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  • New UN report warns of ‘devastating’ effects from ongoing destruction of mangrove forests

    New UN report warns of ‘devastating’ effects from ongoing destruction of mangrove forests

    29 September 2014 – The world is losing its mangroves at a faster rate than global deforestation, the United Nations revealed today, adding that the destruction of the coastal habitats was costing billions in economic damages and impacting millions of lives.

    In a new report launched today at the 16th Global Meeting of the Regional Seas Conventions and Action Plans, held in Athens, Greece, the UN Environment Programme (UNEP) warned that the deforestation of the planet’s mangroves was exceeding average global forest loss by a rate of three to five times, resulting in economic damages of up to $42 billion annually and exposing ecosystems and coastal habitats to an increased risk of devastation from climate change.

    “The escalating destruction and degradation of mangroves – driven by land conversion for aquaculture and agriculture, coastal development, and pollution – is occurring at an alarming rate, with over a quarter of the earth’s original mangrove cover now lost,” said UNEP Executive Director Achim Steiner.

    “This has potentially devastating effects on biodiversity, food security and the livelihoods of some of the most marginalized coastal communities in developing countries, where more than 90 per cent of the world’s mangroves are found,” he added.

    The Executive Director noted that mangroves – which are found in 123 countries around the world – provide ecosystem services worth up to $57,000 per hectare per year, storing carbon that would otherwise be released into the atmosphere and providing the over 100 million people who live in their vicinity with a variety of goods and services such as fisheries and forest products, clean water and protection against erosion and extreme weather events.

    Mr. Steiner stressed that their continued destruction “makes neither ecological nor economic sense.”

    In addition to the economic problems posed by mangrove deforestation, the report, entitled The Importance of Mangroves: A Call to Action, also cautions that a continued reduction in the surface area of mangrove forests would inevitably expose coastal environments to the harmful effects of climate change.

    In the Caribbean, for instance, mangrove-lined “hurricane holes” have functioned for centuries as safe-havens for boaters needing to ride out storms. Meanwhile, the complex network of mangrove roots can help reduce wave energy, limit erosion and form a critical barrier to the dangers posed by the strengthening tropical storms, cyclones and tsunamis which have been assailing coastal communities in recent years due to climate change.

    In order to safeguard what UNEP calls “one of the most threatened ecosystems on the planet,” the report outlines a number of financial mechanisms and incentives designed to stimulate conservation, including the creation of a Global Mangrove Fund, encouraging mangrove conservation and restoration through carbon credit markets, and promoting economic incentives as a source of local income from mangrove protection, sustainable use, and restoration activities.

    Mr. Steiner admitted that it was important to present the survival of mangroves in real terms, underlining the economic impact their destruction would have on the local and global communities and pushing for greater international concern for their overall preservation.

    “By quantifying in economic terms the value of the ecosystem services provided by mangroves as well as the critical role they play in global climate regulation, the report aims to encourage policymakers to use the tools and guidelines outlined to better ensure the conservation and sustainable management of mangroves.”

    Download the Report:
    http://apps.unep.org/publications/index.php?option=com_pmtdata&task=download&file=-The%20importance%20of%20mangroves%20to%20people_%20a%20call%20to%20action-2014Mangrove.pdf

    Source:
    http://www.un.org/apps/news/story.asp?NewsID=48931#.VCvCnBaS98u

  • Nein zur „Nordseepipeline“! Kaliabbau in die Flüsse?

    Nach hundert Jahren Werraversalzung darf die Jade nicht die Alternative sein

    Nein zur „Nordseepipeline“!

    Mit einem umfangreichen Schwerpunkt zu einigen akuten Problemen des Jade-Systems ist heute die aktuelle Ausgabe der meerespolitischen Zeitschrift WATERKANT erschienen. Anlass für den dreiteiligen Artikel-Komplex ist die geplante Pipeline, über die Abwässer aus dem Kalibergbau „entsorgt“ werden sollen. Neben einem einleitenden Überblick über den langjährigen Streit um die Kaliabbaufolgen in der Werraregion untersucht die Zeitschrift ausführlich, was eine derartige Einleitung – „nicht erlaubnisfähig, ökologisch unverträglich, unwirtschaftlich“ – biologisch für das sensible System von Jadebusen und Jademündung samt angrenzendem Wattenmeer bedeuten würde. Ergänzend geht es anschließend um die bereits langjährig gegebene Vorbelastung des Gewässers und der Nordsee durch die Aussolungen der benachbarten ostfriesischen Kavernen sowie um die Risiken, die von diesen Etzeler Kavernen für die Anwohner und die landseitige Umwelt ausgehen.

    Die WATERKANT unterstreicht mit diesem Schwerpunkt erneut ihre nachdrückliche Unterstützung für den Widerstand sowohl in der Werra- als auch der Jade-Region gegen die rücksichtslosen Produktions- und Abfallentsorgungspraktiken der Kali-Industrie und gegen die politische Rückendeckung, die diese Branche immer noch erfährt.

    Flüsse ohne Chance? – EIn weiterer, kleinerer Schwerpunkt der aktuellen WATERKANT befasst sich mit den umstrittenen Plänen für Elbvertiefung und Weservertiefung sowie mit der für die Begehrlichkeiten der Papenburger Meyer Werft verbaute und kaputt gebaggerte Ems.

    Die zunehmende Nitratschwemme insbesondere durch landwirtschaftliche Gülle sowie die Planungen für Küstenautobahn und feste Fehmarnbeltquerung sind weitere Themen der WATERKANT-Herbstausgabe. Außerdem setzt sich das Blatt kritisch mit den Lücken im Rettungswesen für die Offshore-Windkraftbranche auseinander.

