szmmctag

  • Plastic nanoparticles also harm freshwater organisms

    Plastic nanoparticles also harm freshwater organisms

    Organisms can be negatively affected by plastic nanoparticles, not just in the seas and oceans but in freshwater bodies too. These particles slow the growth of algae, cause deformities in water fleas and impede communication between small organisms and fish. These are the results of research carried out by Wageningen University and IMARES, part of Wageningen UR, published in the latest issue of Environmental Science and Technology. It is the first time that such effects of plastic on freshwater organisms have been studied.

    Plastic in the oceans (plastic soup) has been thought to seriously affect aquatic life for some time, but until now little research has been carried out into the levels and effects of plastics in the freshwater environment. ‘The main sources of plastic are on land, so it is important to also look at the effects of plastic on land’, says Professor Bart Koelmans, leader of the Wageningen University and IMARES research group. ‘We know that nanoplastic particles are released during processes such as the thermal cutting of plastics and 3D printing and when small plastic particles are abrasion by sand – a process that probably also takes place in nature.’

    Koelmans and his team carry out detailed research into the effects of plastic in the aquatic environment. They have previously published articles on the presence of plastic in fish, the accumulation of toxic substances from plastic and the effects on marine organisms such as mussels and lugworms.

    Kairomones
    In the study into the effects of tiny plastic particles in freshwater, PhD candidate Ellen Besseling and student Bo Wang exposed water fleas to various nanoplastic concentrations. At higher concentrations, algae growth declined. Water fleas were also smaller following exposure to nanoplastics and their offspring malformed in various ways. ‘These are the first malformations that have been seen in freshwater organisms and we do not yet know how big the problem really is’, says Ellen Besseling. She believes that more research is needed into the sources, concentrations and effects of nanoplastic in water and on other organisms.

    The effects were studied with and without kairomones in the water. These are chemical substances that fish emit that act as a warning for water fleas. The researchers found it intriguing that the effect of the kairomones appeared to be stronger in the presence of nanoplastic. They therefore believe that, as chemical communication is used extensively – to find a partner or food or to avoid predators such as fish – this also shows that subtle disturbances may be taking place at low concentrations that are not easy to detect using standard ecotoxicological tests but that may result in changes to the food web in exposed ecosystems over time.

    Source: Nanoplastic affects growth of S. obliquus and reproduction of D. magna, Ellen Besseling, Bo Wang, Miquel Lurling and Albert A. Koelmans, Environmental Science and Technology, http://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/es503001d

    http://www.wageningenur.nl/en/newsarticle/Plastic-nanoparticles-also-harm-freshwater-organisms.htm

  • Gründung eines Centrums für Naturkunde in Hamburg

    Gründung eines Centrums für Naturkunde in Hamburg

    Das Präsidium der Universität Hamburg hat die Gründung eines Centrums für Naturkunde (CeNak) als zentrale Betriebseinheit zur Integration der naturkundlichen Sammlungen der Universität Hamburg beschlossen. Gleichzeitig ist es gelungen, Herrn Professor Dr. Matthias Glaubrecht als neuen wissenschaftlichen Direktor dieses Centrums und als Leiter des Zoologischen Museums an die Universität zu berufen.

    Aufgrund der einzigartigen Sammlungen, deren Bedeutung weit über die Grenzen Hamburgs hinaus ausstrahlt, und der Leistungen im Bereich der sammlungsbezogenen Forschung genießen das Zoologische Museum sowie das Mineralogische und Geologisch-Paläontologische Museum der Universität Hamburg ein hohes nationales und internationales Ansehen. Ziel der Gründung eines Centrums für Naturkunde ist es daher, diese Schätze zu erhalten und sie gleichzeitig für die Wissenschaft und für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt im Rahmen eines zentralen Museums zugänglich zu machen.

    Universitätspräsident Prof. Dr. Dieter Lenzen zur Berufung und zur Gründung des neuen Centrums: „Mit der Berufung von Professor Glaubrecht und der Gründung eines Centrums für Naturkunde soll der erste Schritt in Richtung Wiedererstehung eines Museums für Naturkunde gegangen werden, das im Krieg zerstört wurde. Wir hoffen sehr, dass Bürgerinnen und Bürger, Stiftungen und Förderer sich für dieses Jahrhundertprojekt engagieren werden.“

    Professor Dr. Glaubrecht zu den Chancen für ein neues Naturkundemuseum in Hamburg: „Bis zu seiner Zerstörung im Juli 1943 hatte Hamburg einst das zweitgrößte Museum dieser Art in Deutschland – zudem war es lange Zeit das meistbesuchte. Mit dem CeNak wollen wir jetzt an diese Tradition insbesondere in der sammlungsbezogenen Biodiversitätsforschung anknüpfen. Ich denke, die Zeit ist reif für eine Wiederbelebung. Denn mit seinen naturwissenschaftlichen Sammlungen verfügt Hamburg nicht nur über ein wichtiges Datenarchiv, das helfen kann, einige der großen Zukunftsfragen zu beantworten; mit den Ausstellungen eröffnet ein solches Naturkundemuseum auch das Fenster zu Forschung und Wissenschaft.“

    Professor Glaubrecht, gebürtiger Hamburger, war zuvor seit 1997 Kurator am Berliner Museum für Naturkunde und hat dort als Mitglied des Direktoriums von 2006 bis 2009 die Abteilung Forschung aufgebaut sowie die 2007 eröffneten Dauerausstellungen zum Thema Evolution und 2009 die Sonderausstellung zu Charles Darwin kuratiert.

    Sein Forschungsschwerpunkt ist die Evolutionssystematik und speziell auch die historische Biogeographie tropischer Süßwasserschnecken. Er ist Autor von mehr als 160 wissenschaftlichen Veröffentlichungen, Herausgeber von Fachbüchern und Fachzeitschriften und seit 2008 gewähltes Mitglied im Fachkollegium Zoologie der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

    http://www.uni-hamburg.de/presse/pressemitteilungen/2014/pm59.html

  • Meeresschutzgebiete haben ökologischen und fischereilichen Nutzen

    Meeresschutzgebiete haben ökologischen und fischereilichen Nutzen

    Neue Studie belegt positive Effekte von Meeresschutzgebieten auf marine Lebensvielfalt und kommerzielle Fischbestände

    Bonn/Vilm, 14.10.2014: Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat eine neue Studie "Ökologischer und ökonomischer Nutzen fischereilicher Regulierungen in Meeresschutzgebieten" vorgelegt. Die Ergebnisse zeigen die hohe Bedeutung von Meeresschutzgebieten mit entsprechenden Maßnahmen zur Regulierungen der Fischerei auf.

