 2008 aus einer Tiefe von etwa 600 Metern aus dem antarktischen Weddellmeer geborgen“, erzählt die Frankfurter Meeresbiologin und ergänzt: „Die Schwammfauna im antarktischen Ozean ist einzigartig. Nur sechs der 50 dort lebenden Kalkschwammarten wurden auch in anderen Gebieten gefunden“.

    Janussen hatte vor rund zehn Jahren die ersten in der antarktischen Tiefsee gefundenen Kalkschwämme beschrieben: Die Schwämme Dermatreton scotti und Guancha sp. wurden aus einer Tiefe von 1120 Metern, der Schwamm Pericharax sogar aus 4065 Metern Tiefe an Deck des Forschungsschiffes Polarstern geholt. „Das Vorkommen von kalkigen Organismen unterhalb von 4000 Metern und damit unterhalb der Karbonat-Kompensations-Tiefe ist wirklich erstaunlich“, betont Janussen und fügt hinzu: „Aufgrund des hohen Kohlendioxid-Partialdrucks löst sich Kalk normalerweise unterhalb dieser Grenze auf. Die Skelette der von uns gefundenen Schwämme zeigen aber keinerlei Zeichen der Auflösung.“
    Die Wissenschaftlerin vermutet, dass eine im Mikroskop beobachtete organische Lamelle oder Membran das kalkige Skelett der Schwämme vor dem umgebenden Meerwasser schützt.

    „Bisher wurden aus Tiefen unter 2000 Metern nur vereinzelt Kalkschwammarten beschrieben“, erzählt Janussen. „Dies liegt sicherlich auch daran, dass die Sammelmethoden in der Tiefsee – besonders für kleine, zerbrechliche Meeresbewohner – nicht immer geeignet sind, um alle dort lebenden Tiere zu erfassen.“

    Die neusten Entdeckungen in der Antarktis zeigen aber, dass Kalkschwämme keineswegs „Exoten“ unter den Tiefwasserbewohnern sind und deren Artenvielfalt wahrscheinlich viel höher ist, als bisher angenommen.

    Publikation
    RAPP, HANS TORE et al.
    Two new species of calcareous sponges (Porifera: Calcarea) from the deep Antarctic Eckström Shelf and a revised list of species found in Antarctic waters. Zootaxa, [S.l.], v. 3692, n. 1, p. 149–159, jul. 2013. ISSN 1175-5334. doi:http://dx.doi.org/10.11646/zootaxa.3692.1.9.

    http://www.senckenberg.de/root/index.php?page_id=5206&kid=2&id=3235

    Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten und nachhaltig nutzen zu können - dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr fast 200 Jahren. Ausstellungen und Museen sind die Schaufenster der Naturforschung, durch die Senckenberg aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse mit den Menschen teilt und Einblicke in vergangene und gegenwärtige Veränderungen der Natur, ihrer Ursachen und Wirkungen, vermittelt. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.

  • Deutsche Wal- und Delfinschützer demonstrieren auf den Färöer-Inseln gegen die Grindwaljagd

    Deutsche Wal- und Delfinschützer demonstrieren auf den Färöer-Inseln gegen die Grindwaljagd

    Alljährlich werden auf den europäischen Färöer-Inseln im Nordatlantik mit etwa 48.000 Einwohnern meist mehr als tausend Grindwale und andere Delfine an die Strände getrieben und brutal abgeschlachtet. Die Geschäftsführer der Tierschutzorganisationen Wal- und Delfinschutz-Forum WDSF (Jürgen Ortmüller) und ProWal (Andreas Morlok) haben für kommenden Dienstag die historisch erste offizielle Demonstrationen gegen das Walschlachten in der Inselhauptstadt Tórshavn angekündigt.

    Die Aktivität der Tierschützer löste in verschiedenen Internet-Foren bereits im Vorfeld bei einigen Färingern heftigste Beschimpfungen und sogar Morddrohungen aus. "Nazis go home" und "bullshit" gehörten dabei zum Standardrepertoire.