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    Die Zeitschrift WATERKANT ist ein nicht-kommerzielles Projekt, das von einem als gemeinnützig anerkannten Verein herausgegeben und – außer in technischen Bereichen – von unbezahlt tätigen Engagierten erarbeitet wird.

    WATERKANT [ ISSN 1611-1583 ]
    im 29. Jahrgang Zeitschrift für
    Umwelt + Mensch + Arbeit in der Nordseeregion

    herausgegeben vom »Förderkreis WATERKANT« e. V.
    (als gemeinnützig anerkannt)
    D-48282 Emsdetten

    Kontakte zur Redaktion
    Postanschrift:
    Offenwardener Strasse 6
    D-27628 Sandstedt / Unterweser
    Telefon: +49 - (0) 4702 - 92 00 94
    - bevorzugt vormittags! -
    Telefax: +49 - (0) 4702 - 92 00 93
    – international sendings only by arrangement –

    Web: www.waterkant.info

  • Junge Seesterne reagieren empfindlicher auf Ozeanversauerung

    Sensibler Nachwuchs -
    Junge Seesterne reagieren empfindlicher auf Ozeanversauerung als erwachsene Tiere

    Jüngere Exemplare einer Seesternart aus der Ostsee verkraften die Versauerung des Meerwassers offenbar weniger gut als ihre erwachsenen Artgenossen. Wissenschaftler des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel zeigten in einem Labor-Experiment, dass jüngere Tiere bereits unter geringfügig erhöhtem Kohlendioxid-Gehalt weniger fressen und langsamer wachsen als unter Normalbedingungen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher in der Fachzeitschrift Marine Ecology Progress Series.

    Junge Individuen einer Art reagieren häufig empfindlicher auf Umweltstress als ihre erwachsenen Artgenossen. Wissenschaftler vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel konnten dies nun erstmals für den Seestern Asterias rubens aus der Ostsee nachweisen. In einem Laborversuch im Rahmen des deutschen Forschungsverbunds zur Ozeanversauerung BIOACID (Biological Impacts of Ocean Acidification) simulierten die Forscher über neun Monate hinweg drei verschiedene Niveaus an Versauerung, die in den kommenden Jahrzehnten in der Ostsee durch die Aufnahme von zusätzlichem Kohlendioxid (CO2) erreicht werden können. Schon bei geringfügiger Versauerung wuchsen die kleinen Seesterne langsamer und fraßen weniger. „Diesen Effekt haben wir bei erwachsenen Seesternen erst bei einem deutlich erhöhten Kohlendioxid-Gehalt im Wasser beobachtet“, erklärt Dr. Jörn Thomsen, einer der beiden Erstautoren der Langzeitstudie, deren Ergebnisse jetzt in der Fachzeitschrift Marine Ecology Progress Series erschienen. Dabei war zu beobachten, dass sich die Tiere auch nach einer sehr langen Akklimatisierungszeit nicht an die versauerten Bedingungen anpassen konnten.

    Seesterne stellen eine der wichtigsten bodenlebenden Arten in der westlichen Ostsee dar und kontrollieren als wichtiger Räuber die Miesmuschel-Population. „Falls sie unter steigender Versauerung leiden, könnte dies langfristig drastische Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem haben“, folgert Dr. Yasmin Appelhans, neben Thomsen Erstautorin der neuen Studie. „In der Lübecker Bucht leben auf Grund des niedrigen Salzgehalts kaum Seesterne. Dort können sich die Miesmuscheln ungehindert verbreiten und andere Arten verdrängen.“

    Warum sich ein Großteil der jungen Seesterne im Labor unter erhöhten CO2-Bedingungen schlechter entwickelt, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Studie konnte jedoch zeigen, dass die Seesterne auch unter Versauerungsbedingungen nicht weniger Kalk in ihre Skelette einlagern. „Dass sie weniger wachsen, könnte daran liegen, dass sie mehr Energie benötigen, um Kalk zu bilden“, vermutet Thomsen. „Dass sie weniger fressen, kann auch darauf hindeuten, dass das saurere Wasser die Verdauungsenzyme beeinflusst.“

    Einige wenige Individuen wuchsen auch unter einem hohen CO2-Gehalt gut. Appelhans: „Wenn sich diese toleranten Tiere durchsetzen, könnte sich die Art möglicherweise auf lange Sicht an die neuen Umweltbedingungen anpassen. Für einzelne Arten gibt es bereits Hinweise darauf, dass eine Anpassung per Evolution möglich ist. Ob dies auch für die Seesterne gilt, sollen zukünftige Untersuchungen zeigen. Gleichzeitig ist es wichtig, die Beobachtungen aus dem Labor einem Realitäts-Check unter natürlicheren Bedingungen zu unterziehen.“

    Originalveröffentlichung:
    Appelhans, Y.S., Thomsen, J., Opitz, S., Pansch, C., Melzner, F., Wahl, M. (2014): Juvenile sea stars exposed to acidification decrease feeding and growth with no acclimation potential. Mar. Ecol. Prog. Ser., 509, 227-239, doi: 10.3354/meps10884

    Links:
    www.geomar.de GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
    www.bioacid.de BIOACID Biological Impacts of Ocean Acidification

  • EU Study on deep sea mining

    map-deep-sea-eu

    Seamounts, guyots, and oceanic plateaus important for the formation of polymetallic crust (based on morphological features identified by GRID Arendal; Harris et al., 2014)

    Study on deep sea mining

    This report gives an overview on the current and latest state of knowledge of deep-sea mining, with a focus on the potential from a geological perspective, the relevant technologies, the economic viability, environmental implications, the legal regime under which seabed mining operates, and an inventory of ongoing exploration and exploitation projects.

