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  • Meeresalge adaptiert an Klimawandel

    Meeresalge mit großem Potenzial

    Weltweit einmaliges Labor-Experiment zeigt schnelle evolutionäre Anpassung an Ozeanversauerung und steigende Wassertemperaturen

    Die wichtigste einzellige Kalkalge der Weltmeere ist in der Lage, sich durch Evolution gleichzeitig an steigende Wassertemperaturen und Versauerung des Ozeans anzupassen. Ein international einmaliges Langzeitexperiment mit der Art Emiliania huxleyi am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel zeigt, dass das Potenzial der Alge weitaus größer ist, als bislang vermutet worden war. Außerdem bewiesen die Wissenschaftler mit ihrer Labor-Studie erstmals, dass sich evolutionäre Anpassungen an mehrere Stressfaktoren nicht gegenseitig beeinträchtigen müssen. Weitere Arbeiten sollen nun zeigen, welche Folgen die Reaktionen für wichtige Funktionen des Ozeans hätten und inwieweit sich die Beobachtungen auf natürliche Ozeanbedingungen übertragen lassen.

    In einem bislang einmaligen Evolutionsexperiment demonstrierten Wissenschaftler des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und des Thünen-Instituts für Seefischerei erstmals, dass sich die wichtigste einzellige Kalkalge der Weltozeane, Emiliania huxleyi, gleichzeitig an Ozeanversauerung und steigende Wassertemperaturen anpassen kann. Die Forscher widerlegten mit ihrer Studie die verbreitete Vermutung, evolutionäre Anpassungen an diese beiden Aspekte des Klimawandels würden sich gegenseitig behindern.

    „Auch wenn das Experiment unter Laborbedingungen durchgeführt wurde, zeigt es deutlich, welch großes Anpassungspotential in Emiliania huxleyi steckt“, erklärt Lothar Schlüter, Erstautor der Studie und Doktorand am GEOMAR. „Der Beweis ist erbracht. Prognosen über den Ozean der Zukunft müssen solche adaptiven Veränderungen unbedingt berücksichtigen.“ Ihre Ergebnisse, die im Rahmen des Exzellenzclusters „The Future Ocean“ und des deutschen Forschungsverbunds BIOACID (Biological Impacts of Ocean Acidification) erzielt wurden, präsentieren die Forscher in der Oktober-Ausgabe des Fachmagazins Nature Climate Change.

    Basis der Untersuchung war eine einzelne Zelle von Emiliania huxleyi aus dem Raunefjord in Norwegen. Da sich diese Alge im Labor etwa einmal am Tag durch Teilung vermehrt, konnten aus dem Isolat zahlreiche genetisch zunächst identische Kulturen gewonnen werden. Für die Studie wurden jeweils fünf Kulturen unter Kontrollbedingungen (15 Grad Celsius) und bei erhöhter Wassertemperatur (26 Grad Celsius) kombiniert mit drei unterschiedlichen Konzentrationen an Kohlendioxid (CO2) gehalten: einem Kontrollwert mit heutigen Verhältnissen, den Bedingungen, die nach den kritischsten Berechnungen des Weltklimarats gegen Ende dieses Jahrhunderts erreicht werden könnten, und dem höchstmöglichen Grad an Versauerung.

    Nach einem Jahr und etwa 460 Algen-Generationen prüften die Wissenschaftler, wie die angepassten im Vergleich zu den Kontroll-Populationen innerhalb eines Zeitraums von fünf Tagen auf die hohe Temperatur reagierten. Ergebnis: Angepasste Populationen wuchsen unter 26 Grad Celsius deutlich schneller als die nicht-angepassten – unabhängig vom Kohlendioxid-Gehalt im Wasser. Teilweise produzierten die angepassten Kulturen unter den hohen Temperaturen sogar mehr neue Biomasse und etwa doppelt so viele Kalkplättchen als die Kontrollgruppe.

    In einem Teilexperiment kamen die Forscher zu dem überraschenden Ergebnis, dass sich die Kulturen, die ein Jahr lang gleichzeitig dem höchsten CO2-Wert und den höchsten Temperaturen ausgesetzt waren, am schnellsten auf die erneut höheren Temperaturen einstellten. „Über mehrere hundert Generationen hinweg haben sich offenbar jene neuen Mutationen durchgesetzt, welche gleichzeitig Vorteile unter Ozeanversauerung und Erwärmung vermittelt haben“, folgert Schlüter.

    Einzellige Kalkalgen wie Emiliania huxleyi spielen eine wichtige Rolle für den Transport von Kohlenstoff in den tiefen Ozean. Daher erfassten die Forscher nach der Anpassungsphase auch das Verhältnis von anorganischen Kalkplättchen zu organischem Kohlenstoff in den Zellen: Es deckte sich fast mit dem der Kontroll-Population unter heutigen Ozeanbedingungen. „Dies bedeutet, dass die per Evolution angepassten Kalkalgen weiterhin den selben Ballast-Effekt erzielen wie die ursprünglichen isolierten Kulturen unter den heutigen Bedingungen – also nach ihrem Absterben oder in Kotballen Kohlenstoff in den tiefen Ozean transportieren, so dass dieser dort langfristig gespeichert wird“, erklärt Prof. Dr. Thorsten Reusch, Leiter der Evolutionsökologie am GEOMAR. „Die Funktion des Ozeans als Kohlenstoff-Senke, welche die Folgen des Klimawandels abmildert, würde somit erhalten bleiben.“

    Die Evolutionsökologen des GEOMAR zeigten 2012 erstmals, dass sich Emiliania huxleyi durch Evolution an Ozeanversauerung anpassen kann. Seither wurden die Laborexperimente weitergeführt und verfeinert. „Mittlerweile läuft in unseren Laboren das weltweit längste und komplexeste Experiment zu dieser Fragestellung“, unterstreicht Thorsten Reusch. Die Labor-Ergebnisse werden jetzt in biogeochemische Modelle einbezogen, welche die Produktivität des Ozeans der Zukunft und Grenzen der Kohlenstoff-Speicherung errechnen. Außerdem fließen die Erkenntnisse zur evolutionären Anpassung in eine Untersuchung zu zukünftigen Artenverschiebungen im Plankton ein.

    Originalveröffentlichung:

    Schlüter, L.; Lohbeck, K. T., Gutowska, M, A., Gröger, J. P., Riebesell, U.; Reusch, Thorsten B. H. (2014): Adaptation of a globally important coccolithophore to ocean warming and acidification, Nature Climate Change, doi: 10.1038/nclimate2379

    Future Ocean in Kürze

    Der Kieler Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ erforscht die Veränderungen der Ozeane in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft mit einem weltweit einmaligen Ansatz: Meeres-, Geo- und Wirtschaftswissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Mediziner, Mathematiker, Informatiker, Juristen sowie Gesellschafts- und Sozialwissenschaftler bündeln ihr Fachwissen in insgesamt elf multidisziplinären Forschergruppen. Ihre Forschungsergebnisse fließen ein in nachhaltige Nutzungskonzepte und Handlungsoptionen für ein weltweites Management der Ozeane. Das Forschernetzwerk wird getragen von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, dem Institut für Weltwirtschaft (IfW) und der Muthesius Kunsthochschule (MKHS). Der Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ wird im Rahmen der Exzellenzinitiative von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Auftrag von Bund und Ländern gefördert. Weitere Informationen unter www.futureocean.org.