    Vor vier Jahren waren die beiden Tierschutzaktivisten bereits als Undercover-Angler getarnt auf den Färöer-Inseln und konnten mehrfach Missstände bei der Grindwaljagd dokumentieren, die vom WDSF bei der Generalstaatsanwaltschaft in Kopenhagen (Dänemark) zur Anzeige gebracht wurden. Die Inselgruppe ist zwar autonom, jedoch obliegen die Bereiche der Justiz und der Verteidigung dem Mutterland Dänemark. In der Folge der Anzeige wurde ein Gesetz erlassen, das ab 2015 nur noch Personen mit einer erworbenen Lizenz erlaubt, an den Treibjagden teilzunehmen. Bisher dürfen sich noch alle Einwohner mit ihren Kindern ab 14 Jahre und auch Touristen an dem blutigen Gemetzel beteiligen. Restaurants und Märkte benötigen seit der Anzeige eine Genehmigung der Gesundheitsbehörde zum kommerziellen Grindwalfleischverkauf. Gleichwohl wird das mit Umweltgiften belastete Walfleisch auch Touristen entgeltlich zum Verzehr angeboten.

    Die Färinger berufen sich auf ihren autonomen Status und ihre Nicht-EU-Zugehörigkeit, die ihnen die Grindwaljagd erlaubt. Der von den Einwohnern genannte "Grindadráp" endet meist in volksfestähnlicher Stimmung. Jeder, der sich in Listen eingetragen hat, erhält kostenlos zugeordnete Quoten an Fleisch und Speck der Grindwale. Die letztjährige Fleischmenge von 1.104 getöteten Grindwalen im Zeitraum vom 21. Juli bis 14. November belief sich auf rund 315.000 Kilogramm Walfleisch und etwa 280.000 Kilogramm Walspeck. Hinzu kam das Fleisch von 430 getöteten Weißseiten-Delfinen.

    Andres Morlok (ProWal): "Der Konsum des mit Quecksilber, PCBs und anderen Giften kontaminierten Grindwalfleisches trägt zur schleichenden Vergiftung der Bevölkerung bei. Der Leiter der örtlichen Gesundheitsbehörde, Pál Weihe, kam nach einer Studie, die mehrere renommierte Wissenschaftler im Jahr 2012 erstellten, zu der Schlussfolgerung, dass Grindwalfleisch und -speck nicht mehr für den menschlichen Verzehr geeignet sind. Die färöische Regierung kann es sich nicht mehr leisten, das Wichtigste was es hat, seine Bewohner und auch seine ausländischen Gäste, nicht ausreichend zu schützen. Wir haben die Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgefordert, auf die färöische Regierung einzuwirken, damit der Grindwalfang gänzlich verboten wird. Nahrungsmittel hat das reiche Land genügend. 2008 gab es keinen Grindwalfang und niemand musste deshalb an Hunger leiden. Wir baten auch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) gegen den Grindwalfang zu intervenieren. Wir haben Indizien dafür, dass sich nach ihrer jahrhundertelangen Bejagung mit der Tötung von mehr als 266.000 Tieren, die Grindwalbestände nicht mehr erholen und diese Art ohne Not an den Rand der Ausrottung gebracht wird."

    Die beiden Tierschützer haben im Hinblick auf die massiven Drohungen Polizeischutz bei der Behörde in Tórshavn beantragt und das Auswärtige Amt in Berlin informiert. Mehr als 90 Personen hatten sich für die Färöer-Demonstration auf einer online-Veranstaltungsseite angemeldet. Aus Sicherheitsgründen haben die Veranstalter nun darum gebeten, von der Teilnahme an der Demonstration abzusehen. Die beiden Geschäftsführer wollen sich der Herausforderung nun alleine stellen.

    Jürgen Ortmüller (WDSF): "Die Polizei hat uns mitgeteilt, dass wir willkommen seien, obwohl unsere Demo auf den höchsten Nationalfeiertag, die Ólavsøka, fällt. Den Färingern hat es noch nie gefallen, mit ihrer unzeitgemäßen Tradition im kritischen Licht der Öffentlichkeit zu stehen. Wir wollen dennoch friedlich auf die barbarische Treibjagd der Grindwale aufmerksam machen, die weltweit verurteilt wird. Die Demonstration wird erst der Anfang von weiteren Aktivitäten sein. Wir werden die deutschen Kreuzfahrtunternehmen AIDA und TUI Cruises erneut auffordern, nicht das Risiko von Augenzeugenberichten einer blutigen Treibjagd ihren Gästen zuzumuten. Kinder könnten traumarisiert werden."