    The report is based on an extensive desk-based research, literature review, interviews with stakeholders and expert workshops. We would like to express our sincere thanks to all who have contributed to this study. The study is not aimed to produce new knowledge or innovations but rather to bring together all available information and data currently present on the matter.

    The main report presents the overall findings in a coherent storyline. Detailed information on the various aspects of deep-sea mining as well as more detailed description of underlying data and figures is presented in of the annexes attached.

    It should be noted that this study has been carried out by an independent team of consultants and researchers and that the report represents the views of the consultant, which do not necessarily coincide with those of the Commission.

    To read the Report:
    https://webgate.ec.europa.eu/maritimeforum/en/community/articles/3617

  • Grundlagenforschung für Managementmaßnahmen in Nord- und Ostsee

    Meeresboden von Nord- und Ostsee wird erstmals flächendeckend kartiert

    Forschungskonferenz zu marinen Lebensräumen und Arten liefert Grundlage für Managementmaßnahmen in Nord- und Ostsee

    Lärmbelastung durch hohes Schiffsaufkommen im Fehmarnbelt und Kadetrinne

    Stralsund/Bonn, 22. September: Der Meeresboden von Nord- und Ostsee wird erstmals flächendeckend kartiert. Auf der heute beginnenden Forschungskonferenz (bis 24.9.) des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) im Ozeaneum in Stralsund werden u.a. die Ergebnisse der Sediment- und Benthoskartierungen vorgestellt. Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Konferenz stehen die Ergebnisse von mehrjährigen Forschungsprogrammen des BfN zum Monitoring sowie zur Erforschung mariner Lebensräume und Arten in der deutschen Nord und Ostsee.

    Erstmalig in diesem großen Umfang werden die Lebensgemeinschaften der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone von Nord- und Ostsee über einen langen Zeitraum systematisch mit international anerkannten und zum Teil richtungsweisenden neuen Methoden untersucht. Viele Forschungsergebnisse bilden die Grundlage für zukünftige Managementmaßnahmen in den marinen Schutzgebieten, auch für Maßnahmen zum Fischereimanagement.

    "Notwendige Managementmaßnahmen in den Schutzgebieten und ergänzende Schutzmaßnahmen in der Fläche müssen gut begründet sein und auf einer soliden Datengrundlage beruhen. Die nun vorliegenden qualitativ hochwertigen Forschungsergebnisse liefern uns diese Daten. Sie bringen uns ein großes Stück auf dem Weg zu einem nachhaltigen Schutz mariner Lebensvielfalt in Nord- und Ostsee weiter," sagte BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel.

    In den Forschungsprojekten wurden in Nord- und Ostsee die Lebensräume und Arten vom Meeresboden bis zu den Seevögeln an der Wasseroberfläche erfasst. Dabei wurden ihr Status, Bestandstrends und Gefährdungen durch menschliche Eingriffe bewertet. Auf der Konferenz werden erstmals die Ergebnisse der flächendeckenden Sediment- und Benthoskartierungen vorgestellt.

    In mehreren der Forschungsprojekte wurden parallel zum Monitoring der Arten und Lebensräume wichtige Einflüsse des Menschen erfasst und in ihren Auswirkungen für die marine Lebensvielfalt untersucht und bewertet. Dies betrifft beispielsweise Schweinswale: So konnten die Wissenschaftler/innen des Projektes "Unterwasserschall" durch Messungen des Hintergrundschalls in den Schutzgebieten der Ostsee nachweisen, dass die Lärmbelastung unter Wasser im Fehmarnbelt und der Kadetrinne erheblich ist, bedingt durch das hohe Schiffsaufkommen in dieser Region.

    Für die dort vorkommenden Schweinswale sind danach permanent mehrere Schiffe in Hörweite. Dänische Forscher ermittelten in Auftrag des BfN bei einzelnen freilebenden Schweinswalen der Beltsee, die mit Sendern ausgestattet wurden, deutliche Verhaltensänderungen bei Bootslärm. Weiter nach Osten, in den Schutzgebieten der Pommerschen Bucht, sind über lange Zeiträume ausschließlich natürliche Geräusche zu hören. In der Nordsee beeinflussen die Bauarbeiten für Offshore-Windparks die "Lärmkulisse" für Kleinwale zusätzlich zum Hintergrundschall erheblich und damit ihre Möglichkeiten zur Nahrungsaufnahme, Paarung und Jungenaufzucht.

    "Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig Rückzugsgebiete für die bedrohten Schweinswale sind", erklärte Beate Jessel. "Daher sind auch differenzierte Managementpläne für Schweinswale in der Nord- und in der Ostsee, wie sie ebenfalls im Rahmen der Forschungsprojekte mit dem BfN entwickelt werden, zukünftig von besonderer Bedeutung."

    Wissenschaftler/innen erfassten außerdem erstmals intensiv und flächendeckend die Benthos-Gemeinschaften (Gesamtheit aller in der Bodenzone des Meeres, vorkommenden Lebewesen) auf dem deutschen Teil der Doggerbank. Die Abgrenzung der hier vorgefundenen Sandbodengemeinschaften hilft nun bei der Grenzziehung des geplanten Ausschlussgebietes für Boden-Schleppnetzfischerei auf dieser einzigartigen Sandbank in der Nordsee. Ziel ist es, Teile des Natura 2000-Schutzgebietes Doggerbank vor mechanischen Zerstörungen der Benthos-Gemeinschaften zu schützen.

    Hinweise:
    Die Tagung mit geladenen Teilnehmern findet statt vom 22. bis 24.09. im Ozeaneum, Stralsund. Auf Anfrage stehen Interviewpartner des BfN und der Forschungseinrichtungen zur Verfügung.