    "Diese verbessern den Zustand der Meeresökosysteme nachhaltig und helfen somit auch die kommerziell genutzten Fischbestände wieder aufzubauen. So nehmen die Vielfalt und Vorkommen der Arten aber auch die Biomasse und Dichte in marinen Schutzgebieten nachweislich zu. Gleichzeitig bringen Schutzgebiete eine Reihe von ökonomischen Vorteilen für die Fischerei mit sich. Zum Beispiel eine stabilere Nachwuchsproduktion und widerstandsfähigere Populationen mit älteren und größeren Fischen. Letztlich kann so gerade auch die kommerzielle Fischerei von Meeresschutzgebieten profitieren", erklärte BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel.

    Im Rahmen eines Forschungsprojektes zum ökosystemgerechten Fischereimanagement haben Autoren des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel im Auftrag des BfN eine Auswertung aktueller wissenschaftlicher Studien zum Nutzen von Meeresschutzgebieten vorgenommen.

    Derzeit ist die Fischerei eine der menschlichen Nutzungsformen, die sich besonders negativ auf Arten und Lebensräume im Meer auswirkt. Dies betrifft auch die europäischen Natura 2000-Schutzgebiete in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) von Nord- und Ostsee, deren Schutzziele mit den vorherrschenden Fangmethoden in Konflikt stehen. Zahlreiche Studien und auch mehrere AWZ-Forschungsprojekte des BfN zeigen, dass die Grundschleppnetzfischerei in starkem Maße die Biotope und Arten am Meeresboden schädigt. Eine besondere Gefährdung von Seevögeln und Schweinswalen geht von Stellnetzen aus, in deren Maschen sich die Tiere verfangen und ertrinken.

    Die neue Studie ist insbesondere vor dem Hintergrund von Bedeutung, dass bislang in den Schutzgebieten der deutschen AWZ von Nord- und Ostsee noch keine Regelungen der Fischerei existieren. Die Ergebnisse der nun vorliegenden Studie untermauern, wie wichtig Maßnahmen zum Fischereimanagement in allen Natura 2000-Gebieten der deutschen Nord- und Ostsee sind.

    Hinweis:
    Die Studie liegt als 36seitige Broschüre in gedruckter Form vor, zu bestellen beim Bundesamt für Naturschutz, Fachgebiet Meeres- und Küstennaturschutz, Insel Vilm, 18581 Putbus, und als barrierefreies PDF.
    Download ab sofort unter www.bfn.de/0314_meeres-kuesten_naturschutz.html

  • Meeren auf den Grund sehen

    Windmaster_DEEPWAVE3w

    Meeren auf den Grund sehen

    Zum Tag der Meere laden Deepwave e.V. – die Meeresschutzorganisation und das Tropen-Aquarium ein. Erleben Sie einen neuen Blick auf unsere Ozeane.

    Am Sonnabend, 11. Oktober, lädt das Tropen-Aquarium zum „Tag der Meere“ ein. Zu Gast ist „Deepwave e. V. – Die Meeresschutzorganisation“. Der Meeresbiologe und erste Vorsitzende des Vereins, Dr. Onno Groß, wird im Großen Hai-Atoll mit einem Informationsstand vertreten sein und dort ab 12 Uhr stündlich spannende Kurzvorträge zu verschiedenen Themen halten. Besucher des Tropen-Aquariums erfahren an diesem Tag ohne zusätzliche Kosten viel Wissenswertes rund um das Thema Meer.

    Mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche sind von Meeren bedeckt. Sie sind der Grund, warum die Erde aus dem Weltraum als „Blauer Planet“ erscheint. Ob Nordsee, Hochsee, Tiefsee, Tropenmeere oder Eismeer, sie alle sind unverzichtbar für den Planeten und alle Lebewesen darauf.

    Wie haben diese Meere vor 50 oder 100 Jahren ausgesehen? Wie sehen sie heute aus? Und wie sollen sie in Zukunft aussehen? Was können Menschen hier und jetzt unternehmen, um den bedeutendsten Lebensraum der Erde zu erhalten und zu schützen?

    „Der beste Weg, die Zukunft vorherzusagen, ist, sie zu erfinden“, sagt Bestsellerautor Frank Schätzing. Seit Jahren setzt er sich für den Schutz der Ozeane ein. Das geht natürlich nicht im Alleingang. Organisationen wie Deepwave e.V. haben sich Aufklärung und Wissensvermittlung zum Schutz der Meere auf die Fahnen geschrieben. In der soeben erschienenen Broschüre „Unser Blauer Planet“ zeigt Deepwave anhand von vielen Bildern und Zeichnung auf was ist, was war und was sein könnte. Diese Broschüre erhalten die Gäste am Informationsstand.

    Das Vortragsprogramm:

    12 Uhr – Der blaue Planet - die Zukunft unserer Meere
    13 Uhr – Die Artenvielfalt der Küstenmeere
    14 Uhr – Das Fabelreich der Tiefsee
    15 Uhr – Hochseetiere heute - wie können wir sie schützen?
    16 Uhr – Die Tropenmeere: von Korallen und Haien
    17 Uhr – Klimawandel und Überfischung - Gefahren für den Ozean
    Mehr Informationen:

    http://www.hagenbeck.de/nc/tropen-aquarium/aktuell/einzelansicht/news/unsere-meere-gestern-heute-morgen.html

  • Auftakt des 9. ExtremWetterKongresses in Hamburg

    Auftakt des 9. ExtremWetterKongresses in Hamburg

    - Verkehrsinfrastruktur-Planung erfordert starke Einbeziehung von Wissen über Klimawandel

    - Bedeutung extremer Wetterereignisse auf die Versicherungswirtschaft erheblich gestiegen