    AIDA hatte im letzten Jahr nach intensivem Druck des WDSF zwei geplante Färöer-Anlandungen gestoppt und den Ministerpräsidenten der Färöer-Inseln, Kaj Leo Holm Johannesen, in einem Brief gebeten, den unzeitgemäßen Grindwalfang zu beenden.

    Hintergrund:

    WDSF: http://www.wdsf.eu/index.php/aktionen/faeroeer-walfang ProWal: http://www.walschutzaktionen.de/2318201.html

  • Its a Plastic World - great short movie

    Movie in German
    http://itsaplasticworld.com/movie-deutsch/

    In my holidays I saw a secluded beach that was littered with plastic waste. I asked myself how this could be possible. Back home, I began to fathom the causes of this. The problem is that the ocean is completely polluted with plastic. A lot of plastic is washed up on beaches worldwide. This and many other bad facts led me to make my degree movie about the material plastic and its follow far-reaching.

    It took weeks collecting facts, writing a story and draw a storyboard. After four months production time the movie is finished. With two excellent speakers and a nice music, made by Alexander Rösch, I’m very proud to present you “It’s a plastic world”. Many NGO’s like Greenpeace, WWF or PlasticOceans endorsed the movie und spread it too. I’m very glad for everyone who will spread the movie!!

    http://itsaplasticworld.com/

  • Neuer Bericht fordert umfassenden Schutz des Weddell-Meeres

    Neuer Bericht fordert umfassenden Schutz des Weddell-Meeres

    Berlin: Um die Antarktis soll ein Netzwerk von Meeresschutzgebieten entstehen. Vor diesem Hintergrund hat die Antarctic Ocean Alliance (AOA) heute ihren neuen Bericht „Vermächtnis des Südlichen Ozeans: Eine Vision für den Schutz des Weddell-Meeres“ (Antarctic Ocean Legacy: Towards Protection of the Weddell Sea Region) veröffentlicht. Dieser Bericht soll einen wichtigen Beitrag leisten zu den aktuellen wissenschaftlichen und politischen Bemühungen, eines der letzten weitgehend intakten Ökosysteme der Erde – dem Weddell-Meer südlich des Atlantischen Ozeans – effektiv zu schützen. Derzeit erarbeiten Deutschland und Russland gemeinsam einen Vorschlag für ein Meeresschutzgebiet in dieser Region. Der Bericht ist ein Teil des Vorschlags der AOA zur Schaffung von Meeresschutzgebieten (MSG) und Fangverbotszonen in 19 Regionen rund um die Antarktis.

    „Deutschland hat die ökologische Bedeutung des Weddell-Meeres erkannt und führt gemeinsam mit Russland den Prozess an, der den Schutz dieser überaus wichtigen Region zum Ziel hat. Die AOA unterstützt diese Zusammenarbeit und begrüßt die Zusage Russlands für die Schaffung von Meeresschutzgebieten“, sagt Dr. Onno Groß von der Meeresschutzorganisation DEEPWAVE.

    Durch Schutzmaßnahmen für die im neuen AOA-Bericht besonders hervorgehobenen Regionen und durch Beachtung des Vorsorgeprinzips kann die Kommission für die Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (Commission for the Conservation of Antarctic Marine Living Resources – CCAMLR) Bereiche schützen, die insgesamt ein breites, repräsentatives Spektrum an Arten, Lebensräumen und Ökosystemen im Weddell-Meer umfassen – von der oberen Zone der Wassersäule bis zum Meeresboden –, darunter wichtige Biodiversitäts-Hotspots.