    BIOACID in Kürze

    Unter dem Dach von BIOACID (Biological Impacts of Ocean Acidification) untersuchen 14 Institute, wie marine Lebensgemeinschaften auf Ozeanversauerung reagieren und welche Konsequenzen dies für das Nahrungsnetz, die Stoff- und Energieumsätze im Meer sowie schließlich auch für Wirtschaft und Gesellschaft hat. Das Projekt begann 2009 und ging im September 2012 in eine zweite auf drei Jahre angelegte Förderphase. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt die aktuellen Arbeiten mit 8,77 Millionen Euro. Die Koordination liegt beim GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Eine Liste der Mitglieds-Institutionen, Informationen zum wissenschaftlichen Programm und den BIOACID-Gremien sowie Fakten zur Ozeanversauerung sind auf der Website www.bioacid.de zu finden.

    Links

    www.geomar.de GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

    www.ti.bund.de THÜNEN-Institut für Seefischerei Hamburg

    www.ozean-der-zukunft.de Exzellenzcluster Ozean der Zukunft

    www.bioacid.de BIOACID (Biological Impacts of Ocean Acidification)

  • Wissen über die Ozeanversauerung und ihre Folgen

    Wissen über die Ozeanversauerung und ihre Folgen

    BIOACID präsentiert beim Jahrestreffen 2014 neue deutschsprachige Broschüre

    Um wichtige Erkenntnisse und Beobachtungen reicher – und weiterhin mit Hochdruck dabei, zukünftige Veränderungen im Ökosystem Ozean abzuschätzen und zu bewerten: Fünf Jahre nach dem „Kick-off“ sind die Mitglieder des Deutschen Forschungsverbunds BIOACID wieder zu Gast am GEOMAR. Neben dem Austausch über abgeschlossene, laufende und geplante Projekte wurde auf dem Jahrestreffen 2014 auch eine neue Broschüre vorgestellt: „Ozeanversauerung: Zusammenfassung für Entscheidungsträger“ komprimiert das Wissen über die Ozeanversauerung und deren Folgen auf 21 Prognosen und gibt Wahrscheinlichkeiten für deren Eintreten an.

    Der Säuregrad des Meerwassers kann in diesem Jahrhundert um bis zu 170 Prozent ansteigen. Ausgelöst wird die Ozeanversauerung durch die Aufnahme von Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre. Als Folge davon werden sich marine Ökosysteme und die Artenvielfalt so stark verändern, dass mit weitreichenden Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft zu rechnen ist. Menschen, die von Ökosystemleistungen der Ozeane abhängen, sind besonders betroffen. Die Versauerung lässt sich jedoch abmildern, wenn die Kohlendioxid-Emissionen weltweit verringert werden. So lautet die Einschätzung einer Gruppe von 540 Experten aus 37 Ländern. In ihrer Broschüre „Ozeanversauerung: Zusammenfassung für Entscheidungsträger“ treffen die Wissenschaftler 21 detaillierte Aussagen über die Folgen der Ozeanversauerung und geben Wahrscheinlichkeiten für deren Eintreten an.

    „Mit der ,Zusammenfassung für Entscheidungsträger’ halten wir nun endlich auch eine deutschsprachige Übersicht des aktuellen Kenntnisstands in den Händen“, freut sich Prof. Ulf Riebesell über die Veröffentlichung der Ergebnisse des Dritten Symposiums über den Ozean in einer Hoch-CO2-Welt. Der Professor für Biologische Ozeanografie am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel koordiniert den Deutschen Forschungsverbund BIOACID (Biological Impacts of Ocean Acidification). „Viele BIOACID-Wissenschaftler präsentierten ihre Erkenntnisse auf diesem internationalen Meeting. Auch in die folgende Diskussion floss viel von unserem Wissen ein. Darum war es höchste Zeit für eine Übersetzung.“

    Eine gedruckte Kurzversion der deutschsprachigen Broschüre wurde beim Jahrestreffen 2014 des Projekts BIOACID vorgestellt. Sie wird jetzt an Ausschuss-Mitglieder des Deutschen Bundestags sowie weitere Multiplikatoren verteilt und kann über das BIOACID-Koordinationsbüro bestellt werden. Die Langfassung steht auf den Internetseiten des Projekts BIOACID und des GEOMAR zum Download zur Verfügung.

    http://www.geomar.de/fileadmin/content/service/presse/Pressemitteilungen/2014/OzeanversauerungZfE.pdf

    Einen Eindruck über die Breite des aktuellen Kenntnisstands vermittelt der Austausch beim fünften Jahrestreffen der BIOACID-Mitglieder. Gleichzeitig sind noch immer viele Wissenslücken zu füllen: Im Laborversuch passten sich einzelne Plankton-Arten an Ozeanversauerung in Verbindung mit anderen Stressfaktoren wie steigende Wassertemperaturen an – doch gelänge ihnen dies auch in ihrem natürlichen Lebensumfeld? Im Freiland-Experiment scheinen besonders die kleinen Plankton-Organismen von einem Plus an CO2 im Wasser zu profitieren, während vor allem viele Kalk bildende Arten Schwierigkeiten bekommen. Wie wirkt sich der Boom an der Basis auf das gesamte Gefüge der Arten aus? Wie lassen sich zukünftige Veränderungen in den Stoffkreisläufen der Ozeane verlässlich berechnen? Sind ökonomische Folgen der Ozeanversauerung genau zu beziffern?

    „Bis zum Ende unserer zweiten Förderphase im kommenden Herbst erwarten wir noch viele wegweisende Ergebnisse und neue Beobachtungen“, bilanziert Riebesell. Die dritte Förderphase soll dann allein der Auswertung und Aufbereitung der Ergebnisse dienen. „Unser Ziel wird sein, eine umfassende Risikobewertung der Ozeanversauerung im Zusammenspiel mit anderen Umweltstressoren zu erarbeiten und die oft komplexen Zusammenhänge in verständlicher Form darzustellen an die Öffentlichkeit und die Entscheidungsträger zu kommunizieren.“

    BIOACID in Kürze:
    Unter dem Dach von BIOACID (Biological Impacts of Ocean Acidification) untersuchen 14 Institute, wie marine Lebensgemeinschaften auf Ozeanversauerung reagieren und welche Konsequenzen dies für das Nahrungsnetz, die Stoff- und Energieumsätze im Meer sowie schließlich auch für Wirtschaft und Gesellschaft hat. Das Projekt begann 2009 und ging im September 2012 in eine zweite auf drei Jahre angelegte Förderphase. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt die aktuellen Arbeiten mit 8,77 Millionen Euro. Die Koordination liegt beim GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Eine Liste der Mitglieds-Institutionen, Informationen zum wissenschaftlichen Programm und den BIOACID-Gremien sowie Fakten zur Ozeanversauerung sind unter www.bioacid.de zu finden. Mailkontakt: bioacid@geomar.de

    Ansprechpartner:
    Prof. Dr. Ulf Riebesell (GEOMAR, FB2-BI), Tel.: 0431 600-4444, uriebesell@geomar.de
    Maike Nicolai (GEOMAR, Kommunikation & Medien), Tel.: 0431 600-2807, mnicolai@geomar.de

  • IWC bewilligt Grönland eine viel zu hohe Walfangquote

    IWC bewilligt Grönland eine viel zu hohe Walfangquote

    EU präsentiert sich am Gängelband Dänemarks

    Mit grosser Enttäuschung reagieren OceanCare und Pro Wildlife auf die heutige Entscheidung der Internationalen Walfangkommission, Grönland den Fang von jährlich 178 Zwergwalen, 19 Finnwalen, 10 Buckelwalen und zwei Grönlandwalen zu genehmigen. „Dass Grönlands Ureinwohner eine Quote bekommen, ist prinzipiell richtig“, betont Dr. Sandra Altherr von Pro Wildlife, die an der IWC-Tagung in Portoroz teilnimmt. „Aber die Höhe der Quote ist ein Skandal und war nur möglich, weil die EU-Kommission gemeinsam mit Dänemark diesen Antrag rücksichtslos durchgeboxt hat. Die EU-Mitgliedsstaaten haben damit ihre berechtigte Kritik von vor zwei Jahren komplett über Bord geworfen.“ Lediglich die lateinamerikanischen Länder lehnten die Quoten ab, doch die erforderliche Dreiviertelmehrheit wurde mit 46 Ja gegenüber elf Nein erreicht. Auch die Schweiz stimmte Ja.

