szmmctag

  • Global Efforts to Protect Southern Ocean Blocked by China and Russia

    JohnWeller011-Pengs-hunting

    Global Efforts to Protect Southern Ocean Blocked by China and Russia

    International Commission Unable to Reach Consensus

    HOBART, 31 October 2014 – The Commission for the Conservation of Antarctic Marine Living Resources (CCAMLR) has again failed to agree to protect key areas in the Ross Sea and East Antarctica at its annual meeting in Hobart due to blocking by China and Russia. The partners of the Antarctic Ocean Alliance (AOA) said that this failure to reach consensus for the fourth time calls into question CCAMLR’s ability to deliver on its conservation commitments.

    Two proposals for the protection of the Ross Sea and East Antarctic coastal region were on the table at this week’s meeting, but final consensus from the 24 nations and the EU that make up CCAMLR membership was actively blocked by China and Russia.

    “It is appalling that while the majority of CCAMLR Members are more than ready to create significant marine protection in Antarctic waters, China and Russia have again blocked all efforts to negotiate a successful outcome,” said Mark Epstein, Executive Director of the Antarctic and Southern Ocean Coalition (ASOC). “We commend the efforts of the United States, New Zealand, Australia, the European Union and France during the last four years to promote solid Antarctic marine protected proposals in Antarctica, and we hope they continue to demand the urgent protection required for Southern Ocean ecosystems. Despite the continuing challenges, it has been encouraging to see the strong support for the MPAs from fishing countries like Korea and Norway, which we welcome.”

    “The question of whether CCAMLR can deliver on its conservation mandate is in very serious doubt after another disappointing failure at this year’s meeting,” said Richard Page, Greenpeace. “This year's failure denigrates the reputation of CCAMLR and is symptomatic of a dangerous global trend where geopolitical interests override any genuine efforts to protect the oceans for the sake of future generations."
    “Since 1959, Antarctica has been recognized as a special place for peace and science. It is regrettable that CCAMLR, faced with the objections from Russia and China, cannot live up to that promise,” said Andrea Kavanagh, who directs Pew’s efforts to protect penguins and the Southern Ocean. “Another year of inaction means another year that these near-pristine waters and their remarkable biodiversity are open to the threat of industrial fishing. The proposed designations would have ensured the long-term protection of many species, including penguins, seals and whales.”

    A joint US-NZ proposal to designate a Ross Sea MPA of 1.32 million km2 (with 1.25 million km2 area proposed as “no take”) was under consideration. The Ross Sea is often referred to as “The Last Ocean” due to its status as one of the most pristine oceans remaining on earth.

    Australia, France and the EU once again proposed an MPA to protect 1.2 million km2 of East Antarctic waters. Their proposal would allow for exploratory and research activities within the MPA if they are consistent with the maintenance of the MPA’s objectives.

    The Southern Ocean is home to more than 10,000 unique species including most of the world’s penguins, whales, seabirds, colossal squid and the remarkable Antarctic toothfish – the main target of fishing companies in the region. The Southern Ocean is a crucial area for scientific research, both for studying how intact marine ecosystems function and for determining the impacts of global climate change.

    More than 1.4 million people around the world have joined the global call for large-scale marine protection in Antarctica over the last three years and thousands have taken action through online petitions, social media and emails to key world leaders to call for protection.

    The Antarctic Ocean Alliance partners will continue to press the countries failing to support Southern Ocean marine protected areas and will attend the next CCAMLR meeting in Hobart in 2015 to ensure that CCAMLR delivers on its conservation commitments. The AOA has identified around 40% of the Southern Ocean that warrants protection.

  • Lophelia-Korallen der Tiefsee bilden Geschwisterriffe

    2007-06-16_ARK22-1a_RoestReef-Dive1001-1_JAGO-Team_03_b78b581efc

    Ein hellgelbes Gorgonenhaupt besucht das Riff aus Gorgonien und Steinkorallen. Foto: JAGO-Team, GEOMAR

    Riff-Baumeister mit Sinn für Harmonie

    Kaltwasserkorallen verbinden sich über Verwandtschaftsgrenzen hinweg

    Kaltwasserkorallen der Spezies Lophelia pertusa sind in der Lage, Skelett-Verbindungen mit genetisch fremden Artgenossen einzugehen. Auf Fahrten mit dem am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel stationierten Tauchboot JAGO entdeckten Wissenschaftler aus Schottland und Deutschland vor der Norwegischen Küste erstmals verschiedenfarbige Korallenzweige, die nahtlos zusammengewachsen waren. In ihrer Veröffentlichung in den „Scientific Reports“ erklären die Forscher, wie die Fähigkeit zur Verschmelzung die Stabilität der Korallenriffe unterstützt und somit zum Erfolg der Korallen als Riff-Baumeister der Tiefsee beiträgt.