    - Gesamtes Klimasystem erwärmt sich, trotz Stagnation der Lufttemperatur

    - Notwendigkeit der Förderung von Wissenstransfer in die Öffentlichkeit

    - 2.500 "junge Forscher" in der HafenCity Hamburg

    - Rollenverteilung zwischen Klimaforschung und Politik nicht immer einfach

    - Neue Hoffnung auf ein globales Klimaabkommen setzt hohe Erwartung in die EU

    Teilnehmer der Pressekonferenz:
    Dr. Paul Becker, Vizepräsident Deutscher Wetterdienst
    Frank Böttcher, Institut für Wetter- und Klimakommunikation
    Arved Fuchs, Expeditionsleiter
    Prof. Peter Höppe, Munich Re
    Prof. Dr. Mojib Latif, GEOMAR - Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
    Hans von Storch, KlimaCampus Hamburg und Helmholtz Zentrum Geesthacht

    Redner zur Eröffnung (6.10.2014, 13 Uhr)
    Senatorin Jutta Blankau, Senatorin Behörde für Umwelt und Stadtentwicklung Hamburg
    Prof. Dr. Harald Sternberg, Vizepräsident HafenCity Universität
    Dr. Paul Becker, Vizepräsident Deutscher Wetterdienst
    Dipl.-Met. Gudrun Rosenhagen, Vorsitzende Deutsche Meteorologische Gesellschaft e.V.
    Klaus Milke , Vorstandsvorsitzender Germanwatch e.V.

    Hamburg, 6.10.2014 – Der 9. ExtremWetterKongress hat am Montag in Hamburg begonnen. Fast 100 Wissenschaftler und Experten präsentieren einer breiten Öffentlichkeit den aktuellen Stand der Wissenschaft und stellen Themen zu Wetter und Klima zur gesellschaftlichen Diskussion.

    Parallel zum ExtremWetterKongress finden in der Hamburger HafenCity die Veranstaltungen „Wetter.Wasser.Waterkant“ - Das Bildungsprogramm für Schulen - und die Open-Air-Fotoausstellung „Dem Sturm ins Auge schauen“ statt. Im Rahmen des Kongresses werden am 8.10. die Medienpreise für Meteorologie vergeben. Den Partnerstädtepreis für herausragende Forschung zu Wasser und Klima wird Hamburgs Wissenschaftssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt überreichen. Insgesamt werden bis zum Freitag etwa 5.000 Besucher und Teilnehmer in der HafenCity erwartet.

    Verkehrsinfrastruktur-Planung erfordert starke Einbeziehung von Wissen über Klimawandel

    Der ExtremWetterKongress hat das dieses Jahr das Schwerpunktthema „Extremwetter/Klimawandel und Verkehr“. Verkehrsinfrastrukturen sind ein essentieller Bestandteil von modernen, hoch vernetzten Gesellschaften. Extreme Wetterereignisse verursachen jedoch auch in Deutschland immer wieder größere Ausfälle bei den Verkehrsträgern. Gut in Erinnerung sind zum Beispiel noch die Folgen der Hochwasser an Donau und Elbe im Jahr 2013, als z.B. größere Teilstücke von Autobahnen in Bayern wegen Überschwemmung gesperrt werden mussten und die Elbebrücke der ICE-Trasse Hannover-Berlin so stark beschädigt war, dass sie erst nach mehreren Monaten wieder für den Verkehr freigegeben werden konnte.
    Im Rahmen sich ändernder klimatischer Bedingungen kann schon heute für verschiedene extreme Wetterbedingungen eine Zunahme der Eintrittshäufigkeiten festgestellt werden, die Auswertung von Klimaprojektionsdaten lassen weitere Änderungen der Eintrittswahrscheinlichkeiten solcher Ereignisse erwarten.
    Dr. Paul Becker, Vizepräsident Deutscher Wetterdienst: „Für eine nachhaltige Strategie zum Erhalt bestehender und der Planung zukünftiger Verkehrsinfrastrukturen ist daher die Einbeziehung des Wissens über den Klimawandel von erheblicher Relevanz.“

    Bedeutung extremer Wetterereignisse auf die Versicherungswirtschaft erheblich gestiegen

    Global betrachtet hat sich durch den Klimawandel bereits die Bewertung von Risikogebieten deutlich verändert. Die Frage, inwieweit neu ausgewiesene Hochwassergebiete – wie aktuell in Hamburg – die Werte der Grundstücke vermindern und die Versicherbarkeit in Frage stellen, kann von Hamburg direkt auf globale Szenarien übertragen werden. Rund 80 Prozent der Bevölkerung weltweit lebt in Küstenregionen, die unmittelbar durch den steigenden Meeresspiegel gefährdet sind. Und auch in Deutschland ist die Bedeutung extremer Wetterereignisse auf die Versicherungswirtschaft erheblich gestiegen.
    Prof. Peter Höppe, Leiter der GeoRisikoForschung von Munich Re: „In den vergangenen Jahren hat sich in Deutschland eine Reihe von extremen Sommerunwettern mit schweren Hagelschlägen ereignet, etwa im Juli 2013 mit Gesamtschäden von 3,6 Mrd. €, wovon 2,8 Mrd. € versichert waren.“ Der Munich Re zufolge zeigen Studien, dass solche Sommerunwetter mit Hagel und Starkniederschlag an Zahl und Intensität zunehmen, woran vermutlich der menschgemachte Klimawandel einen wesentlichen Anteil hat. „Aus meiner Sicht“, so Höppe, „sind große Anstrengungen nötig, um die Schadenanfälligkeit von Gebäuden und Infrastruktur bei solchen Unwettern zu reduzieren. Die Versicherung kann hierzu einen Anreiz bieten, denn sie kann billiger werden, wenn das Risiko durch schadenmindernde Maßnahmen reduziert wird.“

    Wie wirtschaftlich sinnvoll solche Vorsorgemaßnahmen sind, zeigt das Beispiel Hochwasserschutz in Hamburg. Dort wurden seit der Hochwasserkatastrophe von 1962 mit 347 Toten mehr als 2 Mrd. € in Schutzmaßnahmen investiert. Dadurch hat Hamburg bei späteren Hochwassern nach einer Analyse von Munich Re seitdem Schäden in der Größenordnung von
    20 Mrd. € vermeiden können. Zuletzt zeigte sich die positive Wirkung der Schutzmaßnahmen bei der schweren Sturmluft in Folge des Orkans XAVER 2013.