    Studie belegt niedrigeren Bedarf für Walfleisch
    Grönland beansprucht offiziell 799 Tonnen Walfleisch für die Selbstversorgung seiner Ureinwohner. Doch eine wissenschaftliche Befragung zum Konsumverhalten der grönländischen Inuit von 2012 zeigt deutlich, dass der wahre Bedarf weit geringer ist: Der Studie zufolge konsumieren die Inuit auf Grönland etwa 533 Tonnen „Wal“ pro Jahr. „Diese Zahl liegt nicht nur um ein Drittel niedriger als die bei der IWC beantragten Mengen – darin enthalten sind auch die 4.000 Kleinwale und Delphine, die jährlich in Grönland erlegt werden und die mindestens 150 Tonnen Fleisch und Speck liefern“, berichtet Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare. „Der wahre Bedarf an Grosswalen liegt also deutlich niedriger als die hier eingeforderte und bewilligte Quote.“

    Leere Drohung Dänemarks zeigte Wirkung
    Vorangegangen war die Drohung Dänemarks, aus der IWC auszutreten, wenn die EU keine Quote für Grönland fordern würde. Bei der letzten IWC-Tagung 2012 war Grönland, u.a. aufgrund des Neins der EU, eine höhere Fangquote verweigert worden, weil es Kritik an der Kommerzialisierung des Walfangs der Inuit dort gab. Ein Teil des Walfleisches wird in Supermärkten, Touristenrestaurants und auf anlegenden Kreuzfahrtschiffen verkauft. „Dänemarks Rechnung ging voll auf: Vor lauter Angst, die EU könnte an Einfluss verlieren, zahlt sie nun einen hohen Preis: Sie opfert mehrere Grosswale jährlich einer falsch verstandenen politischen Rücksichtnahme – und sie hat dazu beigetragen, die Grenzen zwischen Subsistenzwalfang und kommerziellem Walfang aufzuweichen,“ so die Pro Wildlife Sprecherin abschliessend.

    Resolution der EU weicht Auflagen für Subsistenzwalfang auf
    Zusätzlich zu der erteilten Quote wurde heute auch eine Resolution der EU verabschiedet (mit 40 Ja, 5 Nein und 15 Enthaltungen), die die Anforderungen an Ureinwohnerwalfang verwässert. Sie überlässt die Entscheidung über künftige Bedürfnisberichte dem jeweiligen IWC-Mitgliedsstaat – eine Mitsprache der IWC ist künftig kaum noch möglich.
    Weiterführende Links und Informationen

    www.oceancare.org/walschutz
    www.prowildlife.de/IWC2014
    http://www.prowildlife.de/sites/default/files/FS_Walfang_Ureinwohner.pdf

    Bild

    IWC Konferenz Plenum 15092014. Copyright: Barbara Maas

    Medienkontakte
    Sigrid Lüber nimmt für OceanCare als Beobachterin an der IWC-Konferenz teil. Sie wird ab dem 10. September vor Ort sein und auf OceanCares Blog über die Konferenz berichten.

    Sigrid Lüber, Präsidentin OceanCare: Tel: (+41) 79 475 26 87, Skype: sigrid_lueber, slueber@oceancare.org (in Slowenien vom 10.-18. September 2014).

    Über OceanCare
    Seit 1989 setzt sich OceanCare weltweit für die Meeressäuger und Ozeane ein. Mit Forschungs- und Schutzprojekten, Umweltbildungskampagnen sowie dem Einsatz in internationalen Gremien unternimmt die Organisation konkrete Schritte zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den Weltmeeren. Im Juli 2011 erhielt die Organisation von den Vereinten Nationen den UN-Sonderberaterstatus zugesprochen. www.oceancare.org

    Bisheriges Engagement von OceanCare an der IWC
    OceanCare setzt sich seit 1992 als einzige Schweizer Nichtregierungsorganisation an den Tagungen der Internationalen Walfangkommission (IWC) für den Schutz der Wale ein. Als langjährige Beobachterin ist sie mit den Akteuren und Regeln des Gremiums bestens vertraut. In Slowenien setzt sich OceanCare auch dieses Jahr dafür ein, dass die Wale maximalen Schutz erhalten. Bereits 2001 trug die Organisation mit einem Völkerrechtsgutachten zum Stimmenkauf zu einer historische Resolution für politische Transparenz bei, die 2011 zu einem Verbot von sogenannten Motivationsgeschenken führte. Ein von OceanCare eingebrachtes Rechtsgutachten zur Partizipation der Zivilbevölkerung führte dazu, dass seit 2008 neu auch Nichtregierungsorganisationen angehört werden. OceanCare war massgeblich daran beteiligt, dass IWC Mitgliedstaaten sich für eine Zusammenarbeit mit der WHO entschlossen und die Walfangländer neu Konsumenten über Gesundheitsrisiken durch den Verzehr von Walfleisch informieren müssen. www.oceancare.org/walschutz

    Über Pro Wildlife
    Pro Wildlife ist eine gemeinnützige Organisation, die sich global für den Schutz von Wildtieren und ihrer Lebensräume einsetzt. Weltweit unterstützt Pro Wildlife Artenschutzprojekte vor Ort und leistet Aufklärungsarbeit, um Wildtierhandel und Wilderei einzudämmen. Pro Wildlife nimmt an Konferenzen wie der Internationalen Walfangkommission (IWC) und dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA, engl. CITES), um den Schutzstatus von Wildtieren weltweit zu verbessern.

  • EU rügt Islands Walfang - endlich!

    EU rügt Islands Walfang - endlich!

    Mit einer Demarche löst sich die EU aus diplomatischer Warteschleife – die Schweiz unterzeichnet die Demarche nicht

    OceanCare und Pro Wildlife begrüssen eine gemeinsame Demarche der 28 EU-Mitgliedsstaaten sowie Australien, Brasilien, Israel, Monaco, Neuseeland und den USA, die Islands kommerziellen Walfang und den Export von tausenden Tonnen Walfleisch nach Japan verurteilt: „Fünf lange Jahre hat die EU zu Islands Walfang geschwiegen, endlich findet sie scharfe Worte“, so Dr. Sandra Altherr, Sprecherin der Artenschutzorganisation Pro Wildlife. „Eine Demarche ist wichtig, aber für die heute in Slowenien beginnende Tagung der Internationalen Walfangkommission hätte es auch eine Resolution gebraucht“. Mehr als 1.000 Finn- und Zwergwale hat Island seit 2003 getötet, eine offizielle Stellungnahme durch die IWC als der zuständigen Konvention steht seither jedoch aus. Die Demarche wird von der Schweiz nicht mitgetragen.