    Sie leben in den kalten, dunklen Tiefen der Meere, sind häufig starken Strömungen ausgesetzt und liefern eine stabile Basis für artenreiche und farbenfrohe Ökosysteme: Steinkorallen der Art Lophelia pertusa gelten als hervorragende Riff-Baumeister. Nach den neuesten Erkenntnissen von Forschern der Heriot-Watt Universität Edinburgh, des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel, der Universität Glasgow und des United States Geological Survey verbinden sogar genetisch unterschiedliche Individuen ihre Skelette miteinander. Erste Beobachtungen hierzu machten die Wissenschaftler auf einer Expedition mit dem Tauchboot JAGO und dem Forschungsschiff POSEIDON vor der Küste Mittelnorwegens im September 2011. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie jetzt in den „Scientific Reports“.

    „Auf unseren Tauchgängen mit JAGO fanden wir Riffe, in denen der orangefarbene und der weiße Typ der Koralle miteinander verschmolzen zu sein schienen“, berichtet Dr. Sebastian Hennige von der Heriot-Watt Universität Edinburgh. „Dieser Anblick fiel mir sofort auf, und wir haben direkt einige Proben für genetische Tests und Skelett-Analysen genommen. Damit konnten wir später beweisen, dass sich tatsächlich Individuen einer Art verbunden hatten, die keine Geschwister sind.“ Aufgrund seiner Erkenntnisse geht Hennige davon aus, dass Lophelia pertusa Vertreter ihrer Art über Verwandtschaftsgrenzen hinweg erkennt.

    Bis jetzt wurde angenommen, dass die ausgedehnten Riffe von Geschwistern gebildet wurden. Sie sind jedoch ein Ergebnis der Fusion von genetisch unterschiedlichen Individuen – als ob zwei Menschen, die nah beieinander sitzen, ihre Skelette miteinander verbinden. Diese Fähigkeit unterscheidet Lophelia pertusa stark von tropischen Korallen. Tropische Riffe werden von Kalkalgen zusammengehalten, die die Kruste abgestorbener Zweige bevölkern. Diese Algen sind auf Tageslicht angewiesen. „Kaltwasserkorallen, die ihre Riffe ausschließlich im Dunkeln errichten, können nicht auf eine solche Unterstützung bauen. Sie scheinen aber einen anderen Weg gefunden zu haben, um Stabilität herzustellen,“ erläutert Dr. Armin Form, Meeresbiologe am GEOMAR und Co-Autor der Veröffentlichung. „Entweder die Korallen verschmelzen tatsächlich zu einem gemeinsamen Stock, oder ein Zweig überwächst den anderen, ohne dass der Partner dabei Schaden nimmt.“ Tropische Steinkorallen verhalten sich gegenüber ihren Nachbarn meistens deutlich aggressiver: Sie setzen chemische Stoffe frei, um Kontakt zu anderen Korallen zu verhindern. „Dieses Abwehrverhalten kostet allerdings viel Energie, die dann nicht mehr für andere Funktionen zur Verfügung steht“, so Dr. Form.

    „Unsere Entdeckung zeigt nicht nur, wie viel wir noch über die Ökosysteme der Tiefsee zu lernen haben. Sie belegt auch, wie wichtig der technologische Fortschritt ist“, betont Murray Roberts, Professor an der Heriot-Watt Universität Edinburgh. „Die Chance, die Riffe selbst mit dem Tauchboot JAGO zu erkunden, hat uns ganz neue Einblicke beschert und geholfen, die kostbaren Proben direkt mit aufs Schiff und weiter in unsere Labore zu bringen.“

    Lophelia pertusa hat im Laufe der Evolution Eigenschaften herausgebildet, mit deren Hilfe sich Energie sparen und die Stabilität im Riff stärken lässt. „Angesichts dieser Flexibilität hoffen wir, dass sie auch mit zukünftigen klimatischen Veränderungen zurechtkommt. Allerdings läuft der globale Wandel derartig schnell ab, dass es fraglich bleibt, ob die Korallen Schritt halten können“, sagt Dr. Armin Form.

    Originalveröffentlichung:
    Hennige, S.J., Morrison, C. L., Form, A. U., Büscher, J., Kamenos, N. A. and Roberts, J.M., 2014: Self-recognition in corals facilitates deep-sea habitat engineering. Sci. Rep. 4, 6782, doi:10.1038/srep06782.

    http://www.geomar.de/index.php?id=4&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=2141&tx_ttnews[backPid]=185

  • Nord- und Ostsee-Monitoring zeigt hohen Artenreichtum

    Nord- und Ostsee ist wichtiges Aufenthalts- und Durchzugsgebiet für bedrohte Meeressäugetiere und gefährdete Seevogelarten

    BfN veröffentlicht aktuelle Monitoring-Ergebnisse
    Weißschnauzen- und Weißseitendelfine, Papagei- und Atlantiksturmtaucher gesichtet

    Die Nord- und Ostsee sind sehr wichtige Aufenthalts- und Durchzugsgebiete für bedrohte Meeressäugetiere und gefährdete Seevogelarten. So das Ergebnis des diesjährigen Monitoring in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) von Nord- und Ostsee, das das Bundesamt für Naturschutz (BfN) im Rahmen von internationale Abkommen und Richtlinien koordiniert. Mit der langfristigen und systematischen Erfassung und Beobachtung erhält das BfN regelmäßig Informationen über Vorkommen und Verbreitung von Meeressäugetieren und Seevögeln.