    Gesamtes Klimasystem erwärmt sich, trotz Stagnation der Lufttemperatur
    In den letzten Monaten haben Klimaskeptiker immer wieder versucht, den Klimawandel mit Hinweis auf die Stagnation der globalen Temperatur zu negieren. Diese Sicht der Dinge vernachlässigt nach Ansicht der Teilnehmer der Pressekonferenz die Betrachtung des gesamten Klimasystems. Prof. Dr. Mojib Latif, GEOMAR - Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel: „Trotz des nur geringen Temperaturanstiegs an der Erdoberfläche während der letzten Jahre, schreitet die Erwärmung des Klimasystems rasant voran. Das ist an der anhaltenden Erwärmung der Meere bis in zwei Kilometer Tiefe zu erkennen. Die Ozeane haben in den letzten 40 Jahren über 90 Prozent der durch das Mehr an Treibhausgasen in der Atmosphäre erzeugten Wärmeenergie aufgenommen. US-Präsident Obama hat erst letzte Woche auf dem UNO-Sondergipfel zum Klimawandel noch einmal eindringlich vor den Folgen einer ungebremsten Klimaerwärmung gewarnt.“

    Aktuell wirken die Ozeane nicht nur als Puffer für den Anstieg der globalen Temperatur, sie nehmen auch gewaltige Mengen CO2 aus der Atmosphäre auf. Neben den Klimafolgen hat die aktuelle Entwicklung daher einen erheblichen Einfluss auf das Ökosystem der Ozeane. Latif: „Infolge der Aufnahme von Kohlendioxid versauern die Meere zusehends, mit unabsehbaren Folgen für die Meeresökosysteme und die Ernährungssituation auf der Erde. Der Säuregrad der Meere hat seit Beginn der Industrialisierung schon um 30 Prozent zugenommen.“

    Die sichtbaren Zeichen des Klimawandels
    Der Expeditionsleiter Arved Fuchs ist gerade aus dem arktischen Eis zurückgekehrt. Auf seiner diesjährigen Expedition nach Grönland konnte er den Spuren des Klimawandels folgen. Arved Fuchs: „Auch in diesem Sommer konnte man an der Ostküste Grönlands die Auswirkungen des Klimawandels vor Ort erkennen. Beispielsweise konnten wir Vergleiche anstellen, wie sich der Haregletscher innerhalb von 31 Jahren verändert hat." In diesem Jahr waren Bergsteiger mit an Bord, die sich auf ihrer Expedition auch den Einflüssen der starken Schmelzprozesse ausgesetzt sahen. Fuchs: "Die Besteigung des Gunnbjörn Fjeld in nur 17 Tagen war eine herausragende Leistung, gerade unter dem Aspekt des extrem schwierigen Geländes, welches von Gletscherspalten und Schmelzseen durchzogen war.“ Satellitenbeobachtungen zeigen, dass Grönland im letzten Jahr etwa 375 Mrd. Tonnen Eis verloren hat. Das ist der höchste Jahreswert seit Beginn der Beobachtungen.

    Notwendigkeit der Förderung von Wissenstransfer in die Öffentlichkeit

    Die Folgen des Klimawandels sind indes an vielen Stellen der Erde, in Europa und auch in Deutschland sichtbar. Am Mittwoch dieser Woche wird die hochauflösende Wettercam am Großglockner mit dem „Medienpreis für Meteorologie“ ausgezeichnet. Eigentlich für aktuelle Wetterbeobachtungen gedacht, zeigt die seit vier Jahren laufende Kamera den rapiden Rückgang des Gletschers. Frank Böttcher, Leiter des Institut für Wetter- und Klimakommunikation: „Trotz der Stagnation bei der globalen Lufttemperatur in den letzten Jahren, ziehen sich 81 Prozent der Gletscher weltweit zurück. Das ist ein Hinweis darauf, dass sich einem weiteren Temperaturanstieg dieser Prozess beschleunigen dürfte.“

    In der Arktis lagen in den letzten 15 Jahren – dem Zeitraum des globalen Temperaturplateaus – die Eisflächen im Mittel etwa eine Million Quadratkilometer unter denen der vorangegangenen Jahrzehnte. Böttcher: „Die Arktis reagiert ohne großen zeitlichen Verzug auf die globale Temperatur.“ Für die kommenden Jahre werde aus seiner Sicht die Kommunikation von wissenschaftlichen Ergebnissen immer wichtiger. „Eine gut informierte Gesellschaft, trifft aus meiner Sicht die klügeren Entscheidungen für die Zukunft. Dafür ist es notwendig, dass Ideologien und Meinungen den fundierten und überprüfbaren wissenschaftlichen Ergebnissen weichen. Der Wissenschaft kommt also verstärkt die Aufgabe zu, dieses Wissen einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.“

    2.500 „junge Forscher“ in der HafenCity
    Die Politik hat aus Böttchers Sicht die Notwendigkeit verstärkter Bildungsmaßnahmen erkannt und in diesem Jahr erstmals das Bildungsprogramm „Wetter.Wasser.Waterkant“. gefördert, das als eigene Veranstaltung parallel zum ExtremWetterKongress stattfindet und mit 2.500 Teilnehmern die größte Veranstaltung dieser Art in Deutschland geworden ist. Größter Förderer des Bildungsprogramms ist die HafenCity Hamburg GmbH. Prof. Jürgen Bruns-Berentelg, Vorsitzender der Geschäftsführung der HafenCity Hamburg GmbH: „Es freut mich sehr, dass sich mit dem Bildungsprogramm „Wetter.Wasser.Waterkant“. im Rahmen des ExtremWetterKongresses ein so spannendes Format für Hamburger Schüler und Lehrer erfolgreich in der HafenCity etabliert hat. Die HafenCity ist auch ein außergewöhnlicher Lernort: Land und Wasser neu verknüpfend, bietet sie ein hervorragendes Beispiel für zukunftsfähige Stadtstrukturen, die durch nachhaltige Gebäudeentwicklungen, integrierte Verkehrskonzepte sowie CO2-arme Wärmeversorgung verstärkt werden.“, so Bruns-Berentelg. „Die HafenCity leistet vor Ort einen wichtigen Beitrag zur Dämpfung der Effekte des Klimawandels“.