    Islands eskalierender Walfang
    Aus Angst vor internationalen Boykottaktionen setzte Island zwischen 1990 und 2002 den Walfang aus. Seit 2003 betreibt Island ganz offiziell wieder Waljagd, die eigenmächtig gesetzte Jahresquote beträgt aktuell 154 Finn- und 229 Zwergwale. Seither wurden 5.000 Tonnen Walfleisch nach Japan exportiert. Damit untergräbt Island sowohl das Moratorium der Internationalen Walfangkommission (IWC) als auch das weltweite Handelsverbot durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (engl. CITES). „Über 100 bedrohte Finnwale wurden seit Anfang Juni in Island getötet – und die Saison ist noch nicht zu Ende“, berichtet die Pro Wildlife Sprecherin. „Finnwale sind auf der Internationalen Roten Liste als bedroht eingestuft, die Jagd auf diese Tiere ist ein Skandal.“

    Die Demarche ist gut, aber nicht genug
    Mit Blick auf die schleppenden EU-Beitrittsverhandlungen verzichtete die EU seit Jahren auf diplomatische Schritte gegen Island – trotz der steigenden Fangzahlen und der Rekordexporte. „Da Wale in EU-Gewässern streng geschützt sind, hätte ein EU-Beitritt den Walfang in Island wohl beendet. Erst nachdem Island die Beitrittsverhandlungen im Frühjahr 2014 stoppte, konnte man sich jetzt zu einer Demarche durchringen“, erläutert die Pro Wildlife Sprecherin. Altherr bezeichnet die aktuelle Demarche angesichts über 500 getöteter bedrohter Finnwale als wichtig und überfällig, betont jedoch gleichzeitig: „Weil für die heute beginnende Walfangtagung keine Resolution zu Island eingereicht wurde, ist Islands Jagd auch kein offizieller Agenda-Punkt – und somit scheut sich die IWC als das zuständige internationale Gremium seit nunmehr elf Jahren vor einer offiziellen Verurteilung.“ Auch Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare, zeigt sich enttäuscht, dass Islands Walfang an der IWC kein Thema zu sein scheint: „Es ist enttäuschend, dass die Schweiz die Demarche nicht mitunterzeichnet hat, weil ein diplomatisches Zeichen gegen Islands Walfang gerade jetzt sehr wichtig gewesen wäre.“

    Ein einziger Mann steht hinter der Jagd auf Finnwale
    Während Islands Regierung die Zwergwaljagd als Nebenerwerb für Fischer genehmigt, hält der Millionär und politisch einflussreiche Geschäftsmann Kristján Loftsson das Monopol für die Finnwaljagd inne. Seine Firma Hvalur hf ist Inhaber der vier einzigen Walfangschiffe, er selbst ist nicht nur Islands einziger Finnwaljäger, sondern auch Fischereiunternehmer und offizielles Mitglied der isländischen Delegation auf der Walfangtagung. „Es ist eine Schande, wie sich der Inselstaat für die Interessen eines einzelnen Mannes ins politische Abseits stellt – zumal die Jagd mit dem in Island boomenden Waltourismus kollidiert“, so Altherr. Einer aktuellen Studie zu Islands Tourismus zufolge nutzt jeder dritte Islandbesucher im Sommer die Gelegenheit, an einer Whale Watching Tour mitzumachen. Allein 2013 waren dies über 200.000 Menschen.

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    Weiterführende Links und Informationen

    www.oceancare.org/walschutz
    www.prowildlife.de/IWC2014
    www.prowildlife.de/sites/default/files/FS_Walfang_Island.pdf
    www.prowildlife.de/PM_Walfang_EU_Island
    Verbändeappell an die EU: www.prowildlife.de/sites/default/files/ngo_letter_EU-Commission_May_2014.pdf

    Medienkontakte
    Sigrid Lüber nimmt für OceanCare als Beobachterin an der IWC-Konferenz teil. Sie wird ab dem 10. September vor Ort sein und auf OceanCares Blog über die Konferenz berichten.

    Sigrid Lüber, Präsidentin OceanCare: Tel: (+41) 79 475 26 87, Skype: sigrid_lueber, slueber@oceancare.org (in Slowenien vom 10.-18. September 2014).

    Über OceanCare
    Seit 1989 setzt sich OceanCare weltweit für die Meeressäuger und Ozeane ein. Mit Forschungs- und Schutzprojekten, Umweltbildungskampagnen sowie dem Einsatz in internationalen Gremien unternimmt die Organisation konkrete Schritte zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den Weltmeeren. Im Juli 2011 erhielt die Organisation von den Vereinten Nationen den UN-Sonderberaterstatus zugesprochen. www.oceancare.org

    Bisheriges Engagement von OceanCare an der IWC
    OceanCare setzt sich seit 1992 als einzige Schweizer Nichtregierungsorganisation an den Tagungen der Internationalen Walfangkommission (IWC) für den Schutz der Wale ein. Als langjährige Beobachterin ist sie mit den Akteuren und Regeln des Gremiums bestens vertraut. In Slowenien setzt sich OceanCare auch dieses Jahr dafür ein, dass die Wale maximalen Schutz erhalten. Bereits 2001 trug die Organisation mit einem Völkerrechtsgutachten zum Stimmenkauf zu einer historische Resolution für politische Transparenz bei, die 2011 zu einem Verbot von sogenannten Motivationsgeschenken führte. Ein von OceanCare eingebrachtes Rechtsgutachten zur Partizipation der Zivilbevölkerung führte dazu, dass seit 2008 neu auch Nichtregierungsorganisationen angehört werden. OceanCare war massgeblich daran beteiligt, dass IWC Mitgliedstaaten sich für eine Zusammenarbeit mit der WHO entschlossen und die Walfangländer neu Konsumenten über Gesundheitsrisiken durch den Verzehr von Walfleisch informieren müssen. www.oceancare.org/walschutz

    Über Pro Wildlife
    Pro Wildlife ist eine gemeinnützige Organisation, die sich global für den Schutz von Wildtieren und ihrer Lebensräume einsetzt. Weltweit unterstützt Pro Wildlife Artenschutzprojekte vor Ort und leistet Aufklärungsarbeit, um Wildtierhandel und Wilderei einzudämmen. Pro Wildlife nimmt an Konferenzen wie der Internationalen Walfangkommission (IWC) und dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA, engl. CITES), um den Schutzstatus von Wildtieren weltweit zu verbessern.

  • CITES: Besserer Schutz für Haie weltweit

    CITES: Besserer Schutz für Haie weltweit

    BfN/BMU: Ab dem 14. September 2014 stehen fünf besonders bedrohte Haiarten und die Gattung der Mantarochen unter dem Schutz des internationalen Artenschutzabkommens CITES. Erzeugnisse aus diesen Arten dürfen dann nur noch gehandelt werden, wenn sie aus nachhaltig bewirtschafteten Populationen stammen.

    Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: "Das ist ein Meilenstein für den Artenschutz. Denn damit werden erstmals kommerziell sehr bedeutsame marine Ressourcen unter den Schutz von CITES gestellt." Das Bundesumweltministerium und das Bundesamt für Naturschutz engagieren sich seit Jahren für einen besseren Schutz der Haie und Rochen.