    Im diesjährigen Erfassungszeitraum wurden wieder bedrohte große Walarten und Delphine, z.B. Weißschnauzen- und Weißseitendelfine, in deutschen Gewässern gesichtet. Neben den typischen Vögeln werden beim Seevogel-Monitoring auch wieder seltene Arten erfasst. So wurden z.B. während eines Schiffssurveys in der Nordsee im Juli 2014 Papageitaucher, Skua und Atlantiksturmtaucher in der Deutschen Bucht und auf der Doggerbank gesichtet. "Das regelmäßige Monitoring der Wirbeltiere liefert uns seit nunmehr sechs Jahren umfangreiche Daten zum Erhaltungszustand der Populationen, zu Verbreitung und Vorkommen sowie Trends und Gefährdungen. Das BfN kann hieraus wichtige Schlussfolgerungen für die Bewertung der zahlreichen Eingriffe in die Meeresumwelt von Nord- und Ostsee ziehen, " sagte BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel.

    Beim Monitoring der Meeressäugetiere stehen vor allem Schweinswale im Fokus der Wissenschaft. Deutliche positive Bestandtrends konnten aktuell noch nicht verzeichnet werden, jedoch ist die Dichte der Schweinswale in der Nordsee noch auf einem beständigen Niveau. Das Schutzgebiet Sylter Außenriff und seine Umgebung sind nach wie vor nordseeweit für die Schweinswale von besonderer Bedeutung für die Paarung und die Aufzucht ihrer Kälber.

    Die Ostsee-Schweinswale bleiben allerdings "Sorgenkinder", wie erhöhte Totfunde und niedrige Bestandszahlen belegen. Ihr Vorkommen in der westlichen Ostsee ist zwar noch vergleichsweise stabil. Rund um Fehmarn werden auch regelmäßig Kälber erfasst. Doch die sehr kleine eigenständige Population der östlichen Schweinswale, östlich vom Darß, ist sehr stark bedroht. Die Tiere sind in dieser Region so selten geworden, dass ihre Erfassung nur mit Hilfe von Unterwassermikrofonen, die die Orientierungslaute der Tiere aufzeichnen, gelingt.

    Während der Erfassungssurveys werden auch immer wieder bedrohte große Walarten und Delphine in deutschen Gewässern gesichtet. Zwergwale, aber auch Weißschnauzen- und Weißseitendelfine werden vereinzelt, aber regelmäßig im Rahmen der regulären Säugetiersurveys in den küstenfernen Bereichen der deutschen AWZ geortet. Gerade Zwergwale treten dabei gehäuft im äußersten Bereich des "Entenschnabels" nordöstlich der Doggerbank auf. Möglicherweise stellen die Doggerbank und ihre Umgebung ein wichtiges Durchzugs- und Nahrungsgebiet für diese bis zu 10m langen Bartenwale dar. Selbst Buckelwale oder Riesenhaie werden gelegentlich in der deutschen Nordsee gesichtet.

    Die Ergebnisse des Seevogel-Monitorings zeigen, dass es sehr erhebliche artspezifische Unterschiede im Vorkommen gibt. Viele Arten überwintern in deutschen Meeresgebieten in international bedeutenden Konzentrationen, andere nutzen das offene Meer als Nahrungsgebiet in der Nachbrutzeit. Neben den typischen Vögeln werden auch immer wieder seltene Arten erfasst. So wurden z.B. während eines Schiffssurveys in der Nordsee im Juli 2014 Papageitaucher, Skua und Atlantiksturmtaucher in der Deutschen Bucht und auf der Doggerbank gesichtet.

    Hinweis:
    Aktuelle Berichte vom Bundesamt für Naturschutz zum Monitoring von Meeressäugetieren (Schweinswale) und Seevögeln in den deutschen Meeren können unter www.bfn.de/0314_monitoringberichte.html heruntergeladen werden.

  • Deepwave bei der 9. Langen Nacht des Tauchens

    tauchen_nacht_2014
    DEEPWAVE eV bei der 9. Langen Nacht des Tauchens
    Vortrag : "Plastikmüll im Meer und die Folgen"

    Die KULTURFABRIK Moabit lädt bereits zum 9. Mal zur
    mittlerweile legendären Langen Nacht des Tauchens:
    Mit Filmen, Vorträgen, Infoständen, Tombola & Party.

    Am Samstag, den 01.11.14 ab 15:30 Uhr findet nun bereits zum
    neunten Mal die Lange Nacht des Tauchens, eine Informationsveranstaltung
    rund um das Thema Tauchen statt. Drei Etagen in
    Vorder- und Hinterhaus eines Fabrikgebäudes von der Jahrhundertwende
    bieten reichlich Platz für Infotainment rund ums Tauchen.
    Bei dieser Veranstaltung werden die vielseitigen Aspekte des
    Tauchens in Form von Filmvorführungen, Fachvorträgen und
    Informationsständen präsentiert.