    Kontakt für Interviewanfragen während der Tagung:
    Katrin Wollny-Goerke 0173 / 605 79 41

    Hintergrund
    Aufgrund verschiedener internationaler Konventionen (insb. OSPAR- Übereinkommen zum Schutz des Nordost-Atlantiks und Helsinki-Übereinkommen zum Schutz der Ostsee) und EU-Richtlinien (Vogelschutzrichtlinie, Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie) ist die Bundesrepublik Deutschland verpflichtet, regelmäßig den Zustand geschützter Arten und Lebensräume innerhalb ihres Hoheitsgebietes zu erfassen und zu bewerten. Das Bundesamt für Naturschutz koordiniert u.a. das Monitoring, aber auch Forschungsprojekte zum Meeresnaturschutz in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) von Nord- und Ostsee. Für die Natura 2000 Schutzgebiete in der AWZ und deren Management ist ebenfalls das BfN zuständig.

    Im Rahmen der so genannten AWZ-Forschung fördert das BfN insgesamt 9 Forschungsvorhaben mit mehreren Teilprojekten zu folgenden Schwerpunkten:

    · Managementpläne und Schutzgebietsverordnungen

    · Umsetzung der Meeresstrategierahmenrichtlinie

    · Monitoring und Bewertung mariner Wirbeltiere

    · Monitoring und Bewertung der Lebensraumtypen, des Benthos und der gebietsfremden Arten

    · Datenmanagement des biologischen Monitoring

    · Flächendeckende Kartierung und Registrierung mariner Lebensraumtypen in der AWZ

    · Auswirkungen von Unterwasserschall auf marine Wirbeltiere

    · Kommunikation

    · Ökosystemgerechtes Fischereimanagement

    Projektnehmer und Partner im AWZ-Forschungsprogramm sind Dutzende renommierter Forschungseinrichtungen und Institute der Universitäten, Unternehmen und auch Bundesbehörden. Während der Tagung stellen BfN und Projektpartner Ergebnisse aus allen Schwerpunktprojekten vor.

    http://www.bfn.de/0401_pm.html?tx_ttnews[tt_news]=5151

  • Coastal clean Up Day Hamburg - a sunny happening

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    Greatest thanks to all the volunteers - it was a sunny happening.

    More photos in the flickr Stream
    https://www.flickr.com/photos/64068253@N00/sets/72157647464199539

  • Coastal Clean-up Day at the Elbe beach in Hamburg

    Plastic collection day at the Elbe beach in Övelgönne – Hamburg

    The Marine conservation organization DEEPWAVE is organizing its 8th coastal clean-up day and litter collection day in Hamburg.

    ° Litter collection day in Hamburg on the 20th September, 3pm, Museum Port
    ° The plastic footprint: A staggering 6 million tons yearly increase of plastic litter in the world’s oceans
    ° Rivers deliver the trash to the seas
    ° Marine creatures die horribly as they mistake this litter for nourishment
    ° A practical solution would be avoidance of all litter on beaches and rivers

    Hamburg, 18.9.2014 – Plastic litter is is increasingly contaminating the worlds seas. The UN Environmental Authority states the increase as lying at a rate of 6.000.000 tons per year. In the Atlantic a plastic footprint equivalent in size to Germany and Poland together, consisting of human emanated waste swims around. Landfill rubbish, illegal trash disposal, fishing accessories, free-time activities on the coasts etc. all act together with the rivers as the deliverers of trash for carelessly disposed of land rub-bish.

    The accumulation of plastic trash in the oceans presents an acute danger for marine species It takes 450 years for plastic to finally rot. Every year this long living material is responsible for the death of thousands of marine organisms, through choking or entanglement.

    In order to draw attention to this problem, the American environmental organization Ocean Conservancy organized the first international litter collection day as long as 28 years ago.

    Since then, on the 3rd Saturday in September a coastal clean up day has taken place on the beaches and rivers of the world. Everyone who wants to, can take part.

    In Hamburg, the Hamburger Marine Conservation organization DEEPWAVE is organizing for the 8th time this collection event. “Land based trash which has no business in our rivers and on our beaches, eg: cigarette butts, tampons, used fireworks, injection nee-dles, and PET bottles find their way into the oceans “, explains the marine biologist Dr. Onno Groß of DEEPWAVE on the typical contents of this floating plastic litter. Carelessness in disposal is mostly responsible - people just leave their trash lying around.

    Things also don’t look to good along the Elbe beaches. Nearly 25% of Elbe sand consists today of minute plastic particles, which can, through the food chain, end up within the human metabolism.

    A practical point towards a solution is seen by Dr. Groß, in an awareness programme, with a connected litter avoidance strategy. “If every beach visitor were to take their trash with them, this would contribute immensely in keeping the oceans and it’s inhabitants safe. A consequential division of house rubbish and the re-cycling of plastic waste is an-other point where all can contribute. Those who to wish to take part in our yearly clean-up action are also heartily welcome”.

    In the long-term the only way to solve this problem is to achieve a reduction in the world-wide production of plastics. Onno Groß see’s within this context the positive influence of the consumer, and advises: “Check out your own shopping customs and behaviour, and in future disregard over packed plastic packaged foodstuffs.