    Ein Viertel aller Hai- und Rochenarten ist in ihrem Bestand bedroht und nur noch ein Drittel nachweislich nicht gefährdet. Hauptursachen für diese alarmierende Entwicklung sind die Überfischung und der internationale Handel mit Flossen und Fleisch der Haie sowie mit den Kiemenreusen der Rochen.

    Bei den nun geschützten Haiarten handelt es sich um den Weißspitzenhochseehai, den Heringshai und drei Arten von Hammerhaien. Die Listungen waren auf der 16. CITES-Vertragsstaatenkonferenz im März 2013 verabschiedet, ihr Inkrafttreten aber um 18 Monate verschoben worden, um den betroffenen Staaten hinreichend Zeit zur technischen und administrativen Vorbereitung einzuräumen. Den Heringshai-Antrag hatte Deutschland maßgeblich vorbereitet, da die Europäische Union Hauptimporteur dieser Art ist und damit eine große Verantwortung trägt. Damit die Listungen ab dem 14.9. auch effektiv weltweit umgesetzt werden, haben BMUB und BfN international erhebliche Hilfestellung geleistet.

    Weitere Informationen zum Schutz von Haien und Rochen unter CITES finden Sie unter www.bmub.bund.de/N51099 sowie unter cites.org/prog/shark .

    Quelle: http://www.bfn.de/0401_pm.html?tx_ttnews[tt_news]=5141

  • PROTECT THE OCEAN'S DEPTHS

    DIE TIEFSEE MUSS GESCHÜTZT WERDEN

    2013/2014 ist ein ausschlaggebendes Jahr für den Schutz der Tiefsee: die Europäische Kommission hat den Antrag gestellt, Schleppnetz-Fischen in der Tiefsee zu unterbinden. Es handelt sich um eine Fangmethode, die von Wissenschaftlern als « die zerstörerischste Methode in der Fischereigeschichte » bezeichnet wurde: riesige, mit Gewichten beschwerte Grundschleppnetze werden in Tiefen bis zu 1800 Metern über den Meeresgrund gezogen und richten dabei jahrtausendealte Ökosysteme zugrunde und töten gefährdete Arten, von denen ein Teil vom Aussterben bedroht ist.

    Weniger als zehn Schiffe werden in Frankreich für die Schleppnetz-Fischerei in der Tiefsee eingesetzt. Sechs von diesen gehören der Flotte des Einzelhandelskonzern Intermarché an. Trotz staatlicher Unterstützung in Millionenhöhe bringen diese Fabrikschiffe chronisch Verluste ein. Die Grundschleppnetz-Fischerei ist ein finanzielles Fass ohne Boden, das ohne unsere Steuergelder nicht existieren würde.

    Die Lobbys der Fischerei-Industrie üben Druck auf die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und die Abgeordneten des Europäischen Parlaments aus, um ein Verbot dieser Fangmethode zu verhindern, dessen der Vergangenheit angehörendes Businessmodel nur Verluste einbringt und abhängig von öffentlichen Fördergeldern ist.Die Lobbys üben insbesondere Druck auf Frankreich aus, um die Verordnung der EU zum Scheitern zu bringen.

    Die Mobilisierung der Bevölkerung kann sich dem Druck der Lobbys entgegensetzen: Helfen Sie uns diese zerstörerische Fangmethode zu unterbinden und dafür zu sorgen, dass die von uns gewählten Abgeordneten und Diplomaten der Würde ihres Amtes gerecht werden, wenn sie die klaren und ambitionierten Anweisungen von Seiten des Präsidenten der Französischen Republik empfangen.

    Unterschreiben Sie, um diesen wirtschaftlichen und ökologischen Unsinn zu beenden.

    http://petition.bloomassociation.org/die-zukunft-der-tiefsee-ist-in-unseren-handen-lassen-sie-uns-handeln/

  • Wie beeinflusst Unterwasserlärm Schweinswale?

    schweinswal
    Ein Schweinswal während eines Gehörtests im Fjord und Bælt-Centre im dänischen Kerteminde. FBC/ITAW

    Wie beeinflusst Unterwasserlärm Schweinswale?

    Wissenschaftler untersuchen die Auswirkungen der Lärmverschmutzung auf Schweinswale in Nord- und Ostsee.

    Wissenschaftler aus dem Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) untersuchen in enger Kooperation mit Wissenschaftlern der Universität Aarhus in Dänemark und der DW-ShipConsult GmbH in Schwentinental die Folgen der Lärmverschmutzung auf Schweinswale in der Nord- und Ostsee. „Die Lärmbelastung in unseren Gewässern nimmt zu. Für ein effektives Management zum Schutz der Wale benötigen wir dringend Kenntnisse über die Auswirkungen dieser Belastungen“, sagt ITAW-Institutsleiterin Professorin Dr. Ursula Siebert. Als Teil des mehrjährigen Forschungsprogrammes „Auswirkungen von Unterwasserschall auf marine Wirbeltiere“ finanziert das Bundesamt für Naturschutz umfangreiche Untersuchungen, um mehr über die Auswirkungen von Unterwasserlärm auf Meeressäugetiere zu erfahren.

    In der Nordsee tragen neben Schiffsverkehr oder militärischen Übungen auch die Bauarbeiten in den Offshore-Windparks zum Hintergrundschall bei: Vor allem bei der Installation der Fundamente für die Windkraftanlagen entstehen sehr hohe Schallpegel, die noch in sehr großer Entfernung hörbar sind. Bei Messungen im Sylter Außenriff waren im Herbst 2013 an mindestens sechs von zehn Positionen Schallereignisse aus zwei und mehr Windparks nachweisbar.

    Um die Auswirkung des Unterwasserlärms auf die Schweinswale zu beurteilen, erheben die deutschen und dänischen Wissenschaftler – weltweit erstmalig – im Freiland Daten zur Hörfähigkeit und Hörempfindlichkeit der Meeressäuger. Dänische Fischer benachrichtigen die Forscher, wenn sie in ihren „Bundgarnnetzen“ versehentlich Schweinswale gefangen haben. Die Wissenschaftler untersuchen dann unter tiermedizinischer Aufsicht die Hörfähigkeit dieser Tiere. Danach werden sie frei gelassen. Dabei wenden die Wissenschaftler mit der Messung der „Auditorischen Evozierten Potentiale (AEP)“ eine Methode an, die in der Gehörforschung unter anderem bei Kindern eingesetzt wird. „Wir simulieren einen Impuls, der vergleichbar ist mit dem Lärm, der entsteht, wenn die Fundamente der Windkraftanlagen in den Meeresboden gerammt werden. Dadurch können wir bei den Schweinswalen eine sogenannte zeitlich begrenzte Hörschwellenverschiebung (TTS) ermitteln“, erklärt der verantwortliche Wissenschaftler Dr. Andreas Ruser. Die Ergebnisse dieser Messungen zeigen, wann durch den Lärm bei den Meeressäugetieren eine vorrübergehende Schädigung des Gehörs eintritt. „Diese Schäden sind mit den Folgen eines Diskobesuches beim Menschen vergleichbar. Das Gehör kann sich davon noch vollständig erholen“, erklärt Ruser. Dennoch zeige der TTS-Wert die ersten physikalischen Schäden nach einem großen Lärmereignis.