    Das Highlight in diesem Jahr ist der Kinofilm „Tortuga - Die
    unglaubliche Reise der Meeresschildkröte“. Die Tier-Dokumentation
    erzählt die Geschichte einer Meeresschildkröte, die in Florida am
    Strand aus einem Ei geschlüpft ist und sich nun auf ihrer großen
    Reise durch den Atlantik befindet.

    Der Schutz von Gewässern und ein respektvoller Umgang mit ihnen
    ist für Taucher eine wichtige Angelegenheit, deshalb haben wir auch
    wieder sehr informative Vorträge von Umweltschutzorganisationen
    wie Sea Shepherd, Sharkproject und Deepwave.

    Taucher reisen gerne und einige haben den Unterwasser-
    Fotoapparat oder Kamera dabei. Spannende Filme und Multimedia
    Shows über die Unterwasserwelt des West-Pazifik und Osttimor,
    über Wracktauchen im Mittelmeer, über Tauchen in der Nord- und
    Ostsee, aber auch der heimischen Seen werden zu sehen sein.
    Abgerundet wird das umfangreiche Programm mit einer
    Buchpräsentation mit dem Titel „Nordseetaucher“ und einer
    Fotoinstallation der Unterwasser-Kunst Gruppe PoolPosition. Diese
    beweisen sehr eindrucksvoll und bildgewaltig, dass Kunst und
    Wasser sehr wohl zusammen passen.

    Darüber hinaus kann man sich an den zahlreichen Informationsständen
    über Ozeanschutz, Tauchreisen, Tauchbasen und Berliner
    Tauchvereine und Tauchshops informieren. Den musikalischen
    Abschluss des Abends übernimmt die „The Ocean Blues Band“ und
    läutet damit die legendäre Tombola ein (die Erlöse gehen zu
    Gunsten der KuFa Kids).

    Das detaillierte Programm befindet sich unter www.lange-nacht-des-tauchens.de

    Eintritt: 10€

    Verkehrsanbindung:
    Berlin Hauptbahnhof + Bus 123 bis Kruppstraße oder M27 bis Quitzowstr. oder 15 Min. Fußweg

  • Antifouling für Sportboote belastet Gewässer

    Gefährliche Substanz in Freizeithäfen
    Antifouling für Sportboote belastet Gewässer

    Das Wasser in deutschen Freizeithäfen ist teilweise stark belastet und gefährdet die natürliche Flora und Fauna der Gewässer. Auffällig sind die Schadstoffkonzentrationen so genannter Antifouling-Wirkstoffe. Diese übersteigen laut Stichproben des Umweltbundesamts (UBA) vielfach die Umweltqualitätsnorm der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Die Antifouling-Wirkstoffe stammen im Wesentlichen aus den Schutzanstrichen für Sport- und Freizeitboote, die den Aufwuchs kleiner Tiere und Algen auf den Bootsrümpfen verhindern sollen. Die Stoffe können von der Schiffshaut ins Wasser übergehen und dort weiter auf Wasserpflanzen und -tiere einwirken. Das Umweltbundesamt rät dazu, Anstriche mit Antifouling-Wirkstoffen, insbesondere im Süßwasser, möglichst ganz zu vermeiden. Auf dem Ratzeburger See dürfen bereits seit Jahren Sportboote mit Antifouling-Anstriche nnicht mehr fahren. Mit seiner Untersuchung legt das Umweltbundesamt erstmalig eine gesamtdeutsche Übersicht zu Sport- und Freizeithäfen vor.

    Antifouling-Wirkstoffe werden in den Beschichtungen für Sportbootrümpfe vielfach eingesetzt. Sie wirken wie ein Pestizid und verhindern bei Booten den Aufwuchs von Algen, kleinen Muscheln und Krebsen. In der Regel sind diese Beschichtungen im ein- bis zwei-jährigen Rhythmus zu erneuern, da sich die Wirkstoffe mit der Zeit auswaschen. Eine besonders große Menge an Wirkstoffen gelangt in die Hafenbecken, wenn frisch gestrichene Bootskörper zu Wasser gelassen werden. Antifouling-Wirkstoffe können sich auch außerhalb der Sportboothäfen anreichern und die Fauna und Flora der Gewässer direkt schädigen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist in Deutschland hoch, denn fast 80 Prozent der deutschen Binnensportboothäfen sind zum angrenzenden Gewässer offen bzw. sind Bestandteil desselben.

    Das UBA ließ daher 50 Sportboothäfen von Flensburg bis zum Bodensee auf alle derzeit erlaubten Antifouling-Wirkstoffe stichprobenartig untersuchen. Im Visier stand dabei der Wirkstoff Cybutryn, der unter dem Handelsnamen Irgarol bekannt ist. In Antifouling-Anstrichen kommt er häufig vor. Irgarol ist ein Biozid kann unter anderem die Photosynthese von Pflanzen hemmen. Da sich Irgarol nur sehr langsam in der Umwelt abbaut, ist es in Gewässern lange wirksam.