    Kontakt
    Dr. Onno Groß, Meeresbiologe und
    1. Vorsitzender des Vereins DEEPWAVE e.V.
    Tel.: 040-46856262
    Mobil: 0179-5986969
    E-Mail: presse@deepwave.org
    www.deepwave.org

    Hintergrundmaterial
    • www.deepwave.org / www.deepwave-blog.de
    • www.oceanconservancy.org/icc

    Bilder vom letzten Müllsammeltag finden sich hier:
    http://www.flickr.com/photos/64068253@N00/sets/72157627700043960/

    Kurzfilm zum Müllsammeltag 2007
    http://www.youtube.com/watch?v=zhMLqe_YN48&feature=related
    Weiteres Film- und Fotomaterial schicken wir Ihnen gerne auf Anfrage zu.

    Unterstützung
    Unterstützen Sie bitte die Arbeit der Organisation DEEPWAVE e. V. So können Sie etwas für unsere Meere und Ge-wässer tun.

    Spendenkonto: Deepwave e.V.
    Konto: 1208 116 713
    Hamburger Sparkasse, BLZ: 20050550

    Als gemeinnütziger Verein sind Spenden an DEEPWAVE e.V. voll steuerlich abzugsfähig und Sie erhalten von uns eine Spendenbescheinigung.

    DEEPWAVE e.V. ist gemäß Freistellungsbescheid vom 20.04.2012 des Finanzamts Hamburg für Körperschaften wegen Förderung des Umweltschutzes als gemeinnützigen Zwecken dienend anerkannt. Vereinsregister 17656, Amtsgericht Hamburg.

  • Walschützer ziehen überwiegend positive Bilanz der Walfangtagung in Portoroz

    Walschützer ziehen überwiegend positive Bilanz der Walfangtagung in Portoroz

    Alle Versuche Japans, das kommerzielle Walfangverbot zu umgehen, sind auf der internationalen Walfangtagung gescheitert. Der angeblich wissenschaftliche Walfang Japans wird künftig von der Internationalen Walfangkommission (IWC) kontrolliert. Die Organisationen OceanCare und Pro Wildlife sehen dies als das wichtigste und beste Ergebnis der am Donnerstag zu Ende gegangenen Walfangkonferenz. Anträge, Küstenwalfang zu betreiben wurden ebenso abgelehnt wie die Initiative, Walfleisch als Beitrag zur Nahrungssicherung zu etablieren.

    Negativ bewerten OceanCare und Pro Wildlife die Entscheidung der Kommission, Grönland eine Fangquote für Wale zu erteilen, die nach Ansicht der Walschützer den tatsächlichen Eigenbedarf der Inuit weit übersteigt. Kritik übten die beiden Organisationen am mangelnden Einsatz der EU. Die deutsche und Schweizer Delegation lobten sie für einen konstruktiven Dialog und ihr Engagement für den Walschutz.

    Die wichtigsten Ergebnisse
    Künftig muss die IWC neue Forschungsprojekte offiziell genehmigen. Dieser Beschluss setzt das IGH-Urteil vom März um, das Japans angeblich wissenschaftliches Walfangprogramm in der Antarktis wegen mangelnder Wissenschaftlichkeit verboten hatte. Neuseeland hatte die Resolution bei der IWC-Jahrestagung eingebracht. Bisher hatte Japan dem Wissenschaftsausschuss der IWC seine angeblichen Forschungsprogramme zwar zur Diskussion vorgelegt, doch weder das Fachgremium noch die Vollversammlung der IWC konnten die Walfänger aufhalten. „Mit diesem Schritt stopft die IWC zwar nicht komplett das Schlupfloch des Wissenschaftswalfangs, aber es wird deutlich kleiner", sagt Sandra Altherr, die für Pro Wildlife die Walfangtagung beobachtet. Japan reagierte auf den Beschluss mit der Ankündigung, sein Wissenschaftsprogramm so zu modifizieren, dass es den Anforderungen des IGH-Urteils entspreche. "Wir fordern Japan auf, diese Entscheidung der Vollversammlung zu akzeptieren und nicht nach anderen Schlupflöchern zu suchen", sagt Sigrid Lüber, Präsidentin der Schweizer Organisation OceanCare.

    Den grönländischen Inuit gestatteten die Delegierten jährlich 178 Zwergwale, 19 Finnwale, 10 Buckelwalen und zwei Grönlandwale zu jagen, allerdings nur zur Selbstversorgung. OceanCare und Pro Wildlife kritisieren diese Fangquote als unverhältnismässig hoch. "Neue wissenschaftliche Studien bestätigen, dass der tatsächliche Verbrauch der Inuit deutlich geringer ist als die Fangquoten", sagt Altherr.

    Ghana zog in letzter Minute eine Resolution zurück, die auf Initiative Japans Walfang als Beitrag zur Welternährungssicherung etablieren sollte.

    Ein Antrag Japans auf Küstenwalfang scheiterte mit 19 Ja- zu 39 Nein-Stimmen – eine Dreiviertelmehrheit wäre hierfür notwendig gewesen.

    Ein Walschutzgebiet im Südatlantik lehnten die Delegierten in der Vollversammlung mit 40 Ja zu 18 Stimmen ab. Da im Südatlantik keine Wale gefangen werden, werten die Walschützer diese Entscheidung als wenig gravierend.

    Eine Resolution Monacos verstärkt die Kooperation zu stark wandernden Wal- und Delfinarten mit anderen internationalen Foren. „Wir erhoffen uns, dass Wale und Delfine durch die verstärkte Zusammenarbeit besser geschützt werden, doch das ist noch ein langer Weg“, so Lüber, die für OceanCare als Sonderberaterin für Meeresschutz an der UNO teilnimmt.

    Auf Antrag Chiles wurden die Rechte der Verbände gestärkt.

    Ausserdem wurde Bruno Mainini, Delegationsleiter der Schweiz am Donnerstag neu als Vorsitzender der Internationalen Walfangkommission gewählt. Er wird die nächsten zwei Jahre den Vorsitz der IWC innehaben. An seine Seite wird Joji Morishita, Delegationsleiter Japan als Vizepräsident gestellt.