    Um mehr über die Hörfähigkeit von Schweinswalen zu lernen, führen die Forscher auch Messungen bei Tieren in Menschenhand durch. Dafür arbeiten sie mit Tieren des Fjord und Bælt-Centre im dänischen Kerteminde und mit gestrandeten Schweinswalen, die von SOS Dolfijn in den Niederlanden rehabilitiert werden. Sie überprüfen mit der AEP-Methode, ob die Tiere gut hören, was für ein Überleben in der freien Wildbahn lebensnotwendig ist.

    „Leider wissen wir noch gar nicht genau, wie stark unsere Meere verlärmt sind“, sagt Professorin Siebert. Daher ermitteln die Mitarbeiter von DW-ShipConsult unter der Leitung von Dr. Dietrich Wittekind mit akustischen Langzeit-Messgeräten den akustischen Zustand der Natura2000-Schutzgebiete in Nord- und Ostsee, was ebenfalls vom Bundesamt für Naturschutz finanziert wird. Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass die Hintergrundgeräusche in der Ostsee nicht nur durch Umweltgeräusche wie beispielsweise Wellenschlag oder die Brandung hervorgerufen werden, sondern vor allem von der Dichte des Schiffsverkehrs abhängen. So variieren die Schallpegel im Fehmarnbelt, einer sehr stark befahrenen Wasserstraße, nur sehr wenig. In weiten Bereichen ist es sehr laut. Vergleichbar mit einer Autobahn sind meistens mehrere Schiffe in Hörweite, deren Geräusche permanent für die Schweinswale hörbar sind. In den abgelegenen Schutzgebieten hingegen, wie in der Pommerschen Bucht östlich von Rügen, schwanken die Schallpegel deutlich stärker. Dort ist es häufig leiser als im Fehmarnbelt. Hier sind über lange Zeiträume ausschließlich natürliche Geräusche zu hören, an die sich das Gehör der Schweinswale angepasst hat. Während der zehnwöchigen Messkampagne gab es dort nur wenige laute, durch Menschen hervorgerufene Ereignisse.

    Für eine fundierte wissenschaftliche Aussage ist es zudem sehr wichtig, das Gehör der gestrandeten und versehentlich in Fischernetzen gefangenen Schweinswale, die tot an der Nord- und Ostsee gefunden werden, genau zu untersuchen. „Nur so können wir verstehen, wie sich die Hörfähigkeit der Schweinswale durch die verschiedenen Einflüsse ändert“, sagt Professorin Dr. Ursula Siebert. Gemeinsam mit Dr. Peter Wohlsein des Institutes für Pathologie der TiHo hat sie zahlreiche Ohren untersucht. „Wir haben viel mehr Veränderungen gefunden, als wir erwartet hatten. Dazu zählen Infektionen, Parasitenbefall, Blutungen und traumatisch bedingte Veränderungen. Wir müssen diese Untersuchungen dringend fortsetzen“, so Professorin Siebert.

    Um zu verstehen, welche Verhaltensveränderungen Unterwasserlärm bei Schweinswalen hervorruft, nutzen die Wissenschaftler der Universität Aarhus einen speziell entwickelten akustischen Sender. Dieser sogenannte D-tag wurde von Dr. Mark Johnson von der Universität St. Andrews in Schottland entwickelt. „Schon durch die ersten Besenderungen konnten wir sehen, dass die Schweinswale eine deutliche Reaktion auf einigen Bootslärm zeigen und ihr normales Verhalten ändern“, erklärt Dr. Jonas Teilmann, der verantwortliche Wissenschaftler der Universität Aarhus. Als nächsten Schritt werden die Wissenschaftler quantifizieren, wie stark Schweinswale ihr Fressverhalten ändern. Dies ermöglicht es, zu berechnen, wieviel mehr Energie die Meeressäuger durch diese Störungen verbrauchen.

    Da Unterwasserlärm bei den Schweinswalen auch Stress verursacht und so ihren Gesundheitszustand verschlechtern kann, untersuchen die Wissenschaftler zusätzlich Parameter des Hormon- und Immunsystems wie beispielsweise Stresshormone. Frühere Erhebungen haben gezeigt, dass Schweinswale aus der Nord- und Ostsee deutlich häufiger krank sind als ihre Artgenossen aus den zum Beispiel weniger belasteten arktischen Gewässern.

    „Wir sind davon überzeugt, dass die hochmodernen Methoden, die im Rahmen dieser Projekte angewandt werden, Forschern und Wissenschaftlern weltweit helfen werden, zu verstehen wie diese faszinierenden Tiere ihren Lebensraum „interpretieren“. Wir müssen verstehen, dass die Echoortung das Hauptsinnesorgan für Schweinswale ist, und für eine Orientierung in einem oft komplett dunklen dreidimensionalen Lebensraum zur Bewegung unverzichtbar ist. Dieser Lebensraum ist schnellen Veränderungen durch menschliche Aktivitäten unterworfen, der starke Auswirkungen auf das marine Leben hat“, sagt Professorin Dr. Ursula Siebert, die Leiterin der Projekte.

    Für fachliche Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

    Dr. Andreas Ruser
    Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
    Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung
    Tel.: +49 511 953-8153
    andreas.ruser@tiho-hannover.de
    Weitere Informationen:

    http://www.tiho-hannover.de/de/aktuelles-presse/pressemitteilungen/

  • Schonzeit für Europas Walfänger?

    Schonzeit für Europas Walfänger?

    Vom 15. bis 18. September 2014 tagt in Portoroz, Slowenien, die 65. Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC), die Vorverhandlungen beginnen bereits am 11. September. Artenschutzverbände drängen darauf, dass der Schutz der Wale nicht weiter aufgeweicht wird. Dafür setzt sich Sigrid Lüber, Vertreterin von OceanCare – der einzigen Schweizer Nichtregierungsorganisation mit Beobachterstatus an der IWC – ein. OceanCare und ihre deutsche Partnerorganisation Pro Wildlife kritisieren, dass an der IWC weder Norwegens noch Islands Walfang auf der Agenda stehen. Positiv bewerten die Organisationen, dass die IWC nach dem Urteil des Internationalen Gerichtshofes zumindest Japans „Wissenschaftswalfang“ stark einschränken soll.

    Portoroz/München/Wädenswil, 8. September 2014. "Während die Welt mit dem Finger auf Japan zeigt, wird gern vergessen, dass der Walfang in Europa immer weiter eskaliert", sagt die Biologin Dr. Sandra Altherr, die für Pro Wildlife an der IWC-Tagung teilnehmen wird: "Island jagt immer mehr bedrohte Finnwale und exportiert das Fleisch nach Japan, Norwegen vermeldet Rekordzahlen an getöteten Zwergwalen und auf den dänischen Färöer-Inseln werden hunderte Grindwale und Delphine jährlich mit Messern grausam getötet – all das kommt auf der offiziellen Tagesordnung der IWC gar nicht vor".