    Rollenverteilung zwischen Klimaforschung und Politik nicht immer einfach
    Klimaforscher werden auf Grund ihrer wissenschaftlichen Ergebnisse viel stärker mit ihren Ergebnissen gleichgesetzt, als Experten anderer Fachbereiche. Der Grund liegt in der hohen Relevanz der der Ergebnisse für unsere Gesellschaft. Daraus ergeben sich aber auch Rollenkonflikte: Endete die Arbeit der Forscher früher in diesem Bereich mit ihren Ergebnissen, werden sie heute von der Politik mit den Fragen nach Lösungen konfrontiert. Prof. Dr. Hans von Storch, vom KlimaCampus Hamburg und Institut für Küstenforschung am Helmholtz-Zentrum Geesthacht: „Klimaforschung und Klimapolitik haben sich in die Klimafalle bugsiert - und nehmen beide Schaden dran. Die einen haben Probleme mit der kritischen Distanz, die anderen trauen sich nicht zu entscheiden.“ Dieser Rollenteilung stelle sich zukünftig auch der KlimaCampus in Hamburg. „Hamburg ist der Standort für Klimaforschung in Deutschland; hier wurde sie zweimal "erfunden" - in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und im letzten Viertel des 20ten Jahrhunderts. Hier gibt es eine Vielfalt der Themen, Exzellenz in der Tiefe und eine Einbindung in regionale und internationale Entscheidungsprozesse. Zusammen sind wir der KlimaCampus Hamburg“, so von Storch weiter.

    Neue Hoffnung auf ein globales Klimaabkommen setzt hohe Erwartung in die EU
    Klaus Milke, Vorsitzender von Germanwatch e.V. setzt in seiner Eröffnungsrede - trotz der bislang schleppenden Fortschritte - auf ein Ergebnis bei den internationalen Verhandlungen. Ende 2014 treffen sich die staatlichen Delegierten, die NGOs, Wissenschaftler und Unternehmensvertreter zur 20. UN-Klimakonferenz in Lima, um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass der 21. Gipfel in Paris ein global ausgerichtetes Regime ab 2020 schafft. Germanwatch e.V. nimmt als NGO seit 1995 an den internationalen Klimakonferenzen teil. Milke: „Die größte Hürde ist im Moment, dass die Europäer ihre pro-aktive Rolle bei den Verhandlungen wieder aufnehmen.“ Er sieht die USA und China aktuell in einer „erstaunlich konstruktiven Rolle“. Milke: „Hauptbremser sind Kanada, Australien, Russland und Japan.“
    Dipl.-Met. Gudrun Rosenhagen, Vorsitzende der Deutsche Meteorologische Gesellschaft e.V. (DMG), sieht die Meteorologie als Vorbild: „Die Zusammenarbeit der Meteorologen und Klimatologen weltweit könnte Vorbild und Motivation für den gemeinsamen Austausch und die weltweite Kooperation der Staatengemeinschaft, z.B. auch bei den anstehenden Klimaverhandlungen sein.“ Die DMG feiert im Rahmen des 9. ExtremWetterKongresses mit einer Festveranstaltung am 7.10.2014 das 40-jährige Jubiläum ihrer Neugründung.

    Der ExtremWetterKongress findet seit neun Jahren an wechselnden Standorten statt und ist die größte Veranstaltung dieser Art in Deutschland.

    Klimafakten weltweit 2014
    _____________________________________________________________________

    Wassertemperatur: Die Wassertemperaturen sind global von 1970 bis 2010 um 0,4 Grad gestiegen.

    Meeresspiegel: Der Meeresspiegel ist global im Mittel von 1993 bis 2014 um etwa 63 Millimeter gestiegen und steigt aktuell mit einer Rate von 3,2 Millimetern pro Jahr.

    Sauerer Ozean: Der Säuregehalt der Meere liegt bei PH 8,1 und damit niedriger als in den letzten 800 000 Jahren.

    Gletscher: 81 Prozent der weltweit untersuchten Gletscher ziehen sich aktuell zurück.

    Antarktis: Zwischen 1992 und 2011 hat die Antarktis demnach jährlich im Mittel 71 Milliarden Tonnen Eis verloren. Insgesamt verlieren die Eisschilde der Antarktis pro Jahr rund 125 Mrd. Tonnen Eis.

    Arktis: Das Eismaximum der Arktis im Winter ist in den letzten 35 Jahren von 16,2 Mio. Quadratkilometer auf 14,5 Mio. Quadratkilometer zurückgegangen.

    Grönland: Grönland verlor bis 2009 jährlich 100 bis 350 Mrd. Tonnen Eis. Seit 2009 sind es etwa 375 Mrd. Tonnen pro Jahr.

    Eisbär: In 75 Prozent der untersuchten Eisbärpopulationen gehen die Bestände zurück.

    CO2: In diesem Jahr wurden ein Wert von 402 ppm erreicht. Das ist die höchste CO2-Konzentration seit mindestens 800.000 Jahren und 40% über der vorindustriellen Zeit.

    Entwaldung: Borneo: 80 Prozent Entwaldung zwischen 1980 und 2010. Südostasien: 33 Prozent Entwaldung 1973 bis 2009. Amazonasbecken: Entwaldung der Fläche Deutschlands innerhalb der letzten10 Jahre.

    Klimafakten Deutschland 2014
    _____________________________________________________________________

    Hitzerekorde: Die Hitzerekorde in Deutschland haben sich in den letzten 15 Jahren im Vergleich zu den 15 Jahren davor verdoppelt. 1980 bis 1996 im Mittel 27 Dekadenrekorde, 1997 bis 2012 im Mittel 54 Dekadenrekorde an 60 Stationen.

    Mittlere Niederschläge: Zunahme in Deutschland auch aufgrund der globalen Erwärmung.

    Starkniederschlag: Große Unterschiede bei Zu- und Abnahme der Ereignisse. Der Zusammenhang Klimawandel – Starkniederschlag ist komplex und Gegenstand intensiver Untersuchungen vieler Gruppen inklusive des DWD. Die mittlere Zahl der Tage mit Starkregen pro Jahr (über 30 Liter pro Quadratmeter) ist auf dem Hohenpeißenberg von 1879 bis 2006 von 3,5 auf 5,5 angestiegen. An anderen Stationen gibt es aber auch den umgekehrten Trend.