    „Große, vollständig geschützte Fangverbotszonen sind ein unerlässliches Mittel zur Wahrung der unglaublichen Biodiversität des Weddell-Meeres“, betont Andrea Kavanagh, die für The Pew Charitable Trusts die Kampagnenarbeit für Fangverbotszonen koordiniert. „Die Mitgliedsstaaten der Kommission haben die Aufgabe, umfassende Schutzmaßnahmen für die Gewässer rund um die Antarktis zu erlassen, aber bis heute ist es ihnen trotz mehrjähriger Verhandlungen und Diskussionen nicht gelungen, Schutzzonen für das Ross-Meer und die Ostantarktis auszuweisen. Wir begrüßen die Zusammenarbeit Deutschlands und Russlands am Vorschlag zum Weddell-Meer und hoffen, dass hierdurch für die Sitzung der Kommission kommenden Oktober ein Ende des bislang herrschenden Stillstands signalisiert wird.“

    Das eisbedeckte, wilde und abgelegene Weddell-Meer ist für Menschen oft unzugänglich. In den letzten Jahrzehnten hat sich jedoch mit zunehmender Forschungstätigkeit das vielseitige Bild eines äußerst lebendigen marinen Ökosystems herausgebildet, das von Strömungen, Formationen am Meeresgrund und Eis gezeichnet wird.

    „Die Einrichtung eines Netzwerks von Schutzgebieten im Weddell-Meer kann dazu beitragen, dass die Krill-Bestände und Tiere der oberen trophischen Ebene wie Wale, Robben und Kaiserpinguine weiter gedeihen. Zudem dient ein solcher Schutz der Steigerung der Widerstandsfähigkeit dieser Region gegen die Versauerung des Ozeans, den Klimawandel und steigende Fischereiinteressen“, so Tim Packeiser, Meeresschutzexperte beim WWF.

    Klimawandel
    Der Bericht macht deutlich, dass das Weddell-Meer besonders anfällig ist für Schäden, die durch den Klimawandel und die Versauerung des Ozeans verursacht werden, und führt Beispiele für Veränderungen an, die schon heute zu beobachten sind, darunter ein scharfer Kontrast zwischen dem westlichen und dem östlichen Sektor. Im neben der westlichen Antarktischen Halbinsel gelegenen westlichen Sektor, der zu den sich am schnellsten erwärmenden Regionen der Erde zählt, geht die Erwärmung mit einem Rückgang des Meereises einher. Im östlichen Sektor dagegen nimmt das Meereis seit Jahrzehnten zu und trägt entscheidend zur allgemeinen Steigerung der Ausdehnung des Meereises im Südlichen Ozean bei.

    „Die Schaffung neuer MSG in wichtigen Ökosystemen wie dem Weddell-Meer ist ein wesentlicher Schritt auf dem Weg hin zu einer Steigerung der Widerstandsfähigkeit des Südlichen Ozeans, der der Antarktis angesichts des drohenden Klimawandels wesentliche Unterstützung bieten kann“, so Fabian Ritter von Whale and Dolphin Conservation (WDC).

    Der Weg zur CCAMLR
    Die AOA ruft alle Staaten, die der Kommission für die Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (CCAMLR) angehören, dringend dazu auf, 2014 weiträumige, dauerhafte und durch ökologische Vielfalt gekennzeichnete MSG in der Ostantarktis und dem Ross-Meer zu schaffen. Daneben appelliert die AOA an Russland und Deutschland, einen fundierten Vorschlag für Meeresschutzgebiete im Weddell-Meer im Jahr 2015 vorzulegen. Dies sind unerlässliche, visionäre Schritte zur rechten Zeit auf dem Weg hin zur Schaffung eines Netzwerks von MSG und Fangverbotszonen im Südlichen Ozean, die den bis heute gemachten Zusagen der CCAMLR entsprechen.

    „Die AOA hofft, dass das Engagement Russlands für den Schutz des Weddell-Meers bedeutet, dass Russland auch hinsichtlich der Vorschläge zur Ostantarktis und dem Ross-Meer eine Führungsrolle übernehmen wird“, so Onno Groß weiter.

    ENDE

    Für Medienanfragen oder zur Vereinbarung eines Interviews wenden Sie sich bitte an:

    Mona Samari - Antarctic Ocean Alliance
    Europe Comms & Advocacy
    Tel.: +44 (0) 7515 828 939

    Thilo Maack – Greenpeace
    Tel.: +49 (0) 171 8780841

    Onno Groß – DEEPWAVE
    Tel.: +49 (0) 179 598 69 69

    Tim Packeiser – WWF
    Tel.: +49 (0) 151 188 54 848

    * Hinweise für die Redaktion:

    Vollständig geschützte Fangverbotszonen sind Gebiete, die von jeglicher extraktiver Nutzung ausgenommen sind, so auch von jeglicher Fischerei. Vollständig geschützte Fangverbotszonen bieten den größtmöglichen Schutz für alle Bestandteile des Meeresökosystems.