    Islands kommerzieller Walfang
    Seit 2003 betreibt Island wieder Walfang und exportierte seither 5.000 Tonnen Walfleisch nach Japan. Dies untergräbt das kommerzielle Walfangmoratorium und das internationale Handelsverbot. Für die Jahre 2014-2018 hat Island seine Fangquote eigenmächtig erhöht, auf 154 Finn- und 229 Zwergwale jährlich. „Die Chance auf eine IWC-Resolution gegen Island ist für das anstehende Treffen vertan – damit versäumt die IWC es seit elf Jahren, zu Islands Waljagd Stellung zu beziehen“, so Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare. OceanCare, Pro Wildlife und 27 europäische Verbände drängen nun auf eine Demarche der EU gegen Island. >> Mehr Informationen zu Islands Walfang

    Grönlands Piratenwalfang
    Seit 2013 jagt Grönland Wale ohne Genehmigung der IWC – und betreibt damit Piratenwalfang. 2012 entzog die IWC Grönland die Fangquote, weil das zur Selbstversorgung der Bevölkerung genehmigte Walfleisch teils an Touristen verkauft wurde. „Mutterland Dänemark drohte 2013 mit dem IWC-Austritt und erzwang somit eine Wende der EU. Diese unterstützt nun nicht nur die höheren Quotenwünsche von 2012, sondern will auch noch die strikten Auflagen für den Ureinwohner-Walfang verwässern“, betont die Pro Wildlife Sprecherin. >> Mehr Informationen zum Ureinwohner-Walfang

    Norwegens Walfang
    2014 hat Norwegen 729 Zwergwale getötet – so viele wie seit 15 Jahren nicht mehr. Zuvor hatte die Regierung in Oslo die Auflagen für den Walfang gelockert und angekündigt, dass sie den Export von Walfleisch nach Japan wieder ankurbeln möchte. >> Mehr Informationen zu Norwegens Walfang

    Japan will den Wissenschaftswalfang fortsetzen…
    Am 30. März 2014 verbot der Internationale Gerichtshof in Den Haag Japan, seinen „Wissenschaftswalfang“ in der Antarktis fortzuführen. Zu viele Tiere seien getötet worden, und das ohne nennenswerte Forschungsergebnisse. Nun hat Japan angekündigt, sein Wissenschaftsprogramm zu modifizieren, um weiter Wale in der Antarktis jagen zu dürfen. Eine Resolution Neuseelands für die diesjährige IWC-Tagung fordert hingegen, die IWC-Auflagen für Wissenschaftswalfang zu verschärfen. >> Mehr Informationen zu Japans Walfang

    Japans Stimmenkauf für den Walfang
    Seit Mitte der 90er Jahre betreibt Japan Stimmenkauf mittels Fischereibeihilfen, die an die Bedingung geknüpft sind, an der IWC im Sinne Japans Interessen zu stimmen. Im Fokus dieser „Wirtschaftshilfen“ aus Tokio stehen Entwicklungsländer und kleine Inselstaaten. Dieser Praxis begegnete die IWC 2001 mit einer Resolution für mehr Transparenz und doppelte 2011 mit der Regelung nach, dass die IWC Gebühren der Mitgliedstaaten nur noch akzeptiert, wenn sie von einem Regierungskonto des jeweiligen Mitgliedlandes kommen. Zahlungen per Bargeld oder Kreditkarten werden nicht mehr angenommen. „Japans Scheckbuch-Diplomatie geht aber auch 2014 ungebremst weiter“, sagt Sigrid Lüber von OceanCare. „Erst im Juni erhielt Dominika erneut 1 Million US Dollar. Diesem Geldgeschenk folgte unverzüglich die öffentliche Solidaritätsbekundung des Inselstaats mit Japan“.

    Kein Schutz für Delphine
    Delphine und Kleinwale stehen bislang nicht unter dem Schutz der IWC. Die grausame Delphinjagd in Japan veranlasste Politiker und Diplomaten mehrerer Länder im Frühjahr 2014, einen besseren Schutz für Delphine und Kleinwale zu fordern. Auch die Kleinwaljagd auf den dänischen Färöer-Inseln löst immer wieder internationale Empörung aus. Dennoch fand ein Resolutionsentwurf Deutschlands gegen die Delphinjagd bereits im Vorfeld der IWC keine Unterstützung.

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    Weiterführende Links und Informationen

    Weitere Informationen zur Walfangtagung unter www.oceancare.org/walschutz und http://www.prowildlife.de/IWC2014
    Studie über Japans Stimmenkauf (Beilage): „Socio-economic and political aspects of the aid provided by Japan to to the fishing industry of the small independent islands in the Eastern Caribbean”
    Original-IWC-Dokumente: http://iwc.int/iwc65docs

    Medienkontakte
    Sigrid Lüber nimmt für OceanCare als Beobachterin an der IWC-Konferenz teil. Sie wird ab dem 10. September vor Ort sein und auf OceanCares Blog über die Konferenz berichten.

    Sigrid Lüber, Präsidentin OceanCare: Tel: (+41) 79 475 26 87, Skype: sigrid_lueber, slueber@oceancare.org (in Slowenien vom 10.-18. September 2014).

    Über OceanCare
    Seit 1989 setzt sich OceanCare weltweit für die Meeressäuger und Ozeane ein. Mit Forschungs- und Schutzprojekten, Umweltbildungskampagnen sowie dem Einsatz in internationalen Gremien unternimmt die Organisation konkrete Schritte zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den Weltmeeren. Im Juli 2011 erhielt die Organisation von den Vereinten Nationen den UN-Sonderberaterstatus zugesprochen. www.oceancare.org

    Bisheriges Engagement von OceanCare an der IWC
    OceanCare setzt sich seit 1992 als einzige Schweizer Nichtregierungsorganisation an den Tagungen der Internationalen Walfangkommission (IWC) für den Schutz der Wale ein. Als langjährige Beobachterin ist sie mit den Akteuren und Regeln des Gremiums bestens vertraut. In Slowenien setzt sich OceanCare auch dieses Jahr dafür ein, dass die Wale maximalen Schutz erhalten. Bereits 2001 trug die Organisation mit einem Völkerrechtsgutachten zum Stimmenkauf zu einer historische Resolution für politische Transparenz bei, die 2011 zu einem Verbot von sogenannten Motivationsgeschenken führte. Ein von OceanCare eingebrachtes Rechtsgutachten zur Partizipation der Zivilbevölkerung führte dazu, dass seit 2008 neu auch Nichtregierungsorganisationen angehört werden. OceanCare war massgeblich daran beteiligt, dass IWC Mitgliedstaaten sich für eine Zusammenarbeit mit der WHO entschlossen und die Walfangländer neu Konsumenten über Gesundheitsrisiken durch den Verzehr von Walfleisch informieren müssen. www.oceancare.org/walschutz

    Über Pro Wildlife
    Pro Wildlife ist eine gemeinnützige Organisation, die sich global für den Schutz von Wildtieren und ihrer Lebensräume einsetzt. Weltweit unterstützt Pro Wildlife Artenschutzprojekte vor Ort und leistet Aufklärungsarbeit, um Wildtierhandel und Wilderei einzudämmen. Pro Wildlife nimmt an Konferenzen wie der Internationalen Walfangkommission (IWC) und dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA, engl. CITES), um den Schutzstatus von Wildtieren weltweit zu verbessern.

    OceanCare, Oberdorfstrasse 16, CH-8820 Wädenswil, Tel +41-44-780 66 88. info@oceancare.org. www.oceancare.org

  • Mehr Forelle, weniger Hering: Fischverbrauch in Deutschland

    Das Einkaufsverhalten der deutschen Verbraucher hat sich insbesondere in den letzten beiden Jahren geändert. Über ein Jahrzehnt blieben die Verbraucher in Deutschland Alaska-Seelachs, Hering, Lachs, Thunfisch und Pangasius in dieser Reihenfolge treu. Seit zwei Jahren ist nun Bewegung in die Top 5 gekommen und die zu den lachsartigen Fischen (Salmoniden-Arten) gehörenden Lachse und Forellen, die überwiegend aus Aquakultur stammen, haben in der Rangliste für Ablösung gesorgt.