    Stürme: Die mittlere Zahl der schweren Stürme über dem Nordatlantik ist von 4,7 im Jahre 1986 auf 9,5 im Jahr 2012 angestiegen. In der Nordsee ist keine Windzunahme festzustellen.

    Hochwasser: Die Zahl der Wetterlagen mit hohem Hochwassergefahrenpotenzial (5b, Troglage Mitteleuropa) hat sich im Mittel vom Ende des 19. Jahrhunderts bis jetzt von 2,7 auf 9 erhöht.

    ___________________________________________________________________________

    Weitere Veranstaltungen:
    WETTER.WASSER.WATERKANT: Bildungsveranstaltung im Rahmen des EWK. Workshops, Vorträge und Exkursionen für Schülerinnen und Schüler. Mit über 2 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern größte Bildungsveranstaltung in dieser Form in Deutschland.

    DEM STURM INS AUGE SCHAUEN: Open-Air-Fotoausstellung im Überseequartier im Rahmen des EWK. Die 50 Bilder des Fotographen Thorsten Milse zeigen Aufnahmen von Tieren, die sich an extremes Wetter und Klima angepasst haben. Die Ausstellung läuft bis zum 6. November 2014.

    ___________________________________________________________________________

    E-Mail: presse@klimagipfel.de
    Telefon (24/7): 040-809081244, Telefon (am Pressecounter): 01716269461
    Institut für Wetter- und Klimakommunikation GmbH
    Jenfelder Allee 80
    D-22045 Hamburg

  • Gewinnspiel:3 x die DVD Universum der Fische gewinnen

    DasUniversumDerFische-FRONT-klein

    Gewinnspiel: 3 x die DVD Universum der Fische gewinnen

    Jetzt Mitglied bei Deepwave e.V. werden und eine DVD gewinnen!

    Wir freuen uns, Ihnen ab dem Oktober 2014 ein neues bildgewaltiges und einzigartiges Dokumentations-Highlight von SKY VISION bei Tiberius Film vorstellen zu können: DAS UNIVERSUM DER FISCHE. Die informative Dokumentation klärt über die Überfischung des Lachses auf und gibt spannende Einblicke in den natürlichen Lebensraum dieser bedrohten und besonderen Fischart.

    Zum Inhalt:

    Aufgrund der jahrzentelangen Überfischung sind die Lachsbestände stark dezimiert. Eigenständig kann sich die Fischart nicht mehr erholen, sodass Biologen die Situation als aussichtslos beurteilen. Mehrere Ingenieure und Wissenschaftler versuchen nun die Populationen künstlich mit den neuesten Technologien und umfangreichen Aufzuchtstationen zu retten. Heute werden Lachse im Labor geboren und in riesigen Wassertanks unter ständiger Kontrolle gezüchtet. Die Dokumentation verdeutlicht die schwierige Situation des Lachses: Der größte Feind der Fische – der Mensch – will ihm nun beim Überleben helfen.

    public insight
    Presse & Public Relations
    Boosstraße 5
    81541 München
    TEL +49 (0)89 78 79 79 9-15
    FAX +49 (0)89 78 79 79 9-99

    www.publicinsight.de

    DasUniversumDerFische-FRONT-klein

    Unter den ersten DEEPWAVE-Mitgliedern im Oktober verlosen wir die DVD.

    Mitglied weren?
    Ganz einfach unter wwww.deepwave.org

    Oder falls Sie direkt an uns spenden wollen und, nutzen Sie bitte folgende Bankdaten der DEEPWAVE e.V.

    Bankverbindung: Hamburger Sparkasse BLZ: 200 505 50 Kto.-Nr.: 1208 116 713
    IBAN (SEPA): DE10 20050550 1208116713 BIC: HASPDEHHXXX

    DEEPWAVE e.V. ist gemäß Freistellungsbescheid vom 20.04.2012 des Finanzamts Hamburg für Körperschaften wegen Förderung des Umweltschutzes als gemeinnützigen Zwecken dienend anerkannt. Vereinsregister 17656, Amtsgericht Hamburg

  • DER TAG DER MEERE BEI HAGENBECK am Sa. 11. Okt. 2014

    deepwave_hagenbeck14

    DERTAG DER MEERE BEI HAGENBECK am Sa. 11. Okt. 2014

    Die Meeresschutzorganisation DEEPWAVE stellt den
    Lebensraum Meer im Tropen-Aquarium Hagenbeck vor.

    Am DEEPWAVE-Stand vor dem Großen Hai-Atoll erhalten Sie die informative und reich bebilderte Meeresfibel „Unser Blauer Planet: gestern – heute – morgen“ und Sie können sich stündlich interessante Vorträge zum Thema Meer anhören:

    Unser Blauer Planet
    Vorträge von Dr. Onno Groß, DEEPWAVE e. V.

    12.00 Uhr: Der blaue Planet - die Zukunft unserer Meere
    13.00 Uhr: Die Artenvielfalt der Küstenmeere
    14.00 Uhr: Das Fabelreich der Tiefsee
    15.00 Uhr: Hochseetiere heute - wie können wir sie schützen?
    16.00 Uhr: Die Tropenmeere: von Korallen und Haien
    17.00 Uhr: Klimawandel und Überfischung - Gefahren für den Ozean

    DEEPWAVE e.V. ist gemäß Freistellungsbescheid vom 20.04.2012 des Finanzamts Hamburg für Körperschaften wegen Förderung des Umweltschutzes als gemeinnützigen Zwecken dienend anerkannt. Vereinsregister 17656, Amtsgericht Hamburg.