    Bei der einmaligen Messung im Sommer 2013 lagen die Konzentrationen von Irgarol an 35 von 50 Sportboothäfen über der Umweltqualitätsnorm, den die EU-Wasserrahmenrichtlinie für diesen Stoff vorsieht. Der darin festgelegte Wert von 0,0025 Mikrogramm pro Liter darf im Jahresdurch-schnitt nicht überschritten werden. An fünf Standorten lagen die Messwerte sogar über der zulässigen Höchstkonzentration der Umweltqualitätsnorm für Irgarol. Diese beträgt 0,016 Mikrogramm pro Liter und darf nie überschritten werden. Ein Fünftel der untersuchten Standorte wies zudem erhöhte Kupfer- und Zinkkonzentrationen auf.

    Das Ergebnis bestätigt andere Untersuchungen, bei denen sich der Stoff sowohl in Küsten- als auch in Binnengewässern bereits in wirkungsrelevanten Konzentrationen nachweisen ließ. Eigene Untersuchungen des UBA haben gezeigt, dass für einen Teil der gemessenen Umweltkonzentrationen bereits negative Folgen für Wasserorganismen eintreten können.

    Das UBA rät generell davon ab, im Privatbereich Antifouling-Anstriche zu verwenden. Insbesondere an vielen Süßwasserstandorten können Bootsrümpfe auch ohne Antifouling-Wirkstoffe in einem guten Zustand bleiben. Wer solche Schutzanstriche dennoch verwenden möchte, sollte darauf achten, dass sich die darin enthaltenen Wirkstoffe schnell in der Umwelt abbauen.

    Mehrere europäische Länder haben bereits Anwendungsbeschränkungen oder Verbote von irgarolhaltigen Bootsanstrichen durchgesetzt, beziehungsweise ein generelles Anwendungsverbot für biozidhaltige Antifouling-Anstriche in Binnengewässern erlassen. Dazu zählen Dänemark, Schweden und Großbritannien. In Deutschland gelten bisher nur vereinzelt regionale Anwendungsverbote für diese Art von Anstrichen, zum Beispiel in Schleswig-Holstein am Ratzeburger See.

    Aktuelle Bestandszahlen von Sportbooten wurden durch das Umweltbundesamt anhand von Luftbildern erhoben. Insgesamt wurde bundesweit ein Gesamtbestand von ca. 206.000 Liegeplätzen in 3091 Sportboothäfen erfasst. Nicht eingerechnet wurden Kleinsthäfen unter sechs Booten und Einzelliegeplätze. Deren Anzahl wird auf max. 20.000 geschätzt.

    Weitere Informationen:

    Europäische Zulassung der Antifouling-Wirkstoffe:
    Die Zulassung von Unterwasserbeschichtungen mit biozidhaltigen Antifouling-Wirkstoffen unterliegt EU-weit der Biozid-Verordnung (EU) Nr. 528/2012. Um solche Produkte zu vermarkten, müssen Hersteller oder Importeure ein zwei-stufiges Zulassungsverfahren erfolgreich abschließen: Erstens muss der im Biozid-Produkt enthaltene Wirkstoff auf EU-Ebene grundsätzlich für die vorgesehene Verwendung zugelassen werden. Zweitens muss das Biozid-Produkt selbst entweder im Mitgliedstaat oder auf Unionsebene zugelassen sein, bevor es in den Verkehr gebracht und verwendet werden darf. In der 1. Stufe ist daher ein umfangreiches Dossier zum Wirkstoff vorzulegen, in dem u.a. Stoffeigenschaften, Verhalten in der Umwelt und Wirkung auf Mensch und Organismen dokumentiert werden. Auf Grundlage dieses Dossiers führt ein EU-Mitgliedsstaat federführend eine Risikobewertung des Wirkstoffs durch. Auf der Grundlage dieser Bewertung entscheidet die EU-Kommission über die Zulassung des Wirkstoffs. Zentraler Bestandteil für den Umweltbereich ist u.a. ein Vergleich der erwarteten Umweltkonzentration im Wasser (z.B. in Sportboothäfen) mit den aus ökotoxikologischen Tests abgeleiteten Wirkungsschwellen an Organismen (z.B. Algen, Wasserflöhe oder Fische). Werden insgesamt die Risiken für Mensch und Umwelt als gering bewertet und erzielt der Wirkstoff seine bestimmungsgemäße Wirkung, so kann er prinzipiell in Antifouling-Produkten eingesetzt werden, die dann in der 2. Stufe national zugelassen werden müssen. Bisher ist noch kein Antifoulingprodukt zugelassen. Alle Antifoulings sind derzeit noch aufgrund von Übergangsregeln ungeprüft auf dem Markt.

    www.umweltbundesamt.de

  • Schatz an der Küste: Vorpommersche Boddenlandschaft und Rostocker Heide

    Schatz an der Küste – Neues Projekt soll Natur in Vorpommerscher Boddenlandschaft und Rostocker Heide bewahren

    Bodden, Wieken, Moore - das sind Lebensräume, die die Vorpommersche Boddenlandschaft und Rostocker Heide zu einer Schatztruhe der Natur machen. Mit einem neuen Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt sollen diese Lebensräume geschützt, ausgebaut und erlebbar gemacht werden. Das Bundesumweltministerium fördert das Vorhaben mit dem Namen "Schatz an der Küste" mit rund 5 Mio. Euro.

    Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: "Die Vorpommersche Boddenlandschaft und die Rostocker Heide beheimaten eine außergewöhnliche Vielfalt an Arten und Lebensräumen. Diese Region ist einer der herausragenden Naturschätze Deutschlands. Wir wollen dazu beitragen, dass dieser Schatz bewahrt wird. Darum gilt es, die biologische Vielfalt mit den Interessen von Tourismus und Landwirtschaft in Einklang zu bringen."

    Die Vorpommersche Boddenlandschaft und Rostocker Heide ist einer von 30 sogenannten "Hotspots der biologischen Vielfalt". Das sind Gebiete mit einer besonders hohen Dichte und Vielfalt an charakteristischen Arten, Populationen und Lebensräumen. Durch intensive touristische Nutzung und intensive Landwirtschaft ist diese für Deutschland einzigartige biologische Vielfalt im Hotspot stark gefährdet. Ein wichtiger Teil des Projektes ist daher die partizipative Diskussion von Interessenskonflikten. Durch eine naturverträgliche Besucherlenkung und die Entwicklung von angepassten Bewirtschaftungsformen sollen Naturnutzung und biologische Vielfalt in Einklang gebracht werden.

    BfN-Präsidentin Beate Jessel: "Dieses Projekt stärkt den Erhalt dieser einzigartigen biologischen Vielfalt und zeigt in maßstabsetzender Weise, wie Einheimische, verschiedene Nutzergruppen und Erholungssuchende für die biologische Vielfalt begeistert werden können."

    Das Projekt wird vom Bundesumweltministerium mit etwa 5 Mio. Euro aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert und vom Bundesamt für Naturschutz fachlich begleitet. Koordiniert wird das sechsjährige Projekt von der Naturschutzstiftung Deutsche Ostsee. Projektpartner sind die großen Naturschutzverbände NABU, BUND und WWF, die Hansestadt Rostock, die Michael Succow Stiftung, der Kranichschutz Deutschland und die Uni Greifswald.

    Zentrale Projektinhalte sind die Wiederherstellung von 200 Hektar Salzgrasland, die Entwicklung von angepassten Erntetechniken für nasse Wald- und Offenlandstandorte, der Bau eines Spielplatzes, der küstendynamische Prozesse verdeutlicht, und einer Plattform zur Beobachtung des majestätischen Kranichs. Die Projektinhalte sollen in einem reiseführerähnlichen "Hotspot-Guide" zusammengefasst, der Anwohnern und Touristen die Naturschätze näher bringen soll.

    Weitere Informationen zum Projekt "Schatz an der Küste": www.biologischevielfalt.de/21308.html

    Hintergrund
    Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt

    Die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) wird seit 2011 durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt. Gefördert werden Vorhaben, denen im Rahmen der NBS eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung zukommt oder die diese Strategie in besonders beispielhafter Weise umsetzen. Die geförderten Maßnahmen tragen dazu bei, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und mittel- bis langfristig in einen positiven Trend umzukehren. Sie dienen dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung sowie der Entwicklung der biologischen Vielfalt und gehen über die rechtlich geforderten Standards hinaus. Akzeptanzbildende Maßnahmen der Informationen und Kommunikation tragen dazu bei, das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt zu stärken.

    Die "Hotspots der biologischen Vielfalt" sind ein Förderschwerpunkt im Bundesprogramm. Biologische Vielfalt identifiziert wurden. Weitere Informationen zu den Hotspots finden Interessierte unter www.biologischevielfalt.de/hotspots.html

    Weitere Informationen zum Bundesprogramm Biologische Vielfalt: www.biologischevielfalt.de/bundesprogramm.html

    http://www.bfn.de/0401_pm.html?tx_ttnews[tt_news]=5255

  • EU-Umweltminister stellen Weichen für weniger Plastikmüll

    BUND: EU-Umweltminister stellen Weichen für weniger Plastikmüll und effiziente Kreislaufwirtschaft in Europa

    Am morgigen Dienstag berät der Umweltministerrat der Europäischen Union über einen Vorschlag der Kommission zur Abfallpolitik. Dabei geht es nicht nur um ein Verbot dünnwandiger Plastiktüten, es könnten mit dem Kreislaufwirtschaftspaket auch Weichen für ein insgesamt ressourceneffizienteres Europa gestellt werden. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat Bundesumweltministerin Barbara Hendricks daher in einem offenen Brief aufgefordert, den Kommissionsvorschlag zu unterstützen, und appelliert an die EU-Umweltminister, die Beseitigung von Kunststoffabfällen zu verbessern sowie die Recyclingquoten zu erhöhen. Nach dem Willen des EU-Parlamentes und dem vorliegenden Kommissionsentwurf sollen bis 2030 künftig mindestens 80 Prozent der Kunststoffabfälle in Europa sortiert, gesammelt und wiederverwertet werden. Der europäische Durchschnitt liegt zurzeit bei etwa 25 Prozent; Deutschland recycelt bereits über 42 Prozent.