    Noch unangefochten auf Platz 1 bleibt auch im Jahr 2013 Alaska-Seelachs, der mit 22,3 % der wichtigste Rohstoff für die Herstellung einer Vielzahl an tiefgefrorenen Convenience-Fischprodukten ist. Zur Nr. 2 mit 17,1 % wählten die Verbraucher mit ihren Einkäufen den Lachs, der sowohl frisch oder gefroren als auch geräuchert immer mehr Verbraucher begeistert. Auf Platz 3 abgerutscht ist Hering, der als Klassiker mit einen Anteil von 16,2 % weiterhin zu den wichtigsten Fischarten auf dem deutschen Markt gehört.

    Die alte und neue Nr. 4 stellen die Thunfischarten dar, die mit 13,0 % zur Vielfalt des Fischkonsums beitragen.

    Bereits im Jahr 2012 sind die Forellen in die Top 5 aufgestiegen, die mit 5,1 % überwiegend als geräuchertes Produkt, aber auch im Ganzen, z. B. zum Grillen, ihre Genießer fanden.

    Das FIZ bewertet die Nachfrage im Jahr 2013 als stabil, da die mengenmäßigen Einkäufe mit 409.810 Tonnen an Fisch und Meeresfrüchten auf dem Niveau des Vorjahres blieben. Insgesamt sind die Ausgaben der Haushalte für ihre Einkäufe von Fisch und Meeresfrüchten um 4,3 % auf 3,4 Milliarden € angestiegen.

    Insgesamt trifft das von Fischindustrie und Lebensmitteleinzelhandel täglich bereitgestellte Angebot von Fisch und Meeresfrüchten die Wünsche der Verbraucher, sich abwechslungsreich und gesund zu ernähren. Die steigenden Investitionen des Lebensmittelhandels und des Fischfachhandels in die Präsentation einer größeren Anzahl an frisch dargebotenen Lebensmitteln werden auch dem Absatz von Frischfisch neue Impulse geben.

    „Wir hoffen, dass die Verbraucher das ergänzende Angebot der Fischwirtschaft an Informationen für einen nachhaltigen Fischeinkauf annehmen“, erklärt Thomas Lauenroth, Vorsitzender des FIZ. „Mit dem Inkrafttreten der Lebensmittelinformations-Verordnung und der neuen EU-Marktorganisation für Fischerei- und Aquakulturerzeugnisse ab dem 13.12.2014 erhalten die Verbraucher noch weiter gehende Informationen, um eine sichere und nachhaltige Wahl beim Einkauf von Fisch und Meeresfrüchten treffen zu können“, stellt er weiterhin fest.

    Fisch-Informationszentrum (FIZ) e.V.
    http://www.fischinfo.de/index.php/presse/pressemeldungen/4771-fisch-und-meeresfr%C3%BCchte-auf-dem-grill-so-wird%E2%80%99s-lecker-2

  • Tonga a world leader in seabed minerals law

    Tonga a world leader in seabed minerals law

    The Kingdom of Tonga this month became the first country in the world to put in place a law that manages seabed mineral activities within its national marine space and under its sponsorship in international waters.

    Tonga’s Seabed Minerals Act 2014 was prepared with the assistance of the Deep Sea Minerals Project a partnership between the European Union (EU) and the Secretariat of the Pacific Community (SPC) and 15 Pacific Island countries. The Act received Royal Assent from the King of Tonga on 20 August 2014. This pioneering law, championed by Tonga’s Minister for Lands and Natural Resources and his staff, and led by the Kingdom’s Attorney-General’s Office, with SPC support, positions Tonga at the forefront of good governance for this emerging new industry.

    Tonga, like Papua New Guinea, Fiji and Solomon Islands, has already received significant commercial interest in the seabed mineral potential within its national seas. Companies are currently conducting exploratory activities to learn more about Tonga’s ‘seafloor massive sulphide’ deposits. These chimney like structures, formed by hydrothermal activity at the seafloor thousands of metres below sea-level, are being feted as a new source for metals in global demand (such as copper, zinc, gold and silver) – and, if mined, would bring a new source of revenue for Tonga. The industry is however an untested one: deep sea mining has not yet occurred anywhere in the world; its viability and environmental impact are yet to be determined.

    Now, in Tonga, before any seabed mining can commence, the requirements of the Seabed Minerals Act must be followed. This includes a stringent vetting process by government of any new project proposals, and public consultation if mining is proposed. Environmental impact assessment and ongoing monitoring are legal requirements under the Act, and government is given enforcement powers in order to maintain compliance with required performance standards. The Act also highlights the importance placed by Tonga on the protection and preservation of the marine environment, recognising the need to balance economic development for the people of Tonga against conservation of the biodiversity of the oceans.

    Mr Taaniela Kula, Deputy Secretary for Natural Resources and the SPC-EU Deep Sea Minerals Project focal point in Tonga, thanked a wide range of stakeholders this week for their involvement in the law’s development, which commenced in 2012, including government colleagues and partners in the private sector and civil society – with special thanks to the EU and SPC for the Deep Sea Mineral Project’s assistance preparing an initial draft of the Act.

    European Union Ambassador to the Pacific Andrew Jacobs, upon receiving a copy of the Seabed Minerals Act 2014, commented: ‘I wish to congratulate Tonga for this bold move, which will allow the Kingdom to effectively regulate and fully participate in deep sea mineral activities. The EU is pleased to have been able to contribute to this world premiere. Tonga is now equipped with a set of tools and regulations that will allow it to maximise the benefits of deep sea mining for its population.’

    Prof. Mike Petterson, the Director of SPC’s Applied Geoscience and Technology Division, which hosts the SPC-EU Deep Sea Minerals Project, added his congratulations to Tonga for its great achievement:

    ‘The Seabed Minerals Act 2014 is not only a world first, but also a world best! With this new law, Tonga establishes a robust and transparent regulatory system, which prioritises good governance of natural resources and environmental management in line with international best practice. With provisions that set a stable and predictable regime, with requirements for the precautionary approach, public consultation and ‘free, prior and informed consent’, and with the creation of a ring-fenced sovereign wealth fund for seabed mining revenue, through this Act, Tonga has struck a good balance between incentivising the investment that will bring Tonga new income, while protecting the long-term interests of the people of the Kingdom and the health of the oceans.’

    Tonga’s legislation follows closely the SPC-EU Deep Sea Mineral Project’s ‘Regional Legislative and Regulatory Framework’ launched by Pacific Island Forum Leaders in 2012, and endorsed by all 15 Pacific members of the African, Caribbean and Pacific Group of States (ACP). Several other Pacific Island countries also have seabed mineral Bills under development, with SPC and EU support, and the Deep Sea Minerals Project is supporting a wide range of other deep sea minerals ‘good governance’ activities across the region, in response to the requests and individual needs of countries.

    Tonga will now continue to implement the SPC-EU Deep Sea Minerals Project, with awareness-raising programmes, and the development of further regulations.

    SPC has issued a media release for more information please see http://www.spc.int/en/component/content/article/216-about-spc-news/1809-tonga-a-world-leader-in-seabed-minerals-law.html

    To read and look at the Act please see the link http://crownlaw.gov.to/cms/images/LEGISLATION/PRINCIPAL/2014/2014-0008/SeabedMineralsAct2014_1.pdf

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