    DEEPWAVE e.V.
    Konto Hamburger Sparkasse
    BLZ 200 505 50
    Kto.-Nr. 12 08 11 67 13

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Onno Groß
    1. Vorsitzender DEEPWAVE. e.V.
    Die Meeresschutzorganisation
    Email: info@deepwave.org
    Web: http//:www.deepwave-blog.de
    https://www.facebook.com/deepwave.org___##1##___ http://meeresfibel.blog.de/
    L

  • Konsultation zum Fischfang und zur Tieefseefischerei

    Die Konsultation zum Fischfang und zur Tieefseefischerei 2015/2016 sind nun online.

    http://ec.europa.eu/dgs/maritimeaffairs_fisheries/consultations/fishing-opportunities-2015/contributions/index_en.htm

  • EU Umwelt- und Meereskommissar kann Bedenken nicht ausräumen

    Künftiger Umweltkommissar kann Bedenken nicht ausräumen

    Die Anhörung des designierten EU-Umwelt- und Meereskommissars Karmenu Vella am Montag hat die Befürchtungen der Umweltverbände verstärkt, dass Umweltschutz und Nachhaltigkeit in der neuen EU-Kommission unter Jean Claude Juncker keine Rolle spielen sollen.

    DNR-Präsident Prof. Dr. Hartmut Vogtmann äußerte seine Bedenken: "Vellas Auftritt konnte mich nicht beruhigen. Besonders alarmiert war ich von Vellas Bemerkung, dass er keine Notwendigkeit für einen Vizepräsidenten für Nachhaltigkeit sehe, da nachhaltige Entwicklung selbstverständlich sei. Das passt ins Bild einer Deregulierungsagenda, in der Umweltschutz dem Paradigma von Jobs, Wachstum und Wettbewerb unterliegt.“

    „Über das 7. Umweltaktionsprogramm, der 2013 verbindlich beschlossenen Langfristplanung der EU für den Umweltschutz, äußerte Vella lediglich, dass er sich von ihm leiten lassen wolle. Das hört sich für mich nicht an, dass er es als Arbeitsauftrag mit in seine Agenda aufnimmt,“ ergänzte Bjela Vossen, Leiterin der DNR-EU-Koordination.

    „Vor allem aber präsentierte Vella sich nicht als das, was jetzt dringend gebraucht wird: ein konfliktfreudiger Anwalt von Umweltbelangen in einer ansonsten eindimensional auf Wirtschaftswachstum orientierten Kommission,“ kommentierte NABU-Geschäftsführer Leif Miller.

    „Mit der Absegnung von Vella durch den Fischerei- und Umweltausschuss haben unsere Volksvertreter in Brüssel ihren Trumpf verspielt, mehr Umweltschutz unter Juncker zu erreichen,“ fasste Vogtmann den Stand der Dinge zusammen.

    Der DNR wiederholte seine Forderung an die Europaparlamentarier und Europaparlamentarierinnen, der neuen Kommission am 22. Oktober ihre Zustimmung zu verweigern, solange Juncker Umweltschutz und Nachhaltigkeit nicht fest in Struktur und Arbeitsaufträgen der Kommission verankert.

    Im Vorfeld an die Anhörung hatte Parlamentspräsidenten Martin Schulz auf Bitten des Umweltausschuss in einem Brief an Juncker um Nachbesserungen hin zu mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz gebeten. Auch Bundesumweltministerin Hendricks hat laut ENDs Europe daily vom 30.09.2014 einen Brief an Juncker geschrieben, in dem sie ihn an die Verpflichtung zum 7. Umweltaktionsprogramm erinnert und ihre Sorge zum Mandat, die Vogelschutz- und Fauna-Flora-Habitatrichtlinie zu modernisieren, ausspricht. Zudem haben die Netzbetreiber der Erneuerbaren Energien in ihrem offenen Brief an Juncker ihre Befürchtung geäußert, dass Juncker die Naturschutzrichtlinien aufweichen könnte. Unabhängig davon haben auch Mitglieder der Ressourceneffizienzplattform EREP ihre Bedenken an dem Zuschnitt der EU-Kommission und Ihre Befürchtung geäußert, dass Ressourceneffizienz in der EU künftig keine Rolle mehr spielen könnte.

    Juncker geht in seinem Antwortbrief an Schulz nur oberflächlich in drei Punkten auf die Bedenken des Umweltausschuss ein, sodass die Befürchtungen bestehen bleiben. „Die in letzter Minute vor der Anhörung vorgelegte Antwort kommt einer Brüskierung des Parlaments gleich. Juncker verbittet sich darin sinngemäß eine Einmischung in seine Pläne und behauptet, alle Kommissare würden bei ihrer Arbeit an die Umwelt denken, da müsse man nicht konkreter werden“, so NABU-Geschäftsführer Leif Miller. Das dürfe von Martin Schulz so nicht akzeptiert werden. „Hier droht das Motto: Wenn alle zuständig sind, ist es keiner.“

    Die Anhörungen der designierten Kommissare finden bis zum 7. Oktober statt. Anschließend werten die Ausschussvorsitzenden in einem außerordentlichen Treffen am 7. Oktober die Anhörungen aus. Am 8. und 9. Oktober bewerten die einzelnen Fraktion die Anhörungen. Auf der Konferenz der Präsidenten am 9. Oktober werden der Parlamentspräsident Martin Schulz und die Fraktionsvorsitzenden mit Juncker die Evaluierung der designierten Kommissare abschließen und über die neue Struktur der EU-Kommission sprechen. Danach muss das Plenum des Europäischen Parlaments am 22. Oktober der Kommission als Ganzes zustimmen oder sie ablehnen. [bv]

    Source and Background:

    http://www.eu-koordination.de/umweltnews/news/politik-recht/2860-kuenftiger-umweltkommissar-kann-bedenken-nicht-ausraeumen

  • Reisebranche kritisieren geplante Ölsuche im Mittelmeer

    Reisebranche kritisieren geplante Ölsuche im Mittelmeer

    Der Schweizer und der österreichische Reiseverband zeigen sich besorgt über das Vorhaben des britischen Ölkonzerns Cairn Energy. Dieser will im Mittelmeer vor Ibiza nach Öl und Gas suchen. Über 125 000 Bürger Spaniens erheben Einspruch gegen diese Pläne. Und mehr als 210 000 Menschen aus dem deutschsprachigen Raum haben den Protest von OceanCare unterzeichnet, um die für Meerestiere tödliche Gefahr des Unterwasserlärms und das Risiko einer Ölkatastrophe abzuwenden.