    "Bis 2030 können wir durch effiziente Kreislaufwirtschaft bis zu 180.000 Arbeitsplätze in Europa schaffen, 72 Milliarden Euro und 443 Millionen Tonnen Treibhausgase einsparen. Auch vor dem Hintergrund der gerade beschlossenen Energie- und Klimaziele spielt es eine große Rolle, wie wir unsere Abfallwirtschaft in Europa künftig gestalten", sagte der BUND-Geschäftsführer Olaf Bandt. Für einige Mitgliedstaaten sei die Umsetzung des vorgestellten Kreislaufwirtschaftspaketes eine große Herausforderung. Dies sei aber kein Grund, die ambitionierten Zielsetzungen abzuschwächen oder abzulehnen.

    "Deutschland muss sich als Recycling-Vorbild für starke Ziele in der EU einsetzen und die betroffenen Länder beim Aufbau der nötigten Infrastruktur beratend und finanziell unterstützen. Mittel für Anlagen zur Sammlung, Sortierung und zum Recycling von Abfällen müssen vorrangig gegenüber Verbrennungsanlagen oder Deponien sein", sagte Bandt. Außerdem müsse der Rahmen für eine erweiterte Verantwortung der Hersteller gesetzt werden und es brauche Instrumente, um Abfall zu vermeiden, Lebensmittelabfälle zu reduzieren, Produkte wiederzuverwenden und Bioabfälle separat zu sammeln und zu verwerten.

    "Vor allem Plastikmüll gefährdet zunehmend unsere Ökosysteme und unsere Gesundheit", sagte Bandt. "Als Mikroplastik landet Kunststoff in unseren Flüssen und Meeren und gelangt dadurch auch in die Nahrungskette. Mit einem Verbot der kostenfreien Abgabe von Plastiktüten können wir diese Gefahr eindämmen. Für alle Plastiktüten muss es eine Steuer oder Gebühr geben, damit wir unseren Verbrauch reduzieren", so der BUND-Geschäftsführer.

    Das EU-Parlament hatte im Januar 2014 beschlossen, bis 2020 dünne Tragetaschen mit einer Wandstärke von unter 0,05 Millimetern in allen EU-Mitgliedstaaten zu verbieten, und die EU-Kommission beauftragt, einen Vorschlag auszuarbeiten. Nun stellen die EU-Umweltminister mit ihrer Entscheidung die Weichen, ob der Vorschlag seinen Weg als Richtlinie in die Gesetzgebungen der EU-Mitgliedstaaten findet.

    http://www.bund.net/nc/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/eu-umweltminister-stellen-weichen-fuer-weniger-plastikmuell-und-effiziente-kreislaufwirtschaft-in-eu/

  • SCINEXX-Dossier: Bergbau in der Tiefsee

    Bergbau in der Tiefsee
    Welche Folgen hat die Jagd nach Rohstoffen in der Meerestiefe?

    Gold, Kupfer, Seltene Erden und andere wertvolle Rohstoffe – sie alle lagern in großen Mengen am Grund der Meere. Doch der Abbau dieser begehrten Schätze der Tiefsee ist technisch schwierig - und ökologisch riskant. Bevor der große Run auf die Rohstoffe losgeht, versuchen Forscher daher so viel wie möglich über die möglichen Folgen und Risiken herauszufinden.
    ....

    Link zum Dossier mit Stand 10.10.2014: http://www.scinexx.de/newsletter-dossier-695-1.html

  • Plastic nanoparticles also harm freshwater organisms

    Plastic nanoparticles also harm freshwater organisms

    Organisms can be negatively affected by plastic nanoparticles, not just in the seas and oceans but in freshwater bodies too. These particles slow the growth of algae, cause deformities in water fleas and impede communication between small organisms and fish. These are the results of research carried out by Wageningen University and IMARES, part of Wageningen UR, published in the latest issue of Environmental Science and Technology. It is the first time that such effects of plastic on freshwater organisms have been studied.

    Plastic in the oceans (plastic soup) has been thought to seriously affect aquatic life for some time, but until now little research has been carried out into the levels and effects of plastics in the freshwater environment. ‘The main sources of plastic are on land, so it is important to also look at the effects of plastic on land’, says Professor Bart Koelmans, leader of the Wageningen University and IMARES research group. ‘We know that nanoplastic particles are released during processes such as the thermal cutting of plastics and 3D printing and when small plastic particles are abrasion by sand – a process that probably also takes place in nature.’

    Koelmans and his team carry out detailed research into the effects of plastic in the aquatic environment. They have previously published articles on the presence of plastic in fish, the accumulation of toxic substances from plastic and the effects on marine organisms such as mussels and lugworms.