    Kommerzieller Walfang ist seit 1986 verboten. Doch Länder wie Japan, Island, Grönland und Norwegen nutzen Schlupflöcher, um dieses Verbot zu umgehen. Auf der Internationalen Walfangtagung treffen Vertreter der Walfanglobby auf Umweltschützer und verhandeln über Fangquoten, Tötungsmethoden und Schutzgebiete.

    Weiterführende Links und Informationen

    www.oceancare.org/walschutz
    www.prowildlife.de/IWC_Tagebuch

    Medienkontakte
    Sigrid Lüber nahm für OceanCare als Beobachterin an der IWC-Konferenz teil. Auf OceanCares Blog berichtet sie über die Konferenz.

    Sigrid Lüber, Präsidentin OceanCare: Tel: (+41) 79 475 26 87, Skype: sigrid_lueber, slueber@oceancare.org (in Slowenien vom 10.-18. September 2014).

    Über OceanCare
    Seit 1989 setzt sich OceanCare weltweit für die Meeressäuger und Ozeane ein. Mit Forschungs- und Schutzprojekten, Umweltbildungskampagnen sowie dem Einsatz in internationalen Gremien unternimmt die Organisation konkrete Schritte zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den Weltmeeren. Im Juli 2011 erhielt die Organisation von den Vereinten Nationen den UN-Sonderberaterstatus zugesprochen. www.oceancare.org

    Bisheriges Engagement von OceanCare an der IWC
    OceanCare setzt sich seit 1992 als einzige Schweizer Nichtregierungsorganisation an den Tagungen der Internationalen Walfangkommission (IWC) für den Schutz der Wale ein. Als langjährige Beobachterin ist sie mit den Akteuren und Regeln des Gremiums bestens vertraut. In Slowenien setzt sich OceanCare auch dieses Jahr dafür ein, dass die Wale maximalen Schutz erhalten. Bereits 2001 trug die Organisation mit einem Völkerrechtsgutachten zum Stimmenkauf zu einer historische Resolution für politische Transparenz bei, die 2011 zu einem Verbot von sogenannten Motivationsgeschenken führte. Ein von OceanCare eingebrachtes Rechtsgutachten zur Partizipation der Zivilbevölkerung führte dazu, dass seit 2008 neu auch Nichtregierungsorganisationen angehört werden. OceanCare war massgeblich daran beteiligt, dass IWC Mitgliedstaaten sich für eine Zusammenarbeit mit der WHO entschlossen und die Walfangländer neu Konsumenten über Gesundheitsrisiken durch den Verzehr von Walfleisch informieren müssen. www.oceancare.org/walschutz

    Über Pro Wildlife
    Pro Wildlife ist eine gemeinnützige Organisation, die sich global für den Schutz von Wildtieren und ihrer Lebensräume einsetzt. Weltweit unterstützt Pro Wildlife Artenschutzprojekte vor Ort und leistet Aufklärungsarbeit, um Wildtierhandel und Wilderei einzudämmen. Pro Wildlife nimmt an Konferenzen wie der Internationalen Walfangkommission (IWC) und dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA, engl. CITES), um den Schutzstatus von Wildtieren weltweit zu verbessern.

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    OceanCare, Oberdorfstrasse 16, CH-8820 Wädenswil, Tel +41-44-780 66 88. info@oceancare.org. www.oceancare.org

  • Klimaschutz als Weltbürgerbewegung

    Klimaschutz als Weltbürgerbewegung

    Klimagipfel des UN-Generalsekretärs in New York

    Die Klimapolitik tritt auf der Stelle, der Klimawandel schreitet ungebremst voran. Doch inmitten dieser Menschheitskrise gibt es neue Hoffnung. Sie hängt zusammen mit starken Bewegungen in Richtung Nachhaltigkeit, die sich neuerdings überall in der Zivilgesellschaft formieren: Soziale Netzwerke, Städte und Kommunen, Religionsgemeinschaften, Unternehmensallianzen und Staatenclubs erweitern Klimaschutzinitiativen und treiben die politischen Entscheidungsträger zum kraftvollen Handeln jenseits des Tagesgeschäfts an. Die verantwortungsbewusste Politik gewinnt dadurch ihrerseits wertvolle Verbündete bei der Überwindung des multilateralen Stillstands und bei der Gestaltung einer Zukunft ohne Klimachaos. Im Wechselspiel der jeweiligen Akteure kann ein ehrgeiziges Abkommen in Paris im nächsten Jahr durchaus gelingen. Dies zeigt das neue Sondergutachten „Klimaschutz als Weltbürgerbewegung“ des WBGU, das heute anlässlich des vom UN-Generalsekretär einberufenen Klimagipfels in New York an Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und Staatssekretär Dr. Georg Schütte (BMBF) übergeben wurde. In dem Papier empfiehlt der WBGU zugleich eine Doppelstrategie für die internationale Klimapolitik: Zum einen soll das geplante Pariser Abkommen den weltweiten Ausstieg aus den fossilen CO2-Emissionen festschreiben und somit als Wegweiser dienen. Zum anderen sollten zivilgesellschaftliche Initiativen gefördert werden, durch die sich Akteure Verantwortung aneignen und eigenständig Beiträge zu einer klimaverträglichen Lebens- und Wirtschaftsweise leisten.