    Meeresschutzgebiete (MSG) sind Gebiete, in denen bestimmte Aktivitäten nur begrenzt gestattet oder vollständig untersagt sind, um festgelegte Ziele im Bereich Umweltschutz, Schutz von Lebensräumen bzw. Fischereimanagement zu erreichen.

    AOA Steering Committee:
    Stephen Campbell (Antarctic Ocean Alliance), Mark Epstein (Antarctic and Southern Ocean Coalition), Andrea Kavanagh (Pew Charitable Trusts), Bob Zuur (WWF), Richard Page (Greenpeace International)

    Die Antarctic Ocean Alliance (AOA) ist eine internationale Koalition führender Umweltschutzorganisationen und renommierter Einzelpersonen in aller Welt, darunter: Whale and Dolphin Conservation (WDC), World Wide Fund for Nature (WWF), The Pew Charitable Trusts, Greenpeace, Humane Society International, Antarctic and Southern Ocean Coalition (ASOC), Blue Marine Foundation (UK), Mission Blue (USA), Oceans 5 (USA), DEEPWAVE (Deutschland), The Last Ocean, Korean Federation for Environmental Movement (KFEM), Greenovation Hub (China), Forest & Bird (NZ), ECO (NZ), Friends of the Earth (Japan) und angeschlossene Partnerorganisationen wie Natural Resources Defense Council (NRDC), Oceana, Internationaler Tierschutz-Fonds (IFAW) und Ocean Planet (Australien). Wir werden außerdem von Einzelpersonen wie Schauspieler Leonardo DiCaprio, Schauspieler und UN-Botschafter für Biodiversität Edward Norton, Ozeanographin Dr. Sylvia Earle und Unternehmer Sir Richard Branson unterstützt.
    Antarctic and Southern Ocean Coalition (ASOC): Seit 1978 hat die Antarctic and Southern Ocean Coalition (ASOC) mehr als 200 Nichtregierungsorganisationen unter ihrem Dach vereint, die allesamt das Ziel verfolgen, den Antarktischen Kontinent und den umliegenden Südlichen Ozean zu schützen.
    www.asoc.org

    Greenpeace ist eine unabhängige Umweltorganisation, die mit friedlichen Protestaktionen und kreativer Kommunikation globale Umweltprobleme aufdeckt. www.greenpeace.de

    Der World Wide Fund For Nature (WWF) ist eine der größten und erfahrensten Naturschutzorganisationen der Welt und in mehr als 100 Ländern aktiv. Weltweit unterstützen ihn fünf Millionen Förderer. Das globale Netzwerk des WWF unterhält 90 Büros in mehr als 40 Ländern. Rund um den Globus führen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktuell 1300 Projekte zur Bewahrung der biologischen Vielfalt durch. www.wwf.org

    DEEPWAVE wurde 2003 mit dem Ziel gegründet, den Schutz der Ökosysteme der Hoch- und Tiefsee voranzubringen. www.deepwave.org

    Whale and Dolphin Conservation (WDC): Die gemeinnützige Wal- und Delfinschutzorganisation WDC widmet sich ausschließlich dem Schutz von Walen und Delfinen. Das Ziel ist eine Welt, in der alle Wale und Delfine in Freiheit und Sicherheit leben. www.whales.org

    Die Pew Charitable Trusts engagieren sich auf globaler Ebene für die Einführung pragmatischer, wissenschaftlich fundierter Richtlinien zum Schutz unserer Meere und der Natur und zur Förderung einer klimafreundlichen Wirtschaft. www.pewtrusts.org