    Zürich/Wien, 2.10.2014. Sowohl der Schweizer als auch der österreichische Reiseverband kritisieren die Pläne, vor den Balearen nach Öl- und Gasvorkommen zu suchen. OceanCare, Alianza Mar Blava und Natural Resources Defense Council NRDC begrüssen diese am 2. Oktober veröffentlichte Kritik: „Es ist ein starkes und gleichzeitig notwendiges Signal jenes Wirtschaftszweiges, der für die Balearen die grösste Bedeutung hat“, sagt Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare. Ausserdem wurde in den vergangenen Tagen bekannt gegeben, dass mehr als 125 000 spanische Bürger offiziell Einspruch gegen das Projekt erhoben haben. 117 000 davon sind sesshaft auf den Balearen - das ist ein Zehntel der gesamten Bevölkerung der beliebten Ferieninseln Formentera, Ibiza, Mallorca und Menorca. „Die Ablehnung der Pläne der Ölindustrie ist dermassen überwältigend, dass man sich fragt, warum die gewählten Entscheidungsträger nicht längst dem Projekt die vom Volk gewünschte Absage erteilt haben“, fährt Lüber fort. Druck kommt auch von besorgten Bürgern aus dem deutschsprachigen Raum: Über 210 000 Menschen haben den Protest „Notruf aus Ibiza - tödliche Ölsuche verhindern“ unterschrieben und fordern die spanische Regierung zum Handeln auf. Hinter dem Protest steht OceanCare: Die Meeresschutzorganisation mit Sitz in der Schweiz hat die Koalition Silent Oceans gegründet und setzt sich gemeinsam mit Partnerorganisationen weltweit für den Schutz der Meerestiere ein - so auch vor den spanischen Ferieninseln.

    Seismischen Explorationen 2013 unbewilligt durchgeführt
    Vor wenigen Wochen wurde öffentlich, dass bereits im vergangenen Jahr nicht genehmigte seismische Aktivitäten stattgefunden haben. „Wissenschaftler wurden aufgrund des untypischen Verhaltens von Pottwalen in der Region auf die Schallexplosionen aufmerksam. Behörden und Ölindustrie hüllen sich jedoch in Schweigen“, kritisiert Nicolas Entrup, Konsulent für OceanCare und NRDC. Schon die Suche nach Öl- und Gasvorkommen setzt das Leben im Meer um die Balearen einer grossen Gefahr aus. Die unvorstellbar lauten Schallkanonen der Rohstoffsuche können Wale, Delphine und andere Meerestiere, darunter auch kommerziell genutzte Fische, vertreiben, verletzen oder direkt töten.

    Risiko einer Ölkatastrophe im Mittelmeer
    Bohrungen, vor allem in der Tiefsee, stellen ein weiteres Risiko dar: Im Falle eines Unfalls verursachen sie irreparable Schäden für Ökologie und Ökonomie der Inselregion. „Auch die Ölindustrie und die spanische Regierung müssen Grenzen akzeptieren und davon Abstand nehmen, in ökologisch und ökonomisch besonders wertvollen Gebieten wie dem westlichen Mittelmeer nach Öl und Gas zu suchen“, fordert Carlos Bravo, Koordinator der lokalen Koalition Alianza Mar Blava.

    Entscheid der spanischen Regierung
    Der Entscheid zur Umweltverträglichkeitsprüfung des Projekts der Rohstoffsuche vor der spanischen Inselgruppe ist ausstehend. Die spanische Regierung lässt sich damit Zeit. Im Frühjahr 2015 finden auf den Balearen die Wahlen zur Regionalregierung statt, im Herbst folgen nationale Wahlen in Spanien. Der Zwist um die geplante Ölerschliessung wird sukzessive zu einem Kernthema. Nicht zuletzt wird die Entscheidung auch ein Signal über die Ausrichtung der künftigen spanischen Energiepolitik sein.

    Medienkontakte:
    Sigrid Lüber, Präsidentin OceanCare, Telefon +41 44 780 66 88, Mobil +41 79 475 26 87, slueber@oceancare.org
    Nicolas Entrup, Konsulent für OceanCare und NRDC, Tel. + 43 660 211 9963, n.entrup@shiftingvalues.com
    Carlos Bravo, Alianza Mar Blava, Tel. +34 626 99 82 41, carlos.bravo@salviateam.eu

    OceanCare
    OceanCare ist Initiantin der Koalition Silent Oceans und setzt sich seit 1989 weltweit für die Meeressäuger und Ozeane ein. Mit Forschungs- und Schutzprojekten, Umweltbildungskampagnen sowie intensivem Einsatz in internationalen Gremien unternimmt die Organisation konkrete Schritte zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den Weltmeeren. Seit Juli 2011 ist OceanCare von den Vereinten Nationen als Sonderberaterin für den Meeresschutz anerkannt, sowie seit einigen Jahren offizieller Partner des Abkommens der Mittelmeer-Anrainerstaaten zum Schutz der Wale und Delphine. www.oceancare.org, www.silentoceans.org

    Alianza Mar Blava
    Die Alianza Mar Blava ist eine sektorübergreifende Allianz mit mehr als 75 Mitgliedern, die das gesamte Spektrum der Akteure von Ibiza und Formentera abdecken. Dazu zählen öffentliche Verwaltungen, Wirtschaftssektoren wie Fischerei, Tourismus und Schifffahrt, sowie soziale Organisationen wie Umweltschützer und Gewerkschaften. Diese vielfältige Struktur verleiht Alianza Mar Blava ein besonders hohes Mass an Repräsentativität und verdeutlicht den grossen Widerstand, den die Ölprojekte ausgelöst haben. www.alianzamarblava.org

    Natural Resources Defense Council
    NRDC ist eine im Jahr 1970 in den USA gegründete Nicht-Regierungsorganisation, die insbesondere von Anwälten, Wissenschaftlern und Umweltexperten geführt wird und sich dem Ziel des Schutzes der öffentlichen Gesundheit und der Umwelt widmet. Aktuell hat NRDC ca. 1,3 Millionen aktive Unterstützer, inkl. Online-Aktivisten. Energiewirtschaft, Schutz von Wildtieren, Erhaltung der Ozeane zählen zu den Kernkompetenzen von NRDC. www.nrdc.org

Footer:

Die auf diesen Webseiten sichtbaren Daten und Inhalte stammen vom Blog-Inhaber, blog.de ist für die Inhalte dieser Webseiten nicht verantwortlich.