    Der wissenschaftliche Befund ist eindeutig

    „Der 5. Sachstandsbericht des IPCC hat unmissverständlich klar gemacht: inakzeptable Klimafolgen werden sich jenseits der 2°C – Klimaschutzleitplanke häufen. Diese Risiken können nur vermieden werden, wenn bis spätestens 2070 die globalen CO2-Emissionen auf Null sinken,“ sagt der Co-Vorsitzende des WBGU, Hans Joachim Schellnhuber. Das Gutachten beschreibt, dass jedes Land, jede Kommune, jedes Unternehmen und jeder Bürger individuell „die Null schaffen“ müssen, wenn die Welt als Ganzes klimaneutral werden soll. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die 2°C-Klimaschutzleitplanke nur gehalten werden kann, wenn zahlreiche Länder – insbesondere die reichen OECD-Staaten – schon deutlich früher ihre Emissionen senken.

    „Gesellschaftliche Akteure werden immer wichtiger, um einen ambitionierten Klimaschutz sicherzustellen“, sagt Dirk Messner, Co-Vorsitzender des WBGU. In dem Gutachten wird die Bandbreite der Initiativen aufgezeigt, die bereits jetzt für Klimaschutz sensibilisieren und mobilisieren. Ein Beispiel ist die von Universitäten ausgehende Divestitionsbewegung in den USA gegen die Förderung fossiler Energien: Unternehmensbeteiligungen aus dem fossilen Sektor werden zunehmend abgezogen, um nach Möglichkeit in nachhaltigeren Anlagen investiert zu werden.

    Klimaschutz zum Gestaltungsfeld der Gesellschaft machen

    „Jeder einzelne Verbraucher kann jedoch nicht nur durch sein Anlageverhalten Klimaschutz mitgestalten, sondern auch gezielt klimaschädliche Waren boykottieren oder klimaverträgliche Waren kaufen,“ sagt WBGU-Mitglied Ellen Matthies. Auch ein öffentliches Beschaffungswesen nach ökologischen Kriterien kann einen wichtigen Beitrag leisten und nicht zuletzt hat die Privatwirtschaft erhebliches Potenzial klimaverträgliche Produkte zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. „Bei all diesen Initiativen übernimmt die Gesellschaft selbst Verantwortung, sie kann auf diese Weise internationale Klimadiplomatie ergänzen und wiederbeleben“, so WBGU-Mitglied Claus Leggewie.

    „Internationale Vereinbarungen im Rahmen der Vereinten Nationen bleiben für eine erfolgreiche Klimapolitik weiterhin unverzichtbar“, ergänzt WBGU-Mitglied Sabine Schlacke. Das Gutachten empfiehlt deshalb, das neue globale Klimaschutzabkommen als rechtsverbindliches Protokoll zur UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) auszugestalten und die 2°C-Leitplanke ebenso wie ein konkretes Zieljahr für das vollständige Herunterfahren der CO2-Emissionen aus fossilen Energieträgern zu verankern.

    Klagerechte für Sachwalter des Klimaschutzes gewähren

    Darüber hinaus sollten in dem Abkommen die Vertragsstaaten dazu verpflichtet werden, wissenschaftliche Erkenntnisse zu berücksichtigen und die Rechenschaftspflicht gegenüber der Bevölkerung durch eine erleichterte Teilhabe von Nichtregierungsorganisationen am Verhandlungsprozess festzuschreiben. Auch sollte Sachwaltern des Klimaschutzes Klagerechte in Form von Verbandsklagen gewährt werden. Zudem sollte die Transparenz mittels eines Rechts auf Information verbessert werden.

    Eine neue Verantwortungsarchitektur

    Die dürftigen Fortschritte bei der internationalen Klimapolitik hängen mit der konventionellen vertikalen Verantwortungsarchitektur zusammen: Zukunftsgestaltung im Großen wird dabei von den Bürgern an die Repräsentanten delegiert, die aber häufig mit Rückverweis auf die „wahren“ Bedürfnisse der vertretenen Gemeinschaft ihre Gestaltung vernachlässigen. Somit entsteht eine Komplizenschaft zu Lasten künftiger Generationen. Deshalb muss die klassische Willensbildung durch horizontale Elemente ergänzt werden, also durch Bürgerbewegungen über die Ländergrenzen hinweg. Dadurch kann der reale Mangel an globaler Gestaltungsmacht, der bei der Klimapolitik so eklatant sichtbar wird, ausgeglichen werden. Zukunftsvorsorge wird so zum Projekt der ganzen Weltgesellschaft.

    Der WBGU: Politikberatung zum Globalen Wandel

    Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) wurde 1992 im Vorfeld der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung („Erdgipfel von Rio“) von der Bundesregierung als unabhängiges wissenschaftliches Beratergremium eingerichtet. Der WBGU hat die Aufgabe globale Umwelt- und Entwicklungsprobleme zu analysieren und zur Lösung dieser Probleme Handlungs- und Forschungsempfehlungen zu erarbeiten. Hans Joachim Schellnhuber und Dirk Messner sind die beiden Co-Vorsitzenden des WBGU.

    Die deutsche Ausgabe des Gutachtens können Sie hier als pdf herunterladen oder als gedrucktes Buch bestellen.