    Link to Report, German
    http://antarcticocean.org/wp-content/uploads/2013/03/German-Weddell-Sea-RegionLR.pdf

    cover_wedellmeer_report

  • Offshore-Lärm vertreibt Deutschlands einzige Wal-Art

    NABU: Offshore-Lärm vertreibt Deutschlands einzige Wal-Art

    Miller: Behörden-Hick-Hack um Butendiek wird zur Katastrophe für Schweinswale

    Berlin – Deutschlands einzige Wal-Art, der Schweinswal, flieht vor dem Baulärm des Offshore-Windparks Butendiek. Das zeigen aktuelle Flugbeobachtungen aus dem Sylter Außenriff. Für gewöhnlich halten sich hier im Juni die Schweinswale auf, um ihre Kälber aufzuziehen. Doch dieses Jahr wurden deutlich weniger Tiere gezählt als im Vorjahr. „Damit wird unsere größte Befürchtung zur traurigen Gewissheit: Der Baulärm des Windparks hat die Wale aus dem für sie eingerichteten Schutzgebiet vertrieben – und das mitten in ihrer Fortpflanzungszeit“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Das wollten wir mit unserer Klage am Verwaltungsgericht Köln verhindern. Doch anstatt Verantwortung zu übernehmen, ringen die Behörden seit Monaten um Zuständigkeiten und versuchen, unsere Klage mit allen Mitteln zu behindern“, so Miller weiter.

    Im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz führt die Tierärztliche Hochschule Hannover regelmäßig fluggestützte Schweinswalzählungen in der deutschen Nordsee durch. Die aktuellen Karten zeigen, dass fast jeder zweite Schweinswal aus dem Gebiet verschwunden ist. Besonders alarmierend ist die geringe Anzahl von Mutter-Kalb-Paaren, die sonst typisch für diese Jahreszeit sind. Im Radius von mehreren Kilometern um das Baugebiet des Windparks wurden während zweier Überflüge überhaupt keine Wale gesichtet. „Butendiek liegt mitten im FFH-Schutzgebiet, in der Kinderstube des Nordsee-Schweinswals“, kritisierte NABU-Meeresexperte Kim Detloff. „Trotzdem wurden die ohrenbetäubenden Rammungen vorsätzlich in die Fortpflanzungszeit von Mai bis August gelegt. Diese naturschutzpolitische Ignoranz vonseiten der Betreiber und der Behörden ist unfassbar. Schweinswale sind nach nationalem und europäischem Recht streng geschützt“, sagte Detloff.

    Im April hatte der NABU auf Grundlage eines eigenen Rechtsgutachtens Klage nach Umweltschadensgesetz am Verwaltungsgericht Köln eingereicht. Angeklagt ist die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN). Das BfN jedoch lehnt die Verantwortung ab und verweist auf die rechtliche Zuständigkeit des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH), der Genehmigungsbehörde für Offshore-Windparks. Seitdem streiten sich die Juristen um die tatsächliche Verantwortlichkeit von BfN und BSH.

    Um die Entscheidungsfindung zu beschleunigen, muss der NABU nun zwei getrennte Verfahren führen: zum einen die Klage auf Vermeidung weiterer Umweltschäden gegen das BSH am Verwaltungsgericht Hamburg, zum anderen die Klage gegen das BfN auf Sanierung des bereits eingetretenen Schadens am Verwaltungsgericht Köln. „Wäre das Thema nicht so traurig, könnte man über diese Posse nur den Kopf schütteln. Doch die beiden zuständigen Behörden spielen auf Zeit und verweigern die inhaltliche Auseinandersetzung. Gleichzeitig geschieht im Sylter Außenriff eine ökologische Katastrophe“, warnte Detloff. Inzwischen fordert das BSH sogar das BfN zur Stellungnahme für das Hamburger Verfahren auf. „Das macht nicht nur die Verwirrung komplett, sondern zeigt auch, wie sehr sich die Behörden vor ihrer Verantwortung scheuen“, so der NABU-Meeresexperte.

    Die nebulöse Umsetzung der europäischen Umwelthaftungsrichtlinie mit unklarer Zuständigkeit ist nach NABU-Meinung ein Fall für den Europäischen Gerichtshof (EuGH). „Die Splittung der Zuständigkeiten für die Umwelthaftungsrichtlinie entspricht ganz sicher nicht der Intention der europäischen Gesetzgebung“, sagte Kim Detloff. „Den Schweinswalen im Baugebiet Butendiek hilft eine Entscheidung des EuGH vermutlich nicht mehr. Aber möglicherweise kann noch der Schaden für die ebenfalls streng geschützten Seevögel im Baugebiet abgewendet werden, etwa für die Stern- oder Prachttaucher“, so Detloff. Gleichzeitig erhofft sich der NABU von den Klagen in Hamburg und Köln, dass zukünftige Genehmigungsverfahren für Offshore-Parks den Anforderungen des geltenden Naturschutzrechts entsprechen.