    Kairomones
    In the study into the effects of tiny plastic particles in freshwater, PhD candidate Ellen Besseling and student Bo Wang exposed water fleas to various nanoplastic concentrations. At higher concentrations, algae growth declined. Water fleas were also smaller following exposure to nanoplastics and their offspring malformed in various ways. ‘These are the first malformations that have been seen in freshwater organisms and we do not yet know how big the problem really is’, says Ellen Besseling. She believes that more research is needed into the sources, concentrations and effects of nanoplastic in water and on other organisms.

    The effects were studied with and without kairomones in the water. These are chemical substances that fish emit that act as a warning for water fleas. The researchers found it intriguing that the effect of the kairomones appeared to be stronger in the presence of nanoplastic. They therefore believe that, as chemical communication is used extensively – to find a partner or food or to avoid predators such as fish – this also shows that subtle disturbances may be taking place at low concentrations that are not easy to detect using standard ecotoxicological tests but that may result in changes to the food web in exposed ecosystems over time.

    Source: Nanoplastic affects growth of S. obliquus and reproduction of D. magna, Ellen Besseling, Bo Wang, Miquel Lurling and Albert A. Koelmans, Environmental Science and Technology, http://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/es503001d

    http://www.wageningenur.nl/en/newsarticle/Plastic-nanoparticles-also-harm-freshwater-organisms.htm

  • Gründung eines Centrums für Naturkunde in Hamburg

    Gründung eines Centrums für Naturkunde in Hamburg

    Das Präsidium der Universität Hamburg hat die Gründung eines Centrums für Naturkunde (CeNak) als zentrale Betriebseinheit zur Integration der naturkundlichen Sammlungen der Universität Hamburg beschlossen. Gleichzeitig ist es gelungen, Herrn Professor Dr. Matthias Glaubrecht als neuen wissenschaftlichen Direktor dieses Centrums und als Leiter des Zoologischen Museums an die Universität zu berufen.

    Aufgrund der einzigartigen Sammlungen, deren Bedeutung weit über die Grenzen Hamburgs hinaus ausstrahlt, und der Leistungen im Bereich der sammlungsbezogenen Forschung genießen das Zoologische Museum sowie das Mineralogische und Geologisch-Paläontologische Museum der Universität Hamburg ein hohes nationales und internationales Ansehen. Ziel der Gründung eines Centrums für Naturkunde ist es daher, diese Schätze zu erhalten und sie gleichzeitig für die Wissenschaft und für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt im Rahmen eines zentralen Museums zugänglich zu machen.

    Universitätspräsident Prof. Dr. Dieter Lenzen zur Berufung und zur Gründung des neuen Centrums: „Mit der Berufung von Professor Glaubrecht und der Gründung eines Centrums für Naturkunde soll der erste Schritt in Richtung Wiedererstehung eines Museums für Naturkunde gegangen werden, das im Krieg zerstört wurde. Wir hoffen sehr, dass Bürgerinnen und Bürger, Stiftungen und Förderer sich für dieses Jahrhundertprojekt engagieren werden.“

    Professor Dr. Glaubrecht zu den Chancen für ein neues Naturkundemuseum in Hamburg: „Bis zu seiner Zerstörung im Juli 1943 hatte Hamburg einst das zweitgrößte Museum dieser Art in Deutschland – zudem war es lange Zeit das meistbesuchte. Mit dem CeNak wollen wir jetzt an diese Tradition insbesondere in der sammlungsbezogenen Biodiversitätsforschung anknüpfen. Ich denke, die Zeit ist reif für eine Wiederbelebung. Denn mit seinen naturwissenschaftlichen Sammlungen verfügt Hamburg nicht nur über ein wichtiges Datenarchiv, das helfen kann, einige der großen Zukunftsfragen zu beantworten; mit den Ausstellungen eröffnet ein solches Naturkundemuseum auch das Fenster zu Forschung und Wissenschaft.“

    Professor Glaubrecht, gebürtiger Hamburger, war zuvor seit 1997 Kurator am Berliner Museum für Naturkunde und hat dort als Mitglied des Direktoriums von 2006 bis 2009 die Abteilung Forschung aufgebaut sowie die 2007 eröffneten Dauerausstellungen zum Thema Evolution und 2009 die Sonderausstellung zu Charles Darwin kuratiert.

    Sein Forschungsschwerpunkt ist die Evolutionssystematik und speziell auch die historische Biogeographie tropischer Süßwasserschnecken. Er ist Autor von mehr als 160 wissenschaftlichen Veröffentlichungen, Herausgeber von Fachbüchern und Fachzeitschriften und seit 2008 gewähltes Mitglied im Fachkollegium Zoologie der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

    http://www.uni-hamburg.de/presse/pressemitteilungen/2014/pm59.html

Footer:

Die auf diesen Webseiten sichtbaren Daten und Inhalte stammen vom Blog-Inhaber, blog.de ist für die Inhalte dieser Webseiten nicht verantwortlich.