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    Die englische Ausgabe des Gutachtens können Sie hier als pdf herunterladen oder als gedrucktes Buch vorbestellen (Lieferung ab Mitte Oktober 2014)
    http://www.wbgu.de/wbgu_sg2014_en.html

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  • Aktuelle Meereis-Situation: Anhaltender Rückgang in der Arktis, neues Maximum in der Antarktis

    Aktuelle Meereis-Situation: Anhaltender Rückgang in der Arktis, neues Maximum in der Antarktis

    Die Meereisfläche in der Arktis ist in diesem Jahr auf ein Sommerminimum von etwa 5,0 Millionen Quadratkilometern zurückgegangen. Dieser Wert liegt rund 1,6 Millionen Quadratkilometer über dem Negativrekord aus dem Jahr 2012, bestätigt aber nach Einschätzung der Meereisphysiker Marcel Nicolaus vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) und Lars Kaleschke vom Hamburger Exzellenzcluster für Klimaforschung (CliSAP) den langfristigen Abwärtstrend in der Arktis. Die Winter-Eisdecke des Südpolarmeeres dagegen ist auf eine Fläche von 20,0 Millionen Quadratkilometern angewachsen, berichten die Wissenschaftler. Sie übertrifft damit das 30-Jahre-Maximum aus dem vergangenen Jahr. Marcel Nicolaus, Lars Kaleschke und andere führende Meereis-Experten stehen am kommenden Donnerstag, den 18. September 2014, während eines internationalen Meereis-Symposiums in Hamburg für Hintergrundgespräche und Interviews zur Verfügung.

    „Das aktuelle Meereisminimum in der Arktis stellt eine Fortsetzung des langjährigen Abwärtstrends dar, denn mit einer Fläche von 5,0 Millionen Quadratkilometern liegt das Minimum 2014 in etwa gleichauf mit dem Minimum des vergangenen Jahres. Von einer Trendumkehr in der Meereisentwicklung der Arktis kann daher keine Rede sein – auch wenn die verbleibende Eisfläche in diesem Jahr die Werte aus den beiden Extremjahren 2007 und 2012 übertrifft“, sagt Meereisphysiker Marcel Nicolaus vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung.

    In den Negativrekordjahren hatten Wetterphänomene zu einem besonders starken Rückgang der Meereisdecke geführt. „Im Jahr 2007 waren infolge einer stabilen Hochdrucklage im Frühsommer viele Schmelztümpel auf dem Eis entstanden. Sie hatten Sonnenenergie aufgenommen und das Schmelzen vorangetrieben. Im Sommer 2012 ist das Meereis vor allem an seiner Unterseite außergewöhnlich stark geschmolzen. Im August 2012 kam dann noch ein starker Sturm hinzu, der das Eis durcheinander wirbelte. Solche Wetterextreme sind im Sommer 2014 weitgehend ausgeblieben“, erklärt Lars Kaleschke vom Hamburger Exzellenzcluster für Klimaforschung CliSAP.

    Große regionale Unterschiede

    Außergewöhnlich deutlich zeigten sich in den zurückliegenden Sommerwochen allerdings die regionalen Unterschiede in der Eisentwicklung. Ein Beispiel: Während es dem deutschen Forschungseisbrecher Polarstern in der zweiten Augusthälfte nicht gelang, sich auf seinem Weg in das Gebiet des Unterseegebirges Alpha-Rücken durch das Packeis nördlich des kanadischen Archipels zu brechen, zog sich das Eis in der russischen Laptewsee weiter nach Norden zurück als jemals zuvor von Satelliten beobachtet worden war. „An den ersten Septembertagen befand sich die Eiskante in der Laptewsee nördlich von 85 Grad Nord. Das heißt, sie lag nur noch rund 500 Kilometer vom Nordpol entfernt. Im Jahr 2006 war in dieser Region die Distanz zwischen Nordpol und offenem Wasser noch mehr als doppelt so groß“, sagt Lars Kaleschke.

    Wachsende Meereisdecke in der Antarktis

    Ausgesprochen große Meereisflächen gibt es derzeit in der Antarktis, wo die Meereisdecke in der Regel im September oder Oktober ihr jährliches Frühjahrsmaximum erreicht. „Das Eis bedeckt derzeit eine Meeresfläche von rund 20 Millionen Quadratkilometern und übertrifft damit das 30-Jahre-Maximum von 19,65 Millionen Quadratkilometern aus dem vergangenen Jahr. Diese Daten bekräftigen unsere Beobachtungen, wonach die Meereisbedeckung in der Antarktis in den letzten Jahren zugenommen hat. Das gilt besonders für das Weddellmeer, in dem ein Großteil unserer Forschung stattfindet“, sagt Marcel Nicolaus.

    Nach Auffassung der Wissenschaftler lässt sich die Meereis-Situation in der Antarktis jedoch nicht mit den Bedingungen in der Arktis vergleichen, da sich die geographischen und meteorologischen Gegebenheiten unterscheiden. „Während der Arktische Ozean ein Mittelmeer darstellt, das von Landmassen umgeben ist, treffen wir in der Antarktis auf einen von Eis bedeckten Kontinent, der vom Südlichen Ozean umschlossen wird. Hier begrenzt der Antarktische Zirkumpolarstrom die maximale Meereis-Ausdehnung. Wind und Wellen beeinflussen maßgeblich die Lage der Eiskante – und die Menge an Niederschlägen und Gletscher-Schmelzwasser bestimmt den Süßwasseranteil, welcher mitentscheidet, wie viel Meereis sich im Winter bildet“, sagt Lars Kaleschke.

    Als mögliche Erklärungen für die große Ausdehnung des antarktischen Meereises diskutiert die internationale Wissenschaftsgemeinde derzeit verschiedene Ursachen. So könnten veränderte Windströmungen und aufsteigendes Schmelzwasser die Flächenzunahme ausgelöst haben. (Mehr zu dieser Diskussion im Meereisportal unter:
    http://bit.ly/1rtLX44 )

    http://www.awi.de/de/aktuelles_und_presse/pressemitteilungen/detail/item/current_sea_ice_situation_ongoing_retreat_in_the_arctic_record_area_in_the_antarctic/?cHash=2b76adf8b6b7bf00d9bf0e470349da09

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