    Mehr zum Thema Offshore-Windenergie
    Hintergrundpapier zur NABU-Klage gegen den Offshore-Windpark Butendiek (PDF)
    NABU-Rechtsgutachten (PDF)
    Pressefotos zu den betroffenen Arten Stern- und Prachttaucher sowie Schweinswal

    Für Rückfragen:
    Dr. Kim Cornelius Detloff
    NABU-Leiter Meeresschutz
    Tel. 030-284984-1626, mobil 0152-09202205

    http://www.nabu.de

  • Straßenkunst wehrt sich gegen die Grundschleppnetzfischerei

    CalqueFR

    Straßenkunst wehrt sich gegen die Grundschleppnetzfischerei

    Today, while the Council of European Fisheries Ministers is meeting in Brussels, seven renowned street artists will perform live and simultaneously across Europe to call on Member States to take the will of European citizens into consideration and to adopt a historical and indispensable measure to safeguard the oceans: the ban of deep-sea bottom trawling.

    Deep-sea bottom trawling has been recognized as the most destructive fishing method of all: it is the marine equivalent of giant bulldozers smashing corals thousands of years old and reducing bottom habitat to rubble. The nets pull up anything in their path, including large numbers of endangered fish such as deepwater sharks.

    The bulk of deep-sea bottom trawling in the EU is carried out by French and Spanish vessels. Portuguese deep-sea fishing mainly consists of sustainable, small-scale operations using longlines and handlines. Portugal has even recently issued a decree prohibiting deep-sea bottom trawling in more than 2 million square kilometres.

    Over 300 international scientists have called on European policymakers to adopt the ban of deep-sea bottom trawling, which was proposed by the European Commissioner of Fisheries Maria Damanaki in July 2012. But nations such as France and Spain have been gutting the deep-sea fishing regulation in order to protect a few industrial, heavily subsidized vessels, which are often unprofitable and whose economic and ecological model belongs to the past.

    France, Spain, and the few nations they have managed to convince to block the ban of deep-sea bottom trawling thus oppose the will of more than 860,000 European signatories to the BLOOM petition who want to see this destructive and unsustainable fishing practice come to an end. The surprise comes from the UK, which supports France on opposing the ban although French and Spanish vessels thoroughly trawl off its own coast.

    “France and Spain both fail at protecting the common interest in this case. They echo the vested interests of a few powerful industrial lobbies, ignore the will of citizens, and use their master knowledge of political procedures to jeopardize the gear ban although everything is arguing in its favor: science proves the utter ecological disaster of deep-sea bottom trawling, economic analyses show the appalling performance of these fuel-greedy, subsidy-dependent fishing vessels, and last, civil society refuses the destruction of a unique natural heritage for a handful of fish that nobody cares about” explained Claire Nouvian, founder of BLOOM.

    “French and Spanish officials even dare talk about “sustainable” deep-sea bottom trawling! This is an insult to reason and to science”, concluded Claire Nouvian, who called on the Italian Presidency and on Germany to ensure that the ban would be adopted at Council.

    As current holder of the European Union Presidency, Italy has a great opportunity to promote an ambitious reform for the safeguard of the deep ocean and to act as a leader for the deep-sea bottom trawl ban. Together with Germany, which has championed the Common Fisheries Reform, Italy can ensure a truly sustainable future to the European fishing sector by steering it clear from destructive and unsustainable practices.

    On July 14, the European street art community will directly express its indignation as well as its hopes and expectations to European governments. The Italian Presidency has requested EU Member States to confirm their position on the deep-sea fishing regulation by July 15.

    N.B : The street artists which team up with BLOOM for the simultaneous performance:

    POPAY in Brussels (Robert Schuman round-about in front of the Ministers Council)
    JB ROCK in Rome (In front of the Ministry of Agriculture and Fisheries)
    SP38 in Berlin (Stattbaden in Wedding)
    SPOK BRILLOR in Madrid (Utopicus, Calle Colegiata)
    David ‘JAE’ Antunes in Lisbon (Praça do Comércio)
    PANIK in London (Kensington Road)
    DELWOOD in Biarritz – France

    To follow live the mobilization and the street artists’ performances on social networks: #DeepStreetArt #deepsea #trawling, @Bloom_FR – http://bit.ly/1oHLV4H

    About BLOOM
    www.bloomassociation.org

  • Neues Tiefseeforschungsschiff FS SONNE

    fs_sonne2014
    Tiefseeforschungsschiff SONNE (Bild_Meyer Werft)

    Neues Tiefseeforschungsschiff FS SONNE

    BAW maßgeblich an der Erneuerung der deutschen Forschungsflotte beteiligt

    Das Tiefseeforschungsschiff SONNE, das heute von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Neptun Werft in Rostock-Warnemünde getauft wurde, ist das zweite Schiff im Rahmen der schrittweisen Erneuerung der deutschen Forschungsflotte. Konzeption und Ausschreibungsplanung des auf der Meyer Werft in Papenburg gebauten Schiffes stammen von der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW), die auch während der gesamten Bauzeit den Baufortschritt federführend überwacht hat.

    Die SONNE ist 116 Meter lang, 20,6 Meter breit, hat einen maximalen Tiefgang von 6,60 Meter und kann neben der 35-köpfigen Besatzung bis zu 40 Wissenschaftler beherbergen. „Die technische Herausforderung im Planungsprozess bestand für uns vor allem darin, die vielfältigen Anforderungen der Wissenschaftler an den späteren Betrieb des Schiffes zu erfüllen“, sagte der Leiter des Referats Schiffstechnik der BAW, Benno Lenkeit.

    Ein bereits auf dem Forschungsschiff MERIAN erfolgreich umgesetztes Konzept für die wissenschaftliche Ausrüstung, bestehend aus zentralem Windenraum, großem L-förmigen Arbeitsdeck mit Heckgalgen und Arbeitskränen, anschließendem Hangar sowie einer Reihe spezieller Labore an Bord erlaubt die Durchführung unterschiedlichster meereskundlicher Untersuchungen und Experimente. Darüber hinaus ermöglichen moderne und leistungsfähige Lotanlagen den Wissenschaftlern neue und aufschlussreiche Blicke in die Tiefsee.

    Neueste Umwelt- und Abgasstandards, wie z. B. ein umweltfreundliches Schiffsdesign zur Erlangung des Umweltzeichen „Blauer Engel“ sowie Einhaltung der erst ab 2016 geltenden IMO/Marpol-Vorschriften in Bezug auf Abgasgrenzwerte wurden bei der Planung berücksichtigt. „Durch den Einsatz von SCR-Katalysatoren werden die Stickoxid-Emissionen der Antriebsanlage deutlich reduziert, und die aus den Abgasen entzogene Wärme wird über Absorptionskälteanlagen den Kühlregistern der Klimaanlagen zugeführt. Auch auf die Geräuschabstrahlung ins Wasser haben wir besonderes Augenmerk gelegt. So wird die SONNE die Anforderungen der ICES 209 erfüllen“, sagte Lenkeit.

    Haupteinsatzgebiete des neuen Tiefseeforschungsschiffes, das den inzwischen 45 Jahre alten Vorgänger ablöst, sind der Indische und Pazifische Ozean. Die SONNE wird dazu beitragen, wissenschaftlich und gesellschaftlich besonders relevante Forschungsfragen zu beantworten, insbesondere hinsichtlich des Klimawandels, der Versorgung mit marinen Rohstoffen und der Folgen des menschlichen Eingreifens in die Ökosysteme.
    „Dass wir bei der Erneuerung der deutschen Forschungsflotte an entscheidender Stelle mitwirken können, freut uns sehr. Dies stärkt die Position der BAW als Kompetenzzentrum für den zivilen Spezialschiffbau des Bundes“, sagte der Leiter der Bundesanstalt für Wasserbau, Prof. Dr.-Ing. Christoph Heinzelmann. „Mit den Planungen für den Ersatzneubau der POLARSTERN haben wir bereits begonnen.“

    Weitere Informationen:

    http://www.baw.de/de/wasserbau/schiffbau/index